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Borussia Mönchengladbach: Roel Brouwers arbeitet an seiner Trainerkarriere

Borussias ehemaliger Kult-Verteidiger : Brouwers arbeitet jetzt an seiner Trainerkarriere

Der Kult-Borusse Roel Brouwers kümmert sich aktuell um die Defensive von Roda Kerkrade. Er kann sich jedoch vorstellen, zukünftig Coach in Deutschland zu werden.

Roel Brouwers ist im Moment vor allem zu Hause, wie alle Welt wegen Corona. Er hat aber viel zu tun.  Der 38-Jährige ist mit seiner Familie umgezogen, da gibt es noch das eine oder andere im neuen Heim zu werkeln. Und Hauslehrer ist Borussias früherer Abwehrmann. Auch das liegt an der Corona-Krise. Die drei Kinder sind daheim, er und seine Frau Saskia übernehmen den Unterricht. „Sie sind in der Grundschule, da ist das kein Problem“, sagt Brouwers. Er gibt zu, dass er Mathematik „immer schön fand“.

Im Hauptberuf ist er, wenn derzeit auch etwas reduziert, seit September 2019 Defensiv-Trainer beim niederländischen Zweitligisten Roda Kerkrade. „Roda müsste eigentlich erstklassig sein. Wir arbeiten daran, wieder etwas aufzubauen“, sagt der Ex-Gladbacher. Brouwers war schon mal dabei, als ein Fußballklub etwas aufbaute: in Gladbach. Als er 2007 vom SC Paderborn kam, waren die Borussen Zweitligist. Er gehörte zum Aufstiegsteam und war danach als „Mr. Zuverlässig“ in der Abwehr mit dafür zuständig, dass Borussia erstklassig blieb.

2011, nach der Relegations-Rettung, war es sein Befreiungsschlag, der den rasanten Aufschwung am Niederrhein einleitete – Brouwers‘ langen Ball verlängerte Igor de Camargo zum 1:0-Sieg beim FC Bayern ins Tor. „Es wäre komisch, wenn ich sagen würde, es war ein gewollter Pass“, sagt er. Aber der vierte seiner insgesamt sechs Assists für Gladbach war der mit dem größten Effekt: „Damit hat alles angefangen.“ Der Fast-Absteiger startete durch bis in die Champions League.

Brouwers hat insgesamt 210 Pflichtspiele für Gladbach gemacht (16 Tore), gespielt hat er in sechs Wettbewerben: in Liga zwei, der Bundesliga, im DFB-Pokal, in der Europa League, in der Champions League und in der Relegation. „Ich glaube, das kann kein anderer bei Borussia von sich behaupten“, sagte Brouwers, der auch Kapitän in Gladbach war.

Und er war ein Liebling der Kurve. Das Fanprojekt widmete ihm ein eigenes T-Shirt, „Roooooooel“ steht darauf, so wie es die Fans riefen, wenn sein Name bei der Aufstellung dran war. 2016 ging er. Doch ist er nach wie vor Kult, das merkt er, wenn er zurückkommt, um sich Spiele der aktuellen Borussia anzusehen. „Borussia bleibt mein Verein“, sagt Brouwers. Er ist auch einer der virtuellen Guides im Borussen-Museum. Dass er sich Gladbach noch immer verbunden fühlt, zeigte er zuletzt, als er sich für ein Projekt einsetzte, das lokale Unternehmen der Stadt in der Krise unterstützt.

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Brouwers wollte nach Gladbach noch in Kerkrade spielen, doch sein Körper machte nicht mehr mit. Im Oktober 2016 machte er Schluss mit dem aktiven Fußball, er kümmerte sich fortan um soziale Projekte des Klubs. Nun geht er seine Trainer-Karriere an, er ist quasi im Azubi-Status. „In meinem jetzigen Job kann ich viel lernen und wichtige Erfahrungen sammeln“, sagt Brouwers. Bis 2021 läuft sein Vertrag. „Wenn es klappt mit der Trainerlaufbahn, sehe ich mich aber eher in Deutschland arbeiten“, sagt Brouwers.

Denn hier hat er sich einen guten Namen gemacht, erst in Paderborn, dann in Gladbach. In seiner Heimat wurde nicht so recht wahrgenommen, dass er zwischenzeitlich bei Borussia ein Teil der besten Defensive Europas und einer der torgefährlichsten Abwehrspieler war. Für einen Einsatz im Nationalteam hat es nicht gereicht. „Natürlich hätte ich gern für Oranje gespielt. Aber es ist auch nicht so, dass ich deswegen total traurig bin“, sagt Brouwers. 2008 war er trotzdem bei der EM dabei. Als Fan zeltete er mit Kumpels auf einem Campingplatz in Bern.