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Borussia Mönchengladbach: Roland Virkus und Adi Hütter zur Ginter-Kritik

„Das macht man nicht“ : Beziehung zwischen Ginter und Borussia endet im Zwist

Matthias Ginter könnte am Samstag zum letzten Mal für Borussia zum Einsatz kommen – viel spricht aber nicht dafür. Der Verteidiger kritisierte zuletzt den Klub deutlich. Nun haben sich Trainer Adi Hütter und Manager Roland Virkus dazu geäußert.

Der letzte Spieltag bietet – noch dazu, wenn ein Heimspiel ansteht – immer die Gelegenheit, die Spieler zu verabschieden, die den Klub im Sommer verlassen werden. Bei der Borussia ist das in diesem Jahr gar nicht so einfach, denn es dürfte durchaus noch einige Abgänge in den kommenden Wochen und Monaten geben, nur stehen diese eben noch nicht fest. Bei Matthias Ginter dagegen herrscht Klarheit: Der Nationalspieler verlässt die Borussia nach fünf Jahren ablösefrei und kehrt zum SC Freiburg zurück.

Normalerweise sollte die Verabschiedung eines langjährigen Stammspielers herzlich ausfallen, im Falle Ginter dürfte sie indes eher frostig ablaufen. Dass Ginter trotz einiger Personalsorgen in der Abwehr am letzten Spieltag nochmals zum Einsatz kommt für die Borussia, wäre eher schon eine Überraschung. Auf die Frage, ob Ginter am Samstag zumindest für einige Minuten spielen werde, antwortete Trainer Adi Hütter am Donnerstag auf der Pressekonferenz, dass er sich zur Aufstellung nicht äußern werde.

Seit der 1:3-Niederlage im Derby gegen Köln, als Ginter nach einem Schlag auf die Sohle, den er in der Entstehung des Gegentores zum 0:3 abbekommen hatte, ausgewechselt wurde, hat Ginter in Hütters Aufstellungen keinen Platz mehr gefunden. Nur beim Benefizspiel am Mittwochabend gegen die Ukraine (1:2) spielte der Nationalspieler eine Halbzeit. Und die Chancen auf einen letzten Liga-Einsatz sind ganz sicher seit Anfang der Woche nicht gestiegen.

Da kritisierte der 28-Jährige im Fan-Podcast „Mitgeredet“ den Klub, sprach von einem „Alibi-Angebot“, dass der Verein ihm im vergangenen Herbst gemacht habe und monierte darüber hinaus, dass unter Trainer Marco Rose noch mit ihm geplant worden wäre, er dann aber im vergangenen Sommer erfahren habe, dass der Verein ihn verkaufen wolle. „Da ist etwas kaputtgegangen“, sagte Ginter.

Mit diesen Aussagen konfrontiert, erwiderte Hütter am Donnerstag nur: „Am besten ist, wenn man wenig dazu sagt. Es gibt eben Leute, die es anders nach außen kommunizieren.“ Derweil betonte Sportdirektor Roland Virkus zwar, dass er keine detaillierte Kenntnis habe über Borussias Angebot an Ginter im vergangenen Herbst, das sein Vorgänger Max Eberl noch abgegeben hatte. Doch zu Ginters Vorgehen allgemein hatte er eine klare Meinung.

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„Ich habe im Leben gelernt, niemals schlecht über andere Menschen und niemals schlecht über seinen Arbeitgeber zu sprechen. Das macht man nicht. Das ist meine persönliche Einschätzung, und das habe ich Matthias Ginter auch so gesagt. Das muss er mit sich selber ausmachen. Ich glaube, dass er hier viele Erfolge mit dem Klub gefeiert hat, Champions League und Europa League gespielt hat. Das steht“, sagte Gladbachs Sportdirektor und fügte hinzu: „Was da gewesen ist, mag ich nicht beurteilen. Ich wäre es anders angegangen, das ist aber meine persönliche Meinung.“

Am Ende der vorigen Saison fuhr Matthias Ginter noch als Gladbacher Marathonmann, der in 46 Pflichtspielen keine Sekunde verpasst hatte, zur Europameisterschaft, bei der er in Jogi Löws Team Stammspieler war. Eine allseits verkorkste Saison später endet die Beziehung zwischen Borussia und einem ihrer langjährigen Führungsspieler im Zwist.

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