Borussia Mönchengladbach schlägt SC Paderborn mit 2:0

2:0 gegen Paderborn : Gladbach erringt wichtigen Arbeitssieg

Nach zuvor zwei Pflichtspielniederlagen gewinnen die Borussen gegen Aufsteiger SC Paderborn. Vor dem 2:0-Erfolg stand aber viel Arbeit für das Team von Marco Rose.

Es war kein Feuerwerk im letzten Heimspiel der Dekade, aber es gab einen Sieg: 2:0 gewann Borussia Mönchengladbach gegen den SC Paderborn und ist damit mit Tabellenführer RB Leipzig gleichgezogen. 34 Punkte haben die Sachsen wie die Gladbacher in 16 Liga-Spielen eingesammelt. Damit ist schon klar, dass das Team von Marco Rose die drittbeste Bundesliga-Hinserie der Vereinsgeschichte spielen wird, nur in den Meister-Spielzeiten 1969/70 und 1976/77 gab es mehr Punkte im ersten Saisonteil (je 39).

Rose überraschte mit seiner personellen und taktischen Aufstellung. Er verzichtete erstmals in dieser Saison komplett auf die Neuzugänge des Sommers und somit auf die dazu geholte Wucht. Stefan Lainer fehlte verletzt, Ramy Bensebaini, Breel Embolo und auch Marcus Thuram saßen auf der Bank, als das Spiel begann. So setzte der Trainer sozusagen auf die „althergebrachte“ Borussia gegen die robusten Ostwestfalen: Jonas Hofmann, Florian Neuhaus, Lars Stindl und Alassane Plea waren für die Offensive zuständig, sie sollten mit spielerischen Elementen Lücken reißen ins Paderborner Defensiv-Konstrukt. Dazu kamen Oscar Wendt und Patrick Herrmann über die Außen im 3-5-2-System.

Nur: Das Ganze lief allzu schleppend. Es gab selten klare Kombinationen und damit verbundene Raumgewinne, zu oft fehlte der Speed in den Offensivaktionen – und die Genauigkeit. Immer wieder gab es leichte Fehler im Passspiel, was sich zusätzlich hemmend auswirkte auf das Aufbauspiel. Da waren die Gäste schon kecker: Sie stießen das eine oder andere Mal über die Flügel vor, wo es doch einige Lücken gab in der Rückwärtsbewegung.

Borussia tat sich schwer. Dabei hatte gerade Herrmann gute Erinnerungen an Paderborn, beim bislang einzigen Bundesliga-Heimspiel am 1. März 2015 gegen Paderborn hatte er beim 2:0-Sieg den Endstand hergestellt mit seinem Tor. Nun war er bemüht, über den rechten Flügel Druck zu machen, er war noch einer der agilsten Gladbacher. Auf der anderen Seite war dem Ex-Gladbacher Sven Michel, der von Anfang 2013 bis April 2014 in Gladbachs U23 spielte, aber den Durchbruch nach oben nicht schaffte, gewillt, Borussia zuzusetzen. Im letzten Auswärtsspiel hatte er für das 1:0 bei Werder Bremen gesorgt. Die Wiederholung gelang ihm nicht.

Paderborn tat aber, was es konnte: laufen, kämpfen und unangenehm sein. Gladbach blieb lange unter seinen Möglichkeiten. Die Borussen wirkten verkrampft, auch waren sie sichtlich zu wenig eingespielt, um die Räume, die sich aus dem System ergeben sollten, zu finden und zu nutzen. Die erste echte Chance hatte kurz vor der Pause Stindl, doch er scheiterte freistehend an Torwart Leopold Zingerle.

Elf Sekunden nach dem Seitenwechsel wurde dann präziser gearbeitet: Herrmann eroberte den Ball, spielte zu Stindl, der legte quer zu Plea und der Franzose erzielte das 1:0. Die Intensität des Jubels der Gladbacher zeigte, wie erlösend der Treffer war. „Danke Alassane!“, rief die Kurve erleichtert. In der 64. Minute ging Herrmann im Strafraum zu Boden, das Spiel lief zunächst weiter, doch dann schaltete sich der Video-Assistent ein, Schiedsrichter Robert Kampka schaute sich die Szene nochmal an und entschied: Elfmeter. Stindl verwandelte zum 2:0.

Der Weg war frei zum siebten Liga-Heimsieg in Serie. Den wollten die Borussen unbedingt nach zuvor zwei Pflichtspiel-Niederlagen hintereinander. Sie mühten sich regelrecht zurück in die Erfolgsspur, der insgesamt achte Heimerfolg des Jahres 2019 war einer aus der Kategorie „Arbeitssieg“. Aber er war wichtig, für die Tabelle und fürs Gemüt. Nun geht es am Samstag noch nach Berlin zur von Jürgen Klinsmann aufgeweckten Hertha. Gegen die „Alte Dame“ werden sich die Borussen steigern müssen, wenn sie auch beim Jahresabschluss punkten wollen.

Statistik

Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Ginter, Elvedi - Herrmann (88. Johnson), Zakaria, Wendt (80. Bensebaini), Neuhaus, Hofmann - Stindl (78. Thuram), Plea. - Trainer: Rose

Paderborn: Zingerle - Jans, Kilian, Schonlau, Collins - Gjasula (67. Zolinski), Vasiliadis - Pröger, Holtmann (58. Oliveira Souza) - Mamba, Michel (86. Antwi-Adjej). - Trainer: Baumgart

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)

Tore: 1:0 Plea (46.), 2:0 Stindl (67., Foulelfmeter nach Videobeweis)

Zuschauer: 44.494

Beste Spieler: Jantschke, Ginter - Zingerle, Mamba

Gelbe Karten: Jantschke (3), Wendt (2) - Mamba (3), Schonlau, Zolinski (3), Vasiliadis (5)

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