2015 und 2019 wie entfesselt Zwei Siege gegen Augsburg waren für Borussia eine große Befreiung

Mönchengladbach · Die Gesamtbilanz ist negativ, aber Siege gegen den FC Augsburg haben bei Borussia Mönchengladbach schon einiges bewirkt. Zwar ging es damals um größere Ziele, doch die Hoffnung ist da, dass drei Punkte am Samstag auch im Abstiegskampf etwas auslösen können.

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Seit der FC Augsburg vor elf Jahren erstmals in die Bundesliga aufgestiegen ist, hat Borussia Mönchengladbach nur gegen drei Mannschaften eine schlechtere Bilanz: Borussia Dortmund, Union Berlin und RB Leipzig. Den Angstgegner-Status des FCA haben vor allem die Duelle dort geprägt, im eigenen Stadion ist Gladbach seit sechs Spielen ungeschlagen. Und in diese Zeit fielen nicht nur die höchsten Siege gegen Augsburg, sondern auch zwei, die jeweils wie eine Befreiung wirkten.

Vergangene Woche war das 1:1 bei Arminia Bielefeld das erste Spiel nach Max Eberls Rücktritt, 2015 begann die Post-Lucien-Favre-Ära mit einem Heimspiel gegen Augsburg, nur drei Tage nach dem Nacht-und-Nebel-Abschied des langjährigen Erfolgstrainers und unter seinem Interims-Nachfolger André Schubert. In der 5. Minute traf Fabian Johnson zur Führung, nach 21 Minuten stand es 4:0 vor 40.000 Zuschauern im an jenem Abend eher dürftig besuchten Borussia-Park.

Paul Verhaeghs Doppelpack in der zweiten Hälfte war nebensächlich, Gladbachs 4:2-Erfolg linderte nicht nur die Sorgen nach Favres Rücktritt, sondern bedeutete den Beginn einer Serie. „Wir hatten null Punkte nach fünf Spielen, unter André Schubert haben wir einen Lauf begonnen, der wieder bis in die Champions League führte“, Kostenpflichtiger Inhalt erinnert sich André Hahn in dieser Woche im Interview mit unserer Redaktion. Er wurde damals für Borussia eingewechselt und spielt inzwischen im vierten Jahr wieder in seiner zweiten Heimat Augsburg. „Dieses Spiel war der Befreiungsschlag“, sagt Hahn. „Wir hatten nicht viel Selbstvertrauen, Schubert kam hoch aus der U23 und hat uns gepackt bekommen, indem er wieder viel Spaß und Freude reingebracht hat. Wir sind dann richtig marschiert.“

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Foto: dpa/Marius Becker

In der Folge gewann Borussia sechs Ligaspiele nacheinander und blieb bis in den Dezember hinein ungeschlagen. Eine ähnliche Wirkung entfaltete der zweite große Sieg gegen Augsburg im Herbst 2019. Unter Trainer Marco Rose stimmten in den ersten Wochen allenfalls die Ergebnisse. In der Europa League hatte Gladbach mit einem Last-Minute-Remis in Istanbul den völligen Fehlstart verhindert, drei Tage später kam der FCA am Sonntagmittag. Später wurde bekannt, dass die Borussen nach dem Spiel in der Türkei noch lange auf dem Hotelzimmer gesessen und sich beratschlagt hatten.

Was dann passierte in der Anfangsphase gegen Augsburg, war sensationell: In 13 Minuten schossen Denis Zakaria sowie Patrick Herrmann per Doppelpack die schnellste Drei-Tore-Führung Borussias seit 38 Jahren heraus. 5:1 hieß es am Ende dank der weiteren Treffer von Alassane Plea und Breel Embolo. Der nicht zu vernachlässigende Nebeneffekt: Mit dem Kantersieg setzte sich Borussia erstmals seit sieben Jahren an die Spitze der Bundesliga-Tabelle – und gab sie erst kurz vor Weihnachten wieder ab.

Wie entfesselt traten die Gladbacher 2015 und 2019 bei ihren markantesten Siegen gegen Augsburg auf. Manch einer der 10.000 Zuschauer, die am Samstag dabei sein werden, dürfte beide Partien live erlebt haben. Und alle Borussia-Fans werden hoffen, dass ein Erfolg gegen den FCA noch mal zur Befreiung wird. Nur geht es diesmal nicht um die großen Ziele (beide Spielzeiten endeten in der Champions League), sondern um die Verhinderung eines GAU. Erstmals im 22. Bundesliga-Duell treffen sich beide Teams im Abstiegskampf.

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