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Borussia Mönchengladbach: Sechser Ramy Bensebaini eine neue Option

Ungewohnter Sechser bei Borussia : Bensebainis gelungener Ausflug sorgt für mehr Optionen

Als Flügel- und als Innenverteidiger hatte sich der Algerier bereits einen Namen gemacht. Beim Testspiel-Erfolg in Venlo überzeugte er vor der Abwehr.

Ramy Bensebaini nahm seine Lieblingsecke, flach unten rechts aus seiner Perspektive. Venlos Torwart Thorsten Kirschbaum war wie einst Bayern-Keeper Manuel Neuer am 7. Dezember 2019 zur Stelle, doch halten konnte er den platziert geschossenen Elfmeter nicht.

Bensebainis Strafstoß zum 2:0 beim 4:0 gegen VVV Venlo war also keine Neuigkeit, dafür aber die Position, von der der Algerier zum Elfmeterpunkt lief: Marco Rose hatte ihn im letzten Test der Vorbereitung erstmals auf die Sechs vor der Abwehr gestellt.

„Bei Ramy war es ein Versuch, wir trauen ihm das zu. Ich finde, er hat das sehr gut gemacht“, sagte der Trainer nachher. Bei Stade Rennes und in Montpellier unternahm Bensebaini einst ein paar seltene Ausflüge ins defensive Mittelfeld.

Bei Gladbach fehlt momentan Denis Zakaria verletzt, Florian Neuhaus ist bei der deutschen Nationalmannschaft, Tobias Strobl ist nicht mehr da und die Qualitäten des 18-jährigen Rocco Reitz hatte Rose in der Vorbereitung bereits ausgiebig begutachtet. Deshalb rückte Bensebaini in der ersten Hälfte neben Christoph Kramer auf die Doppelsechs.

In Venlo setzte er das erste Ausrufezeichen. Einen öffnenden Pass auf Oscar Wendt, seinen Konkurrenten um einen Stammplatz hinten links, sieht man naturgemäß selten. Bensebaini knackte damit früh die Abwehr des Gegners, Wendts direkte Weiterleitung ins Zentrum verwandelte Lars Stindl locker. Kurz darauf spielte Bensebaini die gespiegelte Variante des Balls nach halbrechts, Stindl hätte mehr daraus machen können.

„Das kannte ich alles schon“, antwortete Rose auf die Frage, ob ihn diese Qualitäten überrascht hätten. „Wir wissen, was für ein außergewöhnlich guter Fußballer er ist und was für Fähigkeiten er mit Gegner im Rücken hat.“

Nach 45 Minuten war das (gelungene) Experiment beendet. Borussia stellte auf eine Dreierkette um, Bensebaini hätte davor als Flügelverteidiger agieren sollen, doch Jordan Beyers Verletzung (Rose: „Wir gehen von nichts Wildem aus“) sorgte für eine größere Umstellung. Bensebaini und Kramer rückten von der Doppelsechs geschlossen in die Innenverteidigung, Wendt blieb auf der linken Seite.

„Natürlich sehen wir ihn eher als Außen- und Flügelverteidiger. Aber wir haben gesehen, dass Ramy abräumen kann und fußballerisch in der Lage ist, die Position zu bekleiden“, zeigte sich Rose zufrieden. Eine Wiederholung wäre im DFB-Pokal gegen den FC Oberneuland zumindest keine große Überraschung mehr.

„Wir wissen noch nicht, wann Zak zurück kommt. Deshalb ist es wichtig, dass wir Optionen haben“, sagte Rose. Vom Elfmeterpunkt ist Bensebaini seit seinem Last-Minute-Tor gegen den FC Bayern sowieso eine.