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Borussia Mönchengladbach siegt bei Hertha BSC und kontert Bayers Angriff

Borussia Mönchengladbach : Borussia siegt in Berlin und kontert Bayers Angriff

Raffael hatte sich etwas vorgenommen für den Tag in Berlin. Der Offensivmann von Borussia Mönchengladbach spielte früher gegen Hertha BSC, mit der sich er und die anderen Borussen gestern auseinandersetzen mussten. Der Arbeitsauftrag war klar: Punkte mussten her, denn Bayer Leverkusen, der Konkurrent im Kampf um Platz drei, hatte mit dem 2:0 gegen die Bayern vorgelegt.

Am Ende seines Arbeitstages konnte sich der Brasilianer Raffael zurücklehnen, denn es klappte mit dem Sieg. Borussia schlug Berlin im Olympiastadion mit 2:1 und zog damit wieder an den Leverkusenern vorbei. Mit nun 60 Punkten ist die Borussia wieder Dritter.

Auf dem Rasen des Olympiastadion wurde schnell klar, welche Geschichte dieses Spiel haben würde: Hertha ist unter dem Ungarn Pal Dardai eine Mauer geworden, und die will erst mal überwunden werden. Die Gladbacher versuchten das mit ihrem gewohnten Kombinationsfußball. Sie hatten von Beginn an mehr Ballbesitz — und kamen nach nur elf Minuten zum erhofften frühen Führungstreffer. Den erzielte der wohl künftig für den VfL Wolfsburg stürmende Max Kruse — nach Raffaels Vorlage. Insoweit hatte der Brasilianer sein Ansinnen, aktiv zum Erfolg des Teams beizutragen, erfüllt.

Seinen Willen zum Erfolg demonstrierte auch Granit Xhaka. Der Schweizer, der seit Wochen mit einer gebrochenen Rippe spielt (die Verletzung zog er sich im Länderspiel der Schweiz gegen Lettland zu), war neben Raffael und Kruse einer der Vorarbeiter der Gladbacher. Xhaka hat sich entschlossen, trotz der Verletzung weiterzumachen, weil er den Traum von der Champions-League-Teilnahme wahr machen will.

Doch Hertha, noch in gefährlicher Nähe zur Abstiegszone, war der erwartet unangenehme Gegner — zumal die Gladbacher Führung nur zwei Minuten bestand. Nach einem Kopfball von Solomon Kalou prallte der Ball unter die Querlatte, von dort an den Pfosten und wieder zurück ins Spiel. Valentin Stocker reagierte schneller als die Gladbacher Defensive und traf zum 1:1.

Borussias Vorteil war viel zu schnell dahin, es ging wieder am Nullpunkt los. Xhaka hätte noch vor der Pause die Sache wieder ändern können. Doch lenkte Thomas Kraft seinen Fernschuss über die Latte. Dann stand erneut Xhaka nach Vorarbeit von Fabian Johnson allein vor Kraft und schob den Ball am Torwart, aber auch am Tor vorbei. Später, nach dem Seitenwechsel, war es Johnson, der erst einen Freistoß knapp am Tor vorbei setzte und dann, allein vor Kraft, den Torwart anschoss.

Verpasste Chancen wie diese sind schmerzhaft in der Endphase der Saison, denn am Ende kann jeder Treffer entscheidend sein. Geduld war gefragt, und die ließen die Borussen in einigen Szenen vermissen. Es gab einige unnötige Ballverluste, die den Spielfluss hemmten und Hertha Chancen eröffneten. So war es für die Borussen lange Zeit ein Ritt auf der Rasierklinge. Borussia versuchte es weiter mit Kombinationsfußball. Hertha aber ließ sich nicht mehr ausspielen — bis Trainer Lucien Favre eine gute Idee hatte und den dribbelstarken Ibrahima Traoré und mit ihm den Sieg einwechselte.

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In der 85. Minute nahm der Mittelfeldspieler Maß und erzielte mit links den Siegtreffer für die Borussen. Es war der erste Treffer des 27-Jährigen im Dress der Borussia, der im Kampf um die Champions League zum mitentscheidenden Faktor wird. Bereits im vergangenen Spiel gegen Wolfsburg spielte Traoré nach seiner Einwechselung die Flanke, die zum Sieg führte.

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