Borussia Mönchengladbach schafft bei Mainz 05 die Wende

Sieg in Mainz : Borussia schafft die Wende dank Elvedi

Borussia Mönchengladbach hat nach zuletzt vier sieglosen Spielen in Serie wieder drei Punkte geholt. In Mainz taten sich die Fohlen lange schwer, ein Treffer aber reichte zum Erfolg.

Borussia hat beim FSV Mainz 05 die Wende geschafft. Durch ein Tor von Innenverteidiger Nico Elvedi, der in der 63. Minute traf, siegten die Gladbacher mit 1:0. Nach zuletzt vier sieglosen Spielen mit nur einem Punkt und insgesamt 2:12 Toren war es der erste Sieg. Damit haben die Borussen im Kampf um die Champions-League-Plätze einen wichtigen Schritt gemacht. Sie sind mit Leipzig gleichgezogen, beide haben 46 Punkte. Und sie werden den Abstand zu den Verfolgern Frankfurt (Montag in Düsseldorf) und Leverkusen (Sonntag in Hannover) mindestens halten.

Trainer Dieter Hecking baute sein Team im Vergleich zum 1:5 gegen die Bayern um. Den angeschlagenen Matthias Ginter ersetzte im Abwehrzentrum Routinier Tony Jantschke, der neben Nico Elvedi spielte. Hinten rechts spielte wieder Fabian Johnson anstelle Michael Langs. Vor der Abwehr setzte Hecking wieder auf Tobias Strobl, der für Christoph Kramer ins Spiel kam. Denis Zakaria bekam den Vorzug vor Florian Neuhaus auf der Acht neben Jonas Hofmann. Nur ganz vorn blieb alles beim Alten: Alassane Plea und Thorgan Hazard kamen über die Flügel, Lars Stindl war der Mann in der Mitte.

Der Kapitän war es auch, der die erste Chance hatte – nach einer Minute, und das in doppelter Ausführung. Nach Hazards Pass kam er zum Abschluss, scheiterte aber am Mainzer Torwart Florian Müller, der wie sein Gegenüber Yann Sommer ganz in Weiß spielte. Sommer musste seine Kleider kurzfristig tauschen, er trug das Outfit, das normalerweise die Feldspieler daheim nutzen. Auch bei Stindls Nachschuss stand Müller im Weg, und ebenso beim dritten Versuch in dieser Szene durch Zakaria. Die Gelegenheit, gleich ein Zeichen zu setzen, blieb ungenutzt.

Die von manchem Experten, darunter der Mainzer Trainer Sandro Schwarz, erwartete Systemumstellung der Borussen gab es nicht. Im 4-3-3 gingen die Fohlen das Unternehmen Wende an - indes mit dem Ansatz, entschlossener zu sein als zuletzt. Spielerisch war der Beleg dafür, dass die Borussen wieder deutlich weniger Ballstafetten hatten, dafür direkter den Weg nach vorn suchten. Mainz hielt dem Einsatzwillen entgegen und versuchte, mit langen Bällen gefährlich zu werden. Die verschiedenen Ansätze schlugen sich in der Statistik nieder: Borussia hatte mehr Ballbesitz (57 Prozent), Mainz die besseren Zweikampfwerte (59 Prozent).

Weil beide Teams auf ihre Art gewillt waren, etwas für einen Sieg zu tun, entwickelte sich ein flottes Treiben im engen Mainzer Stadion. Immer wieder gab es Aktionen vor den Toren, wobei die Borussen die reifere Spielanlage hatten, ohne jedoch weitere ganz klare Abschlüsse zu haben. Zudem leisteten sich die Gladbacher auch den einen oder anderen Ballverlust im Zentrum, was Mainz immer wieder ins Spiel brachte. Nach 30 Minuten wurde Sommer erstmals richtig geprüft, als Levin Öztunali aus 17 Metern schoss, der Schweizer aber sicher zupackte.

Die Mainzer hatten in der Folge immer mehr vom Spiel, waren Stammgast in der Gladbacher Hälfte. Sie kamen öfter zum Abschluss aus der Distanz, zielten aber immer wieder zu hoch. Die Borussen waren viel zu passiv und standen zu tief, um den Gegner wie zu Beginn zu beeindrucken. Ein Spiel ohne die ganz große Struktur ist eher die Sache der Mainzer, und die Borussen kamen in dieser Phase nicht dazu, die nötige Ordnung auf den Rasen zu bringen.

Mainz lag zur Pause bei den Torschüssen (acht zu vier) vorn. Da es beide Teams derzeit nicht auszeichnet, vor dem Tor konsequent zu sein, war das 0:0 zur Halbzeit das fast logische Resultat.

Nach der Pause merkte man den Mainzern den großen Kraftaufwand der ersten 45 Minuten an, sie standen nun viel tiefer. So konnte Borussia wieder mit etwas mehr Ruhe das Spiel aufbauen, doch fehlte meistens das entscheidende Tempo, um Lücken zu finden. Da kam die 63. Minute und Ecke von Thorgan Hazard. Der Belgier führte kurz aus, über Oscar Wendt kam der Ball zu Tobias Strobl, der den Ball zu Nico Elvedi verlängerte. Dieser verwertete den Ball mit dem linken Fuß, es war der 92. Ballkontakt des Schweizers an diesem Nachmittag und sein zweites Tor in dieser Saison.

Borussia hat sich zurück in die Spur gekämpft. Den großen Glanz gab es in Mainz nicht. Doch es ging hier nur darum, wieder auf die Beine zu kommen. Das ist gelungen. Nun geht es am Freitag gegen den SC Freiburg weiter.

Mainz Florian Müller - Brosinski, Bell, Niakhate, Martin - Gbamin, Latza (84. Kunde) - Öztunali (71. Onisiwo), Boetius - Quaison, Ujah (55. Mateta). - Trainer: Schwarz

Borussia Sommer - Johnson, Jantschke, Elvedi, Wendt - Strobl - Zakaria, Hofmann - Hazard (69. Herrmann), Stindl, Plea. - Trainer: Hecking

Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart)

Tor 0:1 Elvedi (63.)

Zuschauer 30.405

Gelbe Karten Boetius (6), Gbamin (2) -

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