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Borussia Mönchengladbach schlägt FC Schalke 04 und klettert

Borussia Mönchengladbach : Borussia schafft Anschluss an den siebten Platz

Schalke 04 bleibt Borussia Mönchengladbachs liebster Gegner im eigenen Stadion: Zweimal Fabian Johnson, Oscar Wendt und Raffael sorgten mit ihren Toren für den fünften Sieg im sechsten Rückrundenspiel. 4:2 hieß es am Ende.

Damit liegt Dieter Heckings Mannschaft nach 23 Spieltagen nur noch einen Punkt hinter dem 1. FC Köln, der auf dem siebten Platz steht, der womöglich noch fürs internationale Geschäft reicht. Vor fünf Wochen waren es noch neun Punkte gewesen. Borussia ist bis mindestens Sonntag Achter und darf so langsam wieder vom Einzug in den Europapokal träumen. Am Donnerstag treffen sich Gladbach und Schalke in Gelsenkirchen zum Hinspiel im Europa-League Achtelfinale.

"Heute hat's perfekt geklappt", sagte Matchwinner Johnson zu seinem Auftritt. "Der Heimsieg war mental wichtig für die folgenden Spiele." Auch Coach Hecking durfte sich über ein "super Spiel" freuen. Schalkes Benedikt Höwedes reagierte dagegen konsterniert auf die Niederlage. "Wir haben genau die Fehler gemacht, die wir nicht machen wollten. Wir haben sie dummerweise zum Kontern eingeladen, so kriegen wir drei Kontertore", analysierte der Verteidiger selbstkritisch. "Unsere Fehler wurden katastrophal ausgenutzt."

Hecking wechselt auf einer Position

"Wir werden nicht die ganz große Rotation spielen", hatte Hecking angekündigt, er spielte sogar nur die ganz kleine: Lediglich Fabian Johnson rückte im Vergleich zum Pokalspiel beim Hamburger SV für Jonas Hofmann in die Startelf. Yann Sommer und die Viererkette begannen also zum elften Mal in Folge. Dementsprechend durfte auch Borussias Erfolgsduo Raffael und Lars Stindl wieder anfangen, das den Gastgebern einen furiosen Start bescherte: Nach 30 Sekunden flog Raffaels Linksschuss nur knapp am rechten Pfosten vorbei, nach 80 Sekunden zielte Stindl deutlich ungenauer.

In der ersten Viertelstunde war besonders Patrick Herrmann auf der rechten Seite ein Aktivposten. So zappelte der Ball in der zehnten Minute im Tor — allerdings ging die Fahne des Linienrichters hoch. Herrmann hatte eher unfreiwillig den Ball zu Johnson gespitzelt, der im Abseits stand. Im folgenden Angriff legte Herrmann vom rechten Flügel unsauber zurück. Danach war der Schwung etwas raus.

Schalke kam allmählich besser in die Partie. Nach der ersten Ecke der Gäste verschätzte sich Sommer ein wenig, Nastasic fiel der Ball gegen den Kopf und rollte von da ins Toraus. Am gefährlichsten wurde noch Leon Goretzkas Schuss, den Sommer allerdings am Tor vorbeifliegen ließ. Während die Partie verflachte, setzte ein regelrechter Regensturm im Borussia-Park ein.

Borussia trifft im strömenden Regen

Mitten hinein in den Wolkenbruch fiel das 1:0: Tony Jantschke schickte auf rechts Herrmann, es war wohl knapp gleiche Höhe. Von links lief Johnson in Richtung kurzer Pfosten ein, Benedikt Höwedes und Holger Badstuber verloren ihn völlig aus den Augen — und der US-Amerikaner schoss den Ball an Ralf Fährmann vorbei ins Tor. Die verdiente Führung für Borussia. Zuvor hatte es aber einen Freistoß gegeben, bei dessen Ausführung der Ball noch leicht rollte. Gladbach hätte sich nicht beschweren dürfen, da zurückgepfiffen zu werden.

Unmittelbar danach gelang beinahe das 2:0: Nach einem starken Lupfer in den Strafraum wollte Herrmann den Ball auch über Fährmann heben, ging dabei aber zu Boden — Schiedsrichter Manuel Gräfe entschied sich zu Recht gegen einen Elfmeterpfiff. Anders sah es in der 37. Minute auf der Gegenseite aus, als es einen leichten Kontakt zwischen Thilo Kehrer und Christoph Kramer gab. Den fälligen Elfmeter setzte Nabil Bentaleb sicher in die linke Ecke, Sommer war in die andere unterwegs — zum 14. Mal in Folge ging ein Strafstoß gegen Borussia rein.

Chancen im Minutentakt

Geschockt zeigte sich Gladbach keineswegs. Es gab Chancen im Minutentakt. In der 39. klärte Badstuber nach einer Herrmann-Flanke gerade noch rechtzeitig vor Raffael mit dem Kopf. In der 40. schoss Raffael einen Freistoß aus halblinker Position ans Außennetz, einige Zuschauer hatten ihn schon drin gesehen. Und in der 42. setzte Johnson nach Jantschkes starker Flanke den Ball schließlich volley über das Tor. Die erneute Führung zur Pause wäre absolut in Ordnung gewesen, doch es blieb beim 1:1.

Zur zweiten Hälfte musste Hecking wechseln. Tobias Strobl kam für den angeschlagenen Kramer und machte sein 100. Bundesligaspiel. Fast wäre Borussia einem Rückstand hinterhergelaufen, aber Guido Burgstaller köpfte Kehrers scharfe Flanke links am Tor vorbei. Auf der anderen Seite sorgte Jantschke mit seiner Hereingabe für die erste gefährliche Szene, doch Johnson bekam den Ball nicht richtig verarbeitet. Insgesamt war Borussia wieder das engagiertere Team. In der 53. Minute spielten Stindl und Raffael einen Konter zunächst nicht gut aus, im zweiten Anlauf konnte Stindl abziehen — und Fährmann wehrte stark zur Ecke ab.

Gladbacher Führung nach Traum-Kombination

Es war eine intensive Partie, in der Borussia weiterhin entschlossen angriff. Immer wieder flankte Herrmann, nach gut einer Stunde war Stindl am langen Pfosten sein Abnehmer, aber Fährmann konnte den Direktschuss festhalten. Auf beiden Seiten lag ständig etwas in der Luft. In Führung ging dann wieder Borussia: Raffael tänzelte durch das Mittelfeld und suchte vorne Johnson. Der 29-Jährige, in dieser Woche Vater eines Jungen geworden, legte mit der Sohle ab auf Stindl, der sofort den Doppelpass in seinen Lauf spielte. Johnson blieb cool vor Fährmann und erzielte sein drittes Saisontor.

Nur drei Minuten später gelang Borussia mit einem traumhaften Angriff die Vorentscheidung: Von Torwart Sommer aus kombinierte sie sich mit sechs Pässen über den gesamten Platz, den finalen spielte Mo Dahoud in die Nahtstelle auf Oscar Wendt, der den Ball mit Wucht ins Tor schoss. Wann immer der Schwede in fast sechs Jahren am Niederrhein getroffen hat, verlor Gladbach nicht. Dass es definitiv so blieb, hätten Raffael (74.) und Dahoud (75.) schon klarmachen können. Das vierte Tor gelang dann Raffael in der 76., der Brasilianer musste Strobls starke Hereingabe von rechts nur noch reinschießen. Es wurde eine Demontage für S04.

In der Schlussphase gönnte Hecking seinem Winterzugang die Pflichtspielpremiere für Borussia: Timothée Kolodziejczak ersetzte Andreas Christensen, zuvor war bereits Hofmann für Herrmann gekommen. Gladbach schonte sich ein wenig für das Wiedersehen mit Schalke in der Europa League — so gelang Goretzka per Kopf noch das zweite Tor für die Gäste.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Schalke: Einzelkritik

(jaso)