Borussia Mönchengladbach: Sieben Spieler könnten zur WM fahren

Gladbacher bei der WM : Auf Rekordjagd dank Schweiz-Quartett

Der einzige Gladbacher, der sein WM-Ticket sicher hat, ist ein Schiedsrichter-Assistent. Am 4. Juni steht fest, ob es auf Spielerseite eine neue Bestmarke geben wird. Bislang waren 21 Borussen bei einer Weltmeisterschaft dabei.

Josip Drmic hat ein Heimspiel in Feusisberg, wo die Schweizer am Dienstag mit einem Mini-Trainingslager die WM-Vorbereitung aufnehmen. In der Nachbargemeinde Freienbach, direkt am Zürichsee gelegen, ist Drmic aufgewachsen und dort hat er mit dem Fußballspielen begonnen. Nun ist er einer von 15 Nationalspielern, die sich drei Tage lang in vier öffentlichen Einheiten den Fans präsentieren.

Vier Spieler stehen in Gladbach unter Vertrag - die Schweiz-Fraktion könnte bei der Weltmeisterschaft fast im Alleingang einen neuen Vereinsrekord aufstellen. Darüber hinaus stehen Matthias Ginter für Deutschland, Thorgan Hazard für Belgien und Jannik Vestergaard für Dänemark im vorläufigen Aufgebot. Bis zum 4. Juni steht fest, ob es eine neue Bestmarke geben wird.

Mehr als fünf Borussia-Spieler waren noch nie bei einer WM dabei. 1974 stellte der Klub im DFB-Team gleich fünf Weltmeister: Berti Vogts, Rainer Bonhof, Jupp Heynckes, Wolfgang Kleff und Herbert Wimmer. Die zweitgrößte Fraktion gab es 1970 mit Vogts, Klaus-Dieter Sieloff und Peter Dietrich sowie 2006 mit Oliver Neuville, Marcell Jansen und Kasey Keller (USA). Mit 19 Einsätzen hält Vogts wohl einen Rekord für die Ewigkeit, Martin Dahlins vier Tore für Schweden 1994 sind dagegen zu schaffen.

Der erste ausländische Borusse bei einer WM war 1990 Frantisek Straka, der es mit der Tschechoslowakei ins Viertelfinale schaffte. Den Anfang machte bereits 1962 der legendäre Albert Brülls. Bei den Turnieren 1966, 1998 und 2002 waren keine Gladbacher Borussen dabei. Zuletzt vertraten indirekt Granit Xhaka und Christoph Kramer den Verein, Yann Sommers Vertrag trat während des Turniers in Brasilien in Kraft.

Experten in der Schweiz schätzen, dass diesmal für die Schweiz alle vier Kandidaten mitfahren. Neben Drmic und Sommer wären das Denis Zakaria und Nico Elvedi. Vestergaard hat zwar fast ein Jahr lang nicht für Dänemark gespielt, an ihm führt jedoch kaum ein Weg vorbei. Thorgan Hazard hat in Belgien starke Konkurrenz, aber auch sehr gute Chancen. Matthias Ginter muss im DFB-Team noch zittern. Für ihn sprechen seine Vielseitigkeit und seine unkomplizierte Art. Allerdings könnte Joachim Löw auch Sebastian Rudy als Rechtsverteidiger-Back-up mitnehmen. Selbst wenn es für einen der sieben Kandidaten am Ende nicht reicht, wären immer noch so viele Gladbacher Borussen bei einer WM wie nie zuvor.

Ganz sicher hat sein Ticket bislang nur einer: Mark Borsch, der Assistent von Schiedsrichter Felix Brych. Vielleicht darf er zumindest ein Spiel eines Borussen „winken“. Auf dem Rasen sind Gladbacher Spieler erst einmal aufeinandergetroffen: Michael Bradley (USA) und Karim Matmour (Algerien) im Jahr 2010.

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