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Borussia Mönchengladbach siegt zum Abschluss 5:1 gegen 1899 Hoffenheim

5:1 gegen Hoffenheim : Topscorer glänzen bei Borussias höchstem Saisonsieg

Borussia hat das letzte Heimspiel einer schwierigen Saison mit 5:1 gegen 1899 Hoffenheim gewonnen. Jonas Hofmann gelang ein Doppelpack, Patrick Herrmann wurde besonders gefeiert. Doch über den Erfolg redete schon kurz danach niemand mehr.

Borussia hat mit dem 5:1 gegen 1899 Hoffenheim einen sportlich guten Abschluss einer schwierigen Saison hingekriegt. Der höchste Ligasieg dieser Spielzeit fand nach einem frühen Rückstand statt, von dem sich die Gladbacher nicht beeindrucken ließen. Damit wurde Platz zehn gesichert und Platz fünf in der Fernsehgeld-Tabelle. Matthias Ginter wurde ebenso wie Keanan Bennets verabschiedet, auch Betreuer Rolf Hülswitt hört auf, die gesamte Mannschaft zollte dem 80-Jährigen, der 37 Jahre im Klub tätig war, Respekt.

Trainer Adi Hütter setzte im letzten Spiel der Saison, von dem anfangs noch niemand ahnte, dass es sein letztes überhaupt bei Borussia werden würde, auf eine defensive Viererkette, auch, weil in Jordan Beyer, Nico Elvedi und Tony Jantschke drei Verteidiger fehlten. Ginter war wohl keine Option für Hütter, er kam in seinem letzten Spiel für Gladbach erst in den Schlussminuten zum Einsatz, sowohl begleitet von Applaus als auch von Pfiffen. Manu Koné und Florian Neuhaus bildeten die Doppelsechs, das offensive Quartett waren Jonas Hofmann, Lars Stindl, Alassane Plea und Breel Embolo.

Bevor sich die Borussen aber eingrooven konnten im neuen System, lagen sie zurück. Hoffenheim durfte sich über rechts ungehindert durchspielen, Robert Skov spielte den Ball scharf in den Strafraum, wo Andrej Kramaric sicher abschloss zum 0:1 (3.). Wieder einmal lagen die Gladbacher nach dem ersten Torschuss des Gegners zurück, ein altes Problem also in den neuen Trikots, die am Samstag erstmals vorgeführt wurden.

Nun ging es darum, das Spiel, in dem es womöglich auch um die Zukunft von Trainer Hütter ging, anzunehmen und den vom Trainer erhofften positiven Saisonabschluss hinzukriegen. Die Borussen waren bemüht, nach vorn zu spielen, doch wirkte alles etwas angestrengt und kompliziert. Die nächste gute Chance hatte daher Hoffenheim, dieses Mal schoss Kramaric aber am Tor vorbei (16.).

Mit Entschlossenheit kamen die Borussen dann aber doch zum 1:1 nach 25 Minuten. Koné eroberte den Ball, gab weiter zu Plea, der lief ein paar Meter und schloss ab, Oliver Baumann konnte parieren, aber Kapitän Stindl war zur Stelle und staubte ab. Sein viertes Saisontor.

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Nachsetzen war auch die Grundlage des 2:1 in der 44. Minute. Breel Embolo tat es im Strafraum der Hoffenheimer, Kevin Vogt brachte den Schweizer zu Fall und Plea verwandelte den fälligen Strafstoß sicher. Damit schloss er mit dem zehnten Saisontor zu Hofmann auf, der kurz danach aber nachlegte und nach einer schönen Ballstafette überlegt zum 3:1 abschloss, für den Nationalspieler war es das elfte Tor der Saison.

Da wollte sich auch Embolo nicht lumpen lassen. In der 53. Minute ging er steil nach einem Pass von Hofmann und lupfte den Ball ins Hoffenheimer Tor zum 4:1. Es war Embolos sechster Treffer in den letzten sieben Spielen. Zur Zweistelligkeit reichte es für Embolo nicht mehr, er musste nach 63 Minuten raus nach einem üblen, aber unglücklichen Foul von Vogt. Sein Vorlagengeber Hofmann sorgte später mit viel Präzision aus spitzem Winkel mit seinem zweiten Tages-Tor für das 5:1 und krönte sich zum teaminternen Torschützenkönig.

Die dauersingende Nordkurve hatte Spaß am unterhaltsamen Treiben der Weißen und hatte auch einen Wunsch: „Wir woll‘n den Herrmann seh‘n!“, sangen die Fans. Herrmann hat gerade seinen Vertrag erneut verlängert und hat nach fast eineinhalb Jahrzehnten Borussen-Dasein Lieblingsspieler-Status bei den Fans als „echter“ Borusse.

In der 75. Minute kam der Geforderte dann für Stindl, der Herrmann sogar die Kapitänsbinde übergab. Für Herrmann, der einst in der ersten Version des klubeigenen Internats im Stadion wohnte, eine große Sache. Mit einem Seitfallzieher nach feiner Vorlage von Plea hätte er fast noch getroffen.

Borussia ließ nach dem frühen Rückstand nicht locker und verdiente sich so die Führung, doch waren die Hoffenheimer, die im achten Spiel in Folge sieglos blieben, auch ein dankbarer Gegner, um die Saison mit einem schönen Erlebnis ausklingen zu lassen. Fazit: Borussia hat Platz zehn und viele Fernsehgeld-Millionen immerhin verteidigt, mehr war nicht mehr möglich. Und es war ein guter Start für die neuen Heimtrikots. Der letzte Eindruck war also positiv, doch er rückte schnell in den Hintergrund, als Hütter am „Sky“-Mikrofon seinen Abschied „im beiderseitigen Einvernehmen“ verkündete.

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