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Borussia Mönchengladbach schlägt Fortuna Düsseldorf 4:1 - Stindl ist der Mann des Spiels

4:1-Erfolg gegen Fortuna : Doppelpacker Stindl schießt Gladbach zum Sieg in Düsseldorf

Borussias Kapitän war mit seinen beiden Toren der entscheidende Mann beim 4:1 im Niederrhein-Duell. Borussia siegte erstmals seit dem 2. November 2019 auswärts.

Borussia hat ihre Negativserie in fremden Stadien beendet. 105 Tage nach dem 2:1 bei Bayer Leverkusen am 2. November 2019 gab es nun nach fünf erfolglosen Versuchen den ersten Sieg in der Fremde. 4:1 gewann das Team von Trainer Marco Rose das Niederrheinduell bei Fortuna Düsseldorf. Kapitän Lars Stindl schoss die Gladbacher mit einem Doppelpack zum Sieg, nachdem Eric Thommy zuvor die Führung durch Jonas Hofmann ausgeglichen hatte. Die Gladbacher sind mit 42 Punkten Vierter und bleiben damit ein konkreter Teil der Spitzengruppe.

Marco Rose blieb sich in der NRW-Landeshauptstadt treu. Wie in den drei zuvor ausgetragenen Spielen des Jahres 2020 gab es eine andere Aufstellungs-Variante. Systemisch blieb er bei dem zuvor in Leipzig (2:2) in der ersten Halbzeit so erfolgreich praktizierten System, das zwischen 5-2-2-1 und 3-4-3 anzusiedeln ist. Personell gab es Neuerungen: Denis Zakaria musste dieses Mal nicht auf die ungeliebte Libero-Position zurückrücken, er bildete mit Florian Neuhaus den Job im Zentrum der Defensive übernahm Tobias Strobl. Vorne kam Lars Stindl anstelle des gesperrten Alassane Plea als zweiter Zehner neben Jonas Hofmann zum Einsatz.

Rose setzte mit dem Duo Hofmann/Stindl und Neuhaus aus der Tiefe klar auf spielerische Elemente, der „Brecher“ Breel Embolo blieb zunächst draußen, die einzige Spitze war wie in Leipzig Marcus Thuram. Auch er ist ein guter Kombinierer. Thuram leitete nach elf Minuten auch die erste große Chance Chance ein, als er zu Grundlinie vorstieß und auf Zakaria zurücklegte, der jedoch hoch übers Tor hinaus schoss. Borussia versuchte im mittig zentrierten System Wege zuzustellen und Fortuna oft in Unterzahlsituationen zu bringen, um Ballverluste zu erzwingen. Bei der Szene mit Thuram und Zakaria klappte das, doch insgesamt standen die Borussen tiefer als Rose vermutlich lieb war.

So kam Fortuna mit ihrem einfachen Spiel – hoch und weit – durchaus zu brauchbaren Aktionen nach vorn – einer dieser langen Bälle landete nach 15 Minuten auf dem Kopf von Valon Berisha, doch Yann Sommer reagierte schnell und richtig, so verhinderte er einen schnellen Rückstand. „Leidenschaft, Einsatz, Heimsieg“ lautet der Slogan des Düsseldorfer Hauptsponsors, das versuchte Fortuna umzusetzen.

In der 22. Minute jedoch nutzten die genannten Eigenschaften nichts, weil es die Fortunen Gladbach allzu leicht machten: Wieder bekam Thuram den Ball, wieder auf rechts, dieses Mal aber zog er nach ihnen und steckte durch zu Hofmann, der einlief und die Tiefe fand – wie in Leipzig traf er, dieses Mal zum 0:1. Die andere Parallele zum Leipzig-Spiel: Das wurde Thuram vor dem 1:0 ebenfalls geschickt, öffnete mit seinem Speed und seiner Dribbelstärke die Räume, die dann genutzt wurden.

Doch Fortuna antwortete schnell: Erik Thommy narrte nach der Hereingabe von Kaan Ayhan die Gladbacher Abwehr und erzielte zwei Minuten später das 1:1. Nun war klar: Borussia würde ihrer Favoritenrolle nicht ohne weiteres gerecht werden können. Nun bebte die Arena. Und Fortuna lebte. Als Rouwen Hennings nach 34 Minuten den Ball im Strafraum bekam, durfte er unbedrängt abschließen, nur knapp verpasste er das 2:1. Das erzielte vermeintlich Neuhaus für Gladbach kurz darauf, doch Vorlagengeber Hofmann hatte nach dem erneuten Steilpass Thurams im Abseits gestanden.

Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Borussia hatte die frühe Führung nicht nutzen können, um dem Spiel die nötige Ruhe zu geben und Fortunas Eifer einzudämmen, doch das gelang wegen des schnellen Gegentores nicht. So war es das Kampfspiel, das Fortuna wohl haben wollte, Borussia konnte ihre spielerischen Vorteile nicht einbringen. Auch, weil dem Gladbacher Spiel jenseits der beiden Situationen mit Thuram Geschwindigkeit, um Fortuna zuzusetzen. Um die Fortuna-Defensive auseinander zu spielen, standen die Borussen wiederum zu tief. Zu wenig Speed, zu wenig Druck – so blieb es ein Spiel voller Gefahren.

Nach der Pause stellte Rose um, nun agierten die Borussen im 4-3-3: Strobl rückte ins defensive Mittelfeld neben Zakaria, Neuhaus wurde Zehner, Stindl zentraler Stürmer und Thuram und Hofmann Außenstürmer. In der vom Team sehr geschätzten Variante sollten Fortuna mehr Aufgaben gestellt werden, indem das Spiel breiter wurde. Da zahlte sich nach 51 Minuten aus. Neuhaus spielte aus der vorgezogenen Position heraus einen feinen Ball auf Thuram, der lebte quer auf den mitgelaufenen Stindl und der schob den Ball ins leere Tore. Die Umstellung hatte die nötigen Räume eröffnet, Borussia nutzte sie. Nun galt es, mit dem 2:1 besser umzugehen als mit dem 1:0.

Nach der Führung gab es Gelegenheiten, schnell das Spiel vorzuentscheiden. Doch auch Fortuna, die ihre Kampfkraft weiter in die Wegschale warf, blieb dran. Auch, weil die Borussen nach der Sturm- und Drangphase gleich nach der Pause wieder zu tief standen und den Gegner damit auf Tuchfühlung zur Gefahrenzone kommen ließen. Doch nach 77 Minuten sorgte Stindl dann für die Entscheidung mit seinem zweiten Tor. Neuhaus legte beim Ex-Verein dann noch nach (82.) Damit bleibt Gladbach in der Rheinland-Wertung klarer Erster mit vier Siegen in vier Spielen gegen die Nachbarschaft aus der Region. „Die Nummer eins sind wir“, sangen die 10.000 Gladbach-Fans in der Düsseldorfer Arena.

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