2:0 gegen Wolfsburg Ngoumou und Thuram beenden Borussias Sieglosigkeit

Mönchengladbach · Vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg gab es Pfiffe gegen Trainer Daniel Farke, Marcus Thuram und Ramy Bensebaini. Dann brachte Nathan Ngoumou mit seinem ersten Gladbach-Tor den Heimsieg auf den Weg, den Thuram mit dem 2:0 fix machte.

Die Borussen bejubeln den Sieg gegen den VfL Wolfsburg.

Die Borussen bejubeln den Sieg gegen den VfL Wolfsburg.

Foto: dpa/Marius Becker

Borussias Fans gaben schon vor dem Anpfiff den Ton an für das Heimspiel der Gladbacher gegen den VfL Wolfsburg. Als der Name von Trainer Daniel Farke bei der Verlesung der Mannschaftsaufstellung genannt wurde, gab es vereinzelte Pfiffe, bei Marcus Thuram war es schon deutlich lauter - und bei Ramy Bensebaini gab es ein ausgewachsenes Pfeifkonzert. Nicht eben eine österliche Stimmung, es kommt nicht oft vor, dass die eigenen Spieler nebst Trainer derart begrüßt werden.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik gegen VfL Wolfsburg
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Borussia - Wolfsburg: die Fohlen in der Einzelkritik

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In den sozialen Netzwerken gab es parallel zum Spiel eine Debatte dazu, Befürworter gab es, aber auch Einlassungen von Fans, die kein Verständnis haben für eine solche Missbilligung. „So lange ein Spieler das Trikot meines Vereins trägt, pfeife ich ihn nicht aus“, schrieb einer. Die Tonalität aus der Kurve zeigte aber: Die Stimmung ist angesichts der wackligen Saison angespannt im Staate Borussia. Was die Fans von Farkes Team erwarteten: „Auf geht`s Gladbach, kämpfen und siegen!“

Dem Auftrag kamen die Borussen nach, auch wenn es ein holpriger Weg dahin war. Erstmals seit dem 18. Februar, als es das 3:2 gegen die Bayern gab, siegten die Borussen, dieses Mal 2:0, weil Nathan Ngoumou sein Debüt-Tor für Gladbach schoss und Thuram per Kopf traf. So brachte das Spiel neben der Erkenntnis, dass es offenbar Ungemach gibt in der Fanszene, ein versöhnliches Ergebnis und drei Punkte.

Farke hatte wegen des Fehlens des gesperrten Manu Koné Florian Neuhaus neben Christoph Kramer auf die Doppelsechs beordert, den vakanten Platz vorn bekam Alassane Plea. Jonas Hofmann, der aus privaten Gründen die Trainingswoche verpasst hatte, war im Kader, kam aber erst später ins Spiel. Dafür stand Ngoumou zum vierten Mal in der Startelf.

Die negativen Vibes von der Tribüne kamen offenbar beim Team an, die Borussen taten sich schwer mit dem Spiel. Es gab viele leichte Fehler, einer davon, ein Fehlpass Kramers in der Wolfsburger Hälfte, führte zu einem Tor der Gäste durch Omar Marmoush, das aber wegen einer Abseitsposition nicht gegeben wurde. Wolfsburg war das deutlich selbstbewusstere Team, das Spiel der „Wölfe“ wirkte strukturierter und durch die Gladbacher Ungereimtheiten gab es immer wieder brenzlige Situationen vor dem Tor von Omlin.

Den ersten Torschuss der Borussen gab Plea nach 21 Minuten ab, doch Koen Casteels im Wolfsburger Tor griff sich den Ball locker. „Vorwärts“, forderten die Fans und ließen ihren Pfiffen vor dem Start während des Spiels Plakate mit Ansagen an die designierten Abgänger des Sommers folgen, Bensebaini und Thuram.

Letzterer war es dann aber, der in der 34. Minute das 1:0 vorbereitete. Neuhaus erlief einen Fehlpass von Casteels, setzte den Franzosen ein, der sah seinen Landsmann Ngoumou starten und bediente diesen. Er legte sich den Ball auf links und schoss ihn in die lange Ecke. Sein Jubel fiel heftig aus, das erste Pflichtspiel-Tor für Gladbach tut dem Acht-Millionen-Euro-Zugang, der bislang über den Projekt-Charakter nicht hinaus gekommen war, gut. Er schoss ein angesichts der Stimmungslage wichtiges Tor.

Für die Gladbacher galt es, nun etwas zu ziehen aus dem überraschenden Vorsprung gegen die Wolfsburger, die mehr vom Spiel hatten und nach 45 Minuten fast vier Kilometer mehr gelaufen hatten. Gladbachs Passquote lag derweil bei 78 Prozent, das belegte die allgemeine Verunsicherung. Kurz nach der Pause verhinderte Jonas Omlin dann den schnellen Ausgleich, als er gegen Mattias Svenberg klärte.

Und dann gab es doch noch Applaus für Thuram. Denn nach einer Flanke von Alassane Plea erzielte der in Ungnade Gefallene das vorentscheidende 2:0. „Danke, Tikus“, riefen die Fans artig und wie bei Toren der Gladbacher üblich und freuten sich über das 13. Saisontor des Franzosen. Borussia bleibt Zehnter, ist nach dem achtem Heimsieg nur noch vier Punkte von den Wolfsburgern entfernt. Die „Wölfe“ verpassten es, auf einen Europaplatz zurückzukehren.

Und am Ende gab es dann auch wohlgemeinte Gesänge für die Borussia.

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