1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Reitz, Zakaria, Thuram, Plea, Embolo und Co. sind Pausen-Profiteure

Vor den Englischen Wochen : Welche Borussen von der Länderspielpause profitieren können

Während einige Borussen mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind, haben mehrere Kollegen nun die Gelegenheit, sich in Gladbach zu 100 Prozent in Form zu bringen. Andere kämpfen um ihren Kaderplatz.

Ob sie die nächsten 17 Spiele in 67 Tagen absolvieren müssen oder doch 68 Tage Zeit haben, erfahren die Borussen erst nach der DFB-Pokal-Auslosung Ende des Monats. Das Mammut-Programm wird nur unterbrochen von einer Länderspielpause im November. Die Nationalspieler werden auch dann nicht verschnaufen können, und für viele der Daheimgebliebenen wird es vermutlich nur darum gehen, ein bisschen Kraft zu tanken, um in dieser Saison nicht am Ende zusammenzubrechen wie ein ausgehungerter Tour-de-France-Fahrer auf dem Weg nach Alpe d’Huez.

Die aktuelle Pause ist die einzige, in der es nicht ausschließlich darum geht, zu regenerieren. Noch spüren die Fohlen die Saison nach vier Pflichtspielen nicht in den Knochen. Ein paar von ihnen müssen die nächsten Trainingstage und das Testspiel gegen Fortuna Düsseldorf sogar besonders gut nutzen: die Rekonvaleszenten und die Wenig-Spieler.

Trainer Marco Rose hat die Hoffnung auf ein Comeback von Denis Zakaria ein wenig gedämpft. Es gibt tatsächlich keinen Anlass, etwas über das Knie zu brechen, nur damit der Schweizer ein paar Spielminuten in die Beine bekommt. Er wird in den kommenden Wochen nach der ersten langen Verletzungspause selbst erst merken, wie sein Körper reagiert. Ziel muss ein Kaderplatz gegen den VfL Wolfsburg am 17. Oktober sein.

Breel Embolo hatte den schon wieder im Derby gegen den 1. FC Köln und feierte ein Kurz-Comeback. Auch er muss es aber noch vorsichtig angehen lassen. Rose benötigt ihn spätestens in der Champions League bei Inter Mailand als Startelf-Kandidat. Dass die Schweizer Nationalmannschaft Embolo nicht nominiert hat, könnte sich irgendwann vielleicht als Glücksfall erweisen.

Auch Marcus Thuram, dem Rose bescheinigte, dass „noch ein paar Prozent“ fehlen, und Alassane Plea wird die Länderspielpause gut in den Kram passen. Gegen Wolfsburg werden sie, sofern es keine unvorhergesehenen Rückschläge gibt, so sehr im Saft sein, dass sie zu Beginn der Schlussphase nicht pumpen.

Laszlo Bénes steht für die Grenzregion zwischen Rekonvaleszent und Wenig-Spieler. Mit Letzteren sind weniger Profis wie Tony Jantschke oder Patrick Herrmann gemeint, die ihren Kaderplatz sicher haben. Es geht um diejenigen, die sich strecken müssen, um von Position 17 bis 20 nicht irgendwann abzurutschen und auf der Tribüne zu landen. In vier Pflichtspielen nominierte Rose zweimal nur 19 statt der erlaubten 20 Spieler, weil so viele verletzt waren. Diese Zeiten sind vorbei.

Torben Müsel, zuletzt mal bei der U23 im Einsatz, dürfte künftig große Probleme haben, in den Kader zu rutschen. Auch die Zeit, in der Michael Lang regelmäßig dabei war, dürfte vorbei sein, sobald Valentino Lazaro fit ist, der für die rechte Seite geholt wurde. Er gefährdet nicht nur Langs Kaderplatz, sondern auch Ibrahima Traorés. Der spielte in der Liga lediglich drei Minuten gegen Köln, als Rose erstmals mehr als drei Wechsel vollzog. Traoré wird sich gegen Düsseldorf zeigen müssen, sonst wird es – wie schon häufig in der vergangenen Saison – eng.

Ob Bénes am Donnerstag schon so weit ist, bleibt offen. Dass der Slowake in der Hinrunde der vergangenen Saison zum erweiterten Stamm unter Rose gehörte und mitunter Florian Neuhaus auf die Bank verdrängte, ist beinahe in Vergessenheit geraten. Bénes muss erst einmal an Rocco Reitz, dem aktuellen Vorzeige-Fohlen, vorbei. Und dann wird es darauf ankommen, wie viele zentrale Mittelfeldspieler in der Startelf stehen. Bénes oder Reitz im Kader? Die Antwort könnte in wenigen Wochen lauten: keiner von beiden.

Reitz immerhin kann gegen Fortuna noch einmal punkten. Er hätte sich sein Bundesliga-Debüt in einem passenden Moment verdient, nachdem er in der Vorbereitung so auf sich aufmerksam gemacht hat.