Borussia Mönchengladbach: Rene Maric wurde von Blogger zum Co-Trainer im Profifußball

Borussias künftiger Co-Trainer : Der verrückte Aufstieg des Rene Maric

Marco Rose kommt im Sommer mit drei Assistenztrainern zu Borussia. Neben Stürmertrainer Alexander Zickler und Athletikcoach Patrick Eibenberger bringt er seinen Co-Trainer Rene Maric mit. Der arbeitete sich vom Internet in den Profifußball.

Im Sommer wird Marco Rose, aktuell noch bei RB Salzburg tätig, das Traineramt von Dieter Hecking bei Borussia Mönchengladbach übernehmen. Der neue Coach kommt jedoch nicht allein nach Mönchengladbach, er bringt große Teile seines Trainerteams vom österreichischen Meister mit. Das sind Athletikcoach Patrick Eibenberger, Alexander Zickler, der als ehemaliger Top-Angreifer des FC Bayern München die Borussen-Stürmer zukünftig verbessern soll, und ein 26 Jahre altes Taktik-Genie, das sich im Internet für eine Position im Profifußball empfohlen hat: Rene Maric.

Selbst hatte der studierte Psychologe einst das Ziel, Profifußballer zu werden. Zwei Kreuzbandrisse mit Meniskus-Operation, ein Schlüsselbein- und Beckenbruch sowie ein Knochentumor zwangen Maric jedoch, seine aktive Karriere frühzeitig zu beenden. Doch er blieb dem Fußball treu, schmiss sich in die Theorie und befasste sich mit allen taktischen Feinheiten des Sports. Maric entwickelte sich zum Taktikexperten, er bloggte seine Eindrücke auf dem Portal „spielverlagerung.de“. Diese Internetseite hat sich in den vergangenen Jahren zum etabliertesten Taktikportal entwickelt — und wurde für Maric zum großen Sprungbrett.

Thomas Tuchel wurde auf den damaligen Teenager, der für „spielverlagerung.de“ nicht nur aktuelle Spiele sondern auch historische Partien analysierte, aufmerksam, kontaktierte ihn und tauschte sich mit ihm über taktische Themen aus. Als 19-Jähriger arbeitete Maric sogar ein Jahr lang freiberuflich für den heutigen Trainer von Paris Saint-Germain.

Auch die Spiele des U18-Teams von RB Salzburg analysierte Maric in seiner Zeit als Blogger, nahm es dezidiert auseinander und sendete seine Ergebnisse an den damaligen Coach dieser Mannschaft: Marco Rose. Beide tauschten sich fortan regelmäßig schriftlich aus. „Das hat sich über vier, fünf Monate so gezogen. Irgendwann war ich so dreist und habe gefragt, ob es eine Chance gibt auf eine Zusammenarbeit“, erklärte Maric einst. Im Juli 2016 ging sein Wunsch in Erfüllung, Rose holte ihn in sein Trainerteam.

Gemeinsam holten sie 2017 den nationalen U18-Titel, im gleichen Jahr gewann sie die Youth League der U19-Mannschaften. 2018 wurde das Gespann Rose/Maric österreichischer Meister mit den Profis von RB Salzburg, führte das Team dazu bis ins Halbfinale der Europa League. In dieser Saison stehen sie erneut vor dem Meistertitel.

Im kommenden Sommer heuern sie in Mönchengladbach an. Rose, einer der zuletzt begehrtesten Trainer Europas, und sein junger Co-Trainer, der Taktikfuchs Maric, der es geschafft hat - vom Blogger zum Spezialisten im Profifußball.

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