Borussia Mönchengladbach: Schon öfter Spätstarter in der neueren Europapokal-Geschichte

Borussia im Europapokal : Internationale Spätstarter

In den vergangenen Jahren haben die Gladbacher zu Beginn der europäischen Gruppenphasen nur mäßig gepunktet – so auch in der laufenden Saison. Ein gutes Omen kann sein, dass es in der Europa League bislang immer gut ging.

Peniel Mlapa versuchte es einfach: Borussias Angreifer war noch keine 120 Sekunden auf dem Platz, da trat er nach einem Ballgewinn in halblinker Position an und zog aus 22 Metern ab. „Als der Ball vom Fuß ging, habe ich ein Stoßgebet hinterhergeschickt, damit er reingeht“, sagte Mlapa später zu seinem 2:0 gegen Olympique Marseille. Er, der in seinen ersten Monaten bei Borussia kaum zum Zuge gekommen war, gehörte am 25. Oktober 2012 plötzlich zu den Hauptdarstellern – und war maßgeblich daran beteiligt, dass Gladbach in der damaligen Europa-League-Saison noch die Kurve kriegte.

Jetzt, da Borussia gegen die AS Rom einen Heimsieg benötigt, um weiterhin gute Chancen auf ein Überwintern im internationalen Geschäft zu haben, dürfte jenes 2:0 gegen Marseille das Paradebeispiel dafür sein, wie die eigene Position wieder verbessert werden kann. Denn wie in der laufenden Saison war Gladbach vor sieben Jahren ebenfalls nur mit einem Punkt aus den ersten beiden Spielen in die Gruppenphase gestartet – und traf dann zweimal in Folge auf den vermeintlich stärksten Konkurrenten: Olympique Marseille.

Damals hatte es zum Auftakt bei AEL Limassol nur zu einem 0:0 gereicht – Oscar Wendt verschoss in letzter Minute einen Elfmeter – dem folgte ein 2:4 daheim gegen Fenerbahce Istanbul. Somit gingen die Borussen mit drei Punkten Rückstand in die Partien gegen Marseille. Mit dem 2:0 – vor Mlapas Dinstanzschuss hatte Filip Daems Borussia mit einem Elfmeter in Führung gebracht – legte Gladbach den Grundstein für das Weiterkommen, entscheidend war jedoch der späte 2:2-Ausgleich durch Juan Arango im Rückspiel, wodurch Borussia den direkten Vergleich mit den Franzosen gewann. Diese konnten schon nach dem fünften Spieltag nicht mehr vorbeiziehen, da Borussia gegen Limassol gewann und Marseille gegen Istanbul verlor.

Ein Szenario, das die Gladbacher liebend gern nun wiederholen würden. Mit dem 1:1 in Rom haben sie bereits einen ersten Schritt getan, nun soll der direkte Vergleich mit den Italienern möglichst durch einen Heimsieg gewonnen werden. Damit würden die Chancen beträchtlich steigen, eine Tradition fortzuführen. Denn in den vergangenen Jahren entwickelte sich Borussia zu regelmäßigen Spätstartern in europäischen Gruppenphasen.

In der Saison 2014/15 gab es zu Beginn gegen Villareal und in Zürich nur Unentschieden, ehe Gladbach doch noch den ersten Gruppenplatz sicherte. Und auch in der Champions League – dort indes gegen noch weitaus namhaftere Konkurrenz – musste Borussia sowohl 2015/16 als auch im Folgejahr zunächst zwei Niederlagen hinnehmen. Im Herbst 2016 gelang immerhin noch das Überwintern im Europapokal, auch wenn es über den dritten Gruppenplatz runter in die Europa League ging. In den direkten Duellen mit Celtic Glasgow setzte sich Gladbach damals durch (2:0 im Celtic Park, 1:1 im Borussia-Park).

Die Duelle mit demselben Gegner am dritten und vierten Gruppenspieltag waren somit schon mehrmals wegweisend für die Borussen – und sie gingen zumeist gut aus. So soll es am heutigen Abend auch gegen Rom laufen. Damit es für Gladbach trotz erneutem Stotterstart wieder ein Happy End gibt.

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