Borussia Mönchengladbach Sie kümmern sich um die Gesundheit der Borussen

Mönchengladbach · Die Vorwürfe des Spaniers Álvaro Dominguez treffen eine ganze medizinische Abteilung, zu der mehr als die drei Ärzte gehören.

 Dr. Heribert Ditzel ist als Internist seit 1994 Mannschaftsarzt.

Dr. Heribert Ditzel ist als Internist seit 1994 Mannschaftsarzt.

Foto: Reichartz Hans-Peter

Borussia Mönchengladbach sieht sich schwerwiegenden Vorwürfen ausgesetzt. Der spanische Abwehrspieler Álvaro Dominguez, seit Dienstag offiziell Sportinvalide, fühlt sich nicht nur vom Verein im Stich gelassen, sondern kritisiert in mehreren Interviews auch die Behandlung durch Borussias medizinische Abteilung. Doch wer sind überhaupt die Männer, die Borussias Profis fit machen? Zur medizinischen Abteilung gehören drei Ärzte, drei Physiotherapeuten und im Grunde auch die drei Spezialtrainer, die für Athletik und Rehabilitation zuständig sind. Dominguez hat mit seinen Vorwürfen ein ganzes Team hinter dem Team attackiert.

 Dr. Stefan Porten ist Orthopäde und Diplom-Sportwissenschaftler.

Dr. Stefan Porten ist Orthopäde und Diplom-Sportwissenschaftler.

Foto: Reichartz Hans-Peter

Dr. Stefan Hertl (56) ist als Orthopäde seit 2003 Mannschaftsarzt Borussias. Vorher hat er bereits verschiedene Nationalmannschaften des DFB betreut und war 1989 für kurze Zeit Mannschaftsarzt von Borussia Dortmund. Seit 1994 ist er als Facharzt für Orthopädie in einer Gemeinschaftspraxis an der Sand-radstraße in der Innenstadt tätig. In einem Interview vor zwei Jahren mit unserer Redaktion betonte Hertl, bei Borussia werde kein Spieler fit gespritzt. Auf eine entsprechende Frage antwortete er: "Natürlich kann man einen Spieler fit spritzen, aber es schadet auf Dauer mehr, als es kurzfristig hilft. Deswegen machen wir das bei Borussia auch nicht. Ich würde einem Spieler auch immer davon abraten, denn ich bin ja in erster Linie für seine Gesundheit verantwortlich und erst danach für den Erfolg der Mannschaft. Ich habe in meiner Zeit bei Borussia aber auch noch nie erlebt, dass ein Trainer von mir verlangt hat, einen bestimmten Spieler fit zu spritzen. Das würde ich auch nicht mitmachen."

Deutlich länger als Hertl ist Dr. Heribert Ditzel (64) als Mannschaftsarzt bei Borussia. Seit 1994 gehört der Facharzt für Innere Medizin und Sportmediziner zum Klub. Seit 1986 ist Ditzel als Facharzt für Innere Medizin in Rheindahlen niedergelassen, genauso lange betreut er auch bereits Breiten- und Hochleistungssportler internistisch. Sein Schwerpunkt liegt in der Kardiologie.

Jüngstes Mitglied im Ärzteteam Borussias ist Dr. Stefan Porten (39). Der gebürtige Mönchengladbacher und Sportlehrer ist als Orthopäde seit 2011 beim Bundesligisten tätig. Porten ist als Oberarzt und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im St. Augustinus Krankenhaus Düren tätig, er ist überdies auch Diplom-Sportwissenschaftler. Zuvor war er als Arzt unter anderem am Kölner Olympiastützpunkt tätig.

Im medizinischen Team Borussias findet sich übrigens auch ein ehemaliger Profi: Andreas Bluhm kümmert sich als Reha-Trainer um die Spieler, die nach einer Verletzung wieder ans Mannschaftstraining herangeführt werden. Der 42 Jahre alte Ex-Profi ist dabei Trainer, Physiotherapeut, Psychologe und Entertainer in einer Person, der zuletzt besonders viel Arbeit hatte. Die Arbeitsteilung funktioniert so, wie Bluhm im vergangenen Jahr erklärte: "Unser Mannschaftsarzt Stefan Hertl gibt je nach Verletzungsgrad oder Art der Beschwerden vor, wie der Spieler belastet werden soll. Ein Spieler, der beispielsweise mit einem Muskelfaser- oder Bänderriss ausfällt, wird erst einmal in der Medicoreha herangeführt, bevor ich ihn fußballspezifisch auf dem Platz übernehme. Wenn er dann bei mir durch ist, ist er wieder zu 100 Prozent belastbar und kann zurück ins Mannschaftstraining."

(RP)