Borussia Mönchengladbach: Schweiz gegen Belgien eine Borussia-Leistungsschau

Borussias Schweizer feiern furioses 5:2 gegen Belgien : Hazard mit Doppelpack, Elvedi patzt und trifft

Beim 5:2 der Schweiz gegen Belgien trifft Thorgan Hazard doppelt für die „Roten Teufel“ und Nico Elvedi erstmals für die Schweiz. Insgesamt waren fünf Borussen bei dem Ereignis dabei, vier kamen zum Einsatz.

Das Quintett hatte zuletzt in Bremen gemeinsam auf dem Platz gestanden, indes als Kollegen. Am Sonntagabend waren die Schweizer Yann Sommer, Michael Lang, Nico Elvedi und Denis Zakaria und der Belgier Thorgan Hazard dann Gegner im Nations-League-Spiel ihrer Nationalteams. Bis auf Lang kamen alle Borussen zum Einsatz. Die drei Startelf-Teilnehmer Sommer und Elvedi sowie Hazard gehörten sogar zu den Protagonisten des kuriosen 5:2 der Eidgenossen gegen die „Roten Teufel“.

Nach zwei Minuten erzielte Hazard das belgische 1:0 nach einem Missverständnis von Elvedi und Sommer. Nach 17 Minuten sorgte Hazard auch für das 2:0, es war sein erster Doppelpack für das belgische A-Team, für das er insgesamt seine Tore zwei und drei erzielte. Hazard spielte Rechtsaußen als Pendant zu seinem Bruder Eden, der links stürmte. Ein Hazard-Sturm, der nach der flotten Führung aber keine effektive Wirkung mehr hatte.

Die Schweizer kamen heran, glichen aus und gingen noch vor der Pause in Führung. Für das 4:2 und damit die Entscheidung sorgte dann in der 62. Minute Elvedi, der somit seinen Patzer vom Beginn wieder gut machte und zugleich in seinem siebten Länderspiel sein Tor-Debüt für die Schweiz feierte.

Das Duell der Borussen endete also 2:1 für Thorgan Hazard, doch das Spiel gewann die Schweiz mit 5:2. Womit die Eidgenossen dem WM-Dritten auch den ersten Platz in der Nations-League-Gruppe 2 abspenstig gemacht haben - aufgrund der besseren Tordifferenz. Es dürfte eine schöne Feixerei werden in der Gladbacher Kabine, wenn die Herren sich dort im Zeichen der Raute wiedertreffen.

Was Thorgan Hazard angeht, hat er trotz der Niederlage bestätigt, was er in der bisherigen Bundesliga-Saison gezeigt hat: Er macht gerade den viel zitierten nächsten Schritt. Hatte er in der vergangenen Saison erstmals zweistellig getroffen, so gab es doch das Manko, dass weit mehr drin gewesen wäre, als die zehn Tore zu denen auch fünf Elfmeter gehörten. „Ich kann es besser“, sagte Hazard vor dieser Spielzeit im Interview mit unserer Redaktion. Er setzt seine Ansage aktiv um. Sieben Tore nach elf Bundesligaspielen hat er bereits erzielt, hinzu kommen vier Vorlagen und drei Treffer sowie eine Vorarbeit im DFB-Pokal.

Dass Hazard das Interesse europäischer Großklubs weckt, ist logisch. So wird derzeit der AS Rom nachgesagt, den Borussen ihren Flügelspieler abkaufen zu wollen. Die „Gazzetta dello Sport“ teilte mit, Hazard sei der Wunschspieler von Trainer Eusebio di Francesco. 25 bis 30 Millionen Euro soll die Römer bereit sein zu zahlen.

Hazards Vertrag in Gladbach endet 2020. Zwar ist eine Verlängerung schon im Gespräch, doch sagte der 25-Jährige zuletzt, er wolle sich zunächst auf seine Arbeit konzentrieren und erst am Ende der Saison seine Zukunft klären. Ganz so lange will Manager Max Eberl sicher nicht warten. Dass Hazard mit seinen Fähigkeiten im Konzept von Trainer Dieter Hecking eine wesentliche Rolle spielt, liegt auf der Hand: Hazard spielt fast immer. Er kann eine Säule für die Gladbacher Zukunft werden, wenn er verlängert. Gibt es aber keine Einigung, gilt sein Abgang im Sommer 2019 als wahrscheinlich.

Allerdings dürfte sein Preisschild jenseits der 30 Millionen-Euro-Marke liegen. Und in dem Bereich, so ist aus Italiens Hauptstadt zu hören, kann die Roma nicht mithalten. Doch dürfte es nach und nach weitere Klubs geben, die mit Hazard in Verbindung gebracht werden, man erinnere sich nur an den Sommer 2018, als fast wöchentlich neue Namen auftauchten. Am Ende blieb Hazard.

Auch Hazards sonntägliche Kontrahenten Nico Elvedi (22) und Denis Zakaria (21) sind gern genommene Spekulationsobjekte im Kader der Borussia. Elvedis Vertrag ist aber noch bis 2021 datiert, der von Zakaria sogar bis 2022. Alle drei sind gelebte Beispiele für die Karriere-Verein-Idee von Eberl. Sie kamen als ganz junge Kerle, reifen zu gestanden Bundesliga-Profis, bringen Borussia sportlich voran und sind zugleich Wertsteigerungsobjekte.

Zumal, wenn sie mitwirken an einer ganz außergewöhnlichen Leistungsschau des Gladbacher Fußballs, die am Sonntag unter dem Hashtag #SUIBEL firmierte. An dem Spiel hatte Yann Sommer, der ein Fünftel der anwesenden Borussen war, offenbar viel Freude. „Was für eine Nacht! Was für ein Team!“, schrieb er Sonntagabend bei Instagram.

(kk)
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