Borussia Mönchengladbach: Rasen nach nur sechs Spielen hinüber

"Katastrophale Wiese": Borussias Rasen nach nur sechs Spielen hinüber

Nach dem Spiel zwischen Gladbach und Dortmund übertrafen sich Spieler und Verantwortliche beider Klubs mit vernichtenden Aussagen über die Platzverhältnisse. Weltmeister Mario Götze sprach von "Eiskunstlauf".

"Dann muss er seinen Rasen wohl besser pflegen", sagte Jonas Hofmann und lachte. Sein ehemaliger Teamkollege bei Borussia Dortmund, Mario Götze, hatte den Rasen im Gladbacher Borussia-Park am Sonntag mit dem in seinem eigenen Garten verglichen. "Wie Eiskunstlauf" seien die ersten 20 Minuten gewesen, der Weltmeister wechselte dann auch seine Schuhe. "Wir haben erstmal verdutzt geschaut, als wir die vielen grünen Kreise gesehen haben", gab aber auch Hofmann zu. Sogar eine Spielabsage hatte im Raum gestanden, aber Schiedsrichter Bastian Dankert gab grünes Licht für den grün-braunen Flickenteppich.

Kein Vertreter beider Seiten war begeistert gewesen über den Untergrund. "Absichtlich machen wir das sicher nicht. Dann würden wir uns ja selbst schwächen. Wir sind eine Mannschaft, die Fußball spielen will", wies Sportdirektor Max Eberl jegliche Vermutungen von sich, seinen Gladbachern könnten die widrigen Platzverhältnisse entgegengekommen sein. Immerhin brachte ihnen der Rasen ein Extralob von Peter Stöger ein. "Die Gladbacher haben das außergewöhnlich gut gemacht haben, auf dieser katastrophalen Wiese so Fußball zu spielen", sagte der BVB-Trainer.

Mit dem Abpfiff hatte es der Rasen hinter sich, nach nicht einmal drei Monaten und nur sechs Spielen. Das erste Rückrundenspiel gegen den FC Augsburg hatte ihn arg in Mitleidenschaft gezogen, das zweite gegen RB Leipzig den Rest gegeben – doch es ist eben keine Hochsaison für Rollrasen, so dass rechtzeitig für das Dortmund-Spiel am Sonntag keine 8000 Quadratmeter zu bekommen waren bei der Firma Peiffer aus Willich. Die besitzt jedoch nicht nur Flächen am Niederrhein, Borussias neuer Rasen kommt aus Ostdeutschland. Der alte wird ab Mittwoch abgetragen.

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Gladbachs Verteidiger Matthias Ginter war etwas ratlos angesichts der Platzverhältnisse. "Es war ja erst das dritte Spiel in diesem Jahr. Das ist natürlich ärgerlich, weil beide Mannschaften über das Spielerische kommen. Aber wir haben noch das Beste draus gemacht", sagte er. "Man muss es sich wirklich vorstellen wie einen Acker, uneben und weich."

Zuletzt wurde der Rasen übrigens Ende November ausgetauscht - in der Woche nach dem Heimsieg gegen den FC Bayern. Seitdem hat Borussia nur noch zwei von elf Pflichtspielen gewonnen.

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(jaso)