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Borussia Mönchengladbach: Rose, Stindl und Kramer erklären überragende Leistung gegen Donezk

„Unglaubliche Wucht und Dominanz“ : Borussen erklären überragende Leistung gegen Donezk

Borussias Power-Fußball sorgte schon zur Pause für eine deutliche Führung in der Champions League bei Schachtjor Donezk. Marco Rose, Lars Stindl und Christoph Kramer sprachen nach dem 6:0-Sieg über einen Matchplan, der nicht besser hätte aufgehen können.

Der folgende Satz dürfte Borussias Cheftrainer Marco Rose nach dem Abpfiff leicht über die Lippen gegangen sein: „Wir haben in dieser Partie eine Menge, wenn nicht gar alles richtig gemacht“, analysierte Rose nach dem klaren 6:0-Sieg seiner Mannschaft am Dienstagabend gegen Schachtjor Donezk.

Der Plan, den Rose und sein Trainerteam für die Partie herausgearbeitet hatten, ging von der ersten Sekunde an auf, oder besser gesagt: das erste Mal so richtig in der achten Minute. Da spielte Florian Neuhaus einen klugen Ball in die Tiefe, überwand damit gleich neun Gegenspieler und schickte Stefan Lainer auf die Reise, der den Ball quer ins Zentrum zum einlaufenden Alassane Plea spielte - das 1:0 und ein Angriff wie aus dem Lehrbuch.

„Wir wollten die Möglichkeiten, die uns vorher aufgezeigt wurden, ausnutzen. Das 1:0 dafür war ein Paradebeispiel. Das war der Plan: schnell über die Außen kommen und den Pass in die Mitte zu spielen, um mit viel Präsenz im Sechzehner das Tor zu machen“, sagte Kapitän Lars Stindl. Die Schwäche, die Donezk bei solchen Bällen schon in der vergangenen Woche gegen Inter Mailand (0:0) gezeigt hatte, wussten die Borussen eiskalt auszunutzen. Immer wieder stand die letzte Abwehrreihe hoch, die Räume dahinter fanden die Gladbacher mit klugen Pässen auf die Außenverteidiger Lainer und Ramy Bensebaini.

„Anfangs brauchten wir noch ein wenig Justierung, doch als die Diagonalbälle hinter die Abwehr ankamen, sah das sehr gut aus. Die Mannschaft hat den Matchplan super umgesetzt“, sagte Rose. Nach 26 Minuten stand es bereits 3:0. Donezk, das das Auftaktspiel der Gruppenphase gegen Real Madrid überraschend mit 3:2 gewonnen hatte, war mit dem aggressiven und entschlossenen Auftritt der Borussen komplett überfordert. „Die Jungs waren von der ersten Minute an da, haben den Gegner unter Druck gesetzt und dadurch viele Bälle gewonnen“, sagte Rose.

„Wir wollten giftig sein und haben das gleich gezeigt. Wir hatten immer wieder Ballgewinne, haben zielstrebig zum Tor gespielt und in den richtigen Situationen die Tore gemacht“, sagte Stindl, der mit zwei Vorlagen und seinem Tor in der 65. Minute an drei Treffern beteiligt war. Doch Zweifel, dass das Spiel noch in die andere Richtung kippen könnte, dürfte spätestens zur Pause kaum noch jemand gehabt haben. Dafür spielten die Gladbacher zu souverän. „Wir haben immer mal wieder eine Ballstafette aufgezogen, um Ruhe reinzubringen. Das war insgesamt eine sehr reife Leistung“, sagte Stindl.

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Christoph Kramer, der auf der Doppelsechs wieder mit Florian Neuhaus vereint war und weite Wege lief, um die Bälle früh zu erobern, sagte außerdem: „Wir wussten, dass sie viele gute Fußballer haben, die immer den Ball haben wollen. Deswegen war klar, dass wir viel Ball haben müssen, das mögen sie nicht. So haben wir eine unglaubliche Wucht und Dominanz entwickelt. Das war der Gewinn auf unserer Seite.“

Fünf Punkte haben die Borussen nun nach den ersten drei Partien gesammelt. „Das hätten wir im Vorfeld alle unterschrieben. Natürlich wäre bislang mehr drin gewesen. Jetzt werden uns die Mannschaften auf keinen Fall unterschätzen. Deswegen kommen jetzt auch andere Spiele auf uns zu, in denen wir sehr auf der Hut sein müssen“, sagte Kramer.

Für ihn persönlich gab es am Dienstag nur einen Wermutstropfen: Die Uefa wertete „sein“ Tor zum 3:0 als Eigentor. Das wollte Kramer jedoch nicht auf sich sitzen lassen und suchte deshalb gleich nach dem Spiel den Weg in die Schiedsrichterkabine. „Er guckt sich das noch mal ganz genau an. Ich bin mir sicher, dass ich das noch für mich gezogen habe, weil der Ball natürlich auch so reingeht, das hat jeder gesehen“, sagte Kramer grinsend.

Ob er den niederländischen Schiedsrichter tatsächlich überzeugt hat, bleibt bis Mittwoch abzuwarten. Am späten Dienstagabend führte die Uefa noch Valeriy Bondar als Torschützen.