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Borussia Mönchengladbach: Schiedsrichter Tobias Stieler verteidigt Platzverweis gegen Alassane Plea und fordert Umdenken

Stieler verteidigt Gelb-Rot gegen Plea : „Wir müssen ein Zeichen setzen“

Die Gelb-Rote Karte gegen Borussias Alassane Plea im Topspiel gegen RB Leipzig sorgt für große Diskussionen. Schiedsrichter Tobias Stieler verteidigt den Platzverweis gegen den Angreifer - und fordert ein Umdenken bei den Spielern. Rückendeckung bekommt er vom DFB.

Es war der Aufreger im Topspiel zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach (2:2): In der 61. Minute beschwerte sich Borussias Alassane Plea nach einem vermeintlichen Foul bei Schiedsrichter Tobias Stieler – und sah daraufhin die Gelbe Karte vom Unparteiischen. Zu viel für den Franzosen, der weiter schimpfte und sich mit einer abfälligen Geste in Richtung Stieler abwendete. Die Folge: Plea bekam die Ampelkarte gezeigt. Eine Entscheidung, die für reichlich Diskussionen sorgte.

Borussias Torwart Yann Sommer sah im Platzverweis gegen Plea gar den „Knackpunkt. Wenn man mit zehn Mann gegen eine so starke Mannschaft 30 Minuten hinterherrennen muss, zehrt das an den Kräften.“ Dabei übte der Schweizer durchaus Kritik an Stieler: „Ich weiß nicht, was Alassane gesagt hat. Aber da wäre Fingerspitzengefühl besser gewesen. Das ist ein Spitzenspiel, da sind Emotionen normal.“ Selbst Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann ergriff Partei für den Gegner. „Die Gelb-Rote Karte ist für mich nicht zwingend eine Gelb-Rote Karte, erst recht nicht bei so einem bedeutenden Spiel“, sagte Nagelsmann bei Sky. Borussias Trainer Marco Rose, der ebenfalls Gelb sah, wollte sich nicht explizit äußern. „Dazu haben genug Experten etwas gesagt, die den Fußball spüren und kennen. Das spricht für sich“, sagte Rose.

Stieler verteidigte indes seine Entscheidung. Plea habe seine erste Verwarnung wegen Meckerns nicht akzeptiert und „zweimal eine abfällige Geste in meine Richtung gemacht“, meinte Stieler. Dies sei „eine Unsportlichkeit, eine Respektlosigkeit - und ist so nicht mehr akzeptabel“

Der 28-Jährige verwies zudem auf die verschärfte Regelauslegung, auf die sich die Schiedsrichter bei Reklamationen geeinigt hätten: „Wir Schiedsrichter der Bundesliga und der 2. Liga haben uns dazu in unserem Wintertrainingslager committed. Ich werde nicht der erste Schiedsrichter sein, der dieses Commitment bricht.“ Pleas Reaktion sei für ihn ganz klar „mehrfach eine respektlose Geste“ gewesen, die konsequent zu ahnden sei, erklärte Stieler. Im Vergleich zu den internationalen Ligen sei man in Deutschland in diesem Bereich ein „bisschen nachlässig“ gewesen. „Da muss jetzt ein Umdenken stattfinden“ forderte Stieler, der zudem Zugab, dass er in der Hinrunde wahrscheinlich noch anders agiert hätte.

Rückendeckung erhielt Stieler vom Deutschen Fußball-Bund. „Wir haben eine klare Linie zum Vorgehen gegen Unsportlichkeiten im Vorfeld der Rückrunde definiert und kommuniziert. Beiden Gelben Karten gegen Pléa lagen klare Unsportlichkeiten zugrunde“, sagte Peter Sippel, Leiter Training und Qualifizierung im DFB, am Sonntag in einer Verbandsmitteilung.

„Emotionen der Spieler sind natürlich immer erlaubt, die Grenze zur Unsportlichkeit muss dabei aber eingehalten werden“, sagte Sippel zu der kontrovers diskutierten Szene. „Wir unterstützen die Entscheidung von Tobias Stieler daher ausdrücklich und bestärken unsere Schiedsrichter weiterhin, konsequent gegen Unsportlichkeiten gegenüber dem Spiel, dem Gegner und dem Schiedsrichter vorzugehen.“

Auslöser für die schärfere Regelauslösung war die zunehmende Gewalt gegenüber Schiedsrichter auf den Amateurfußballplätzen. „ Die Hemmschwelle sinkt. Wir müssen ein Zeichen setzen“, sagte Stieler, der klarmachte, dass die Uefa ein solches Verhalten bereits seit Jahren nicht akzeptiere: „International verhalten sich die Mannschaften anders.“

(mit sid)

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(old)