Borussia Mönchengladbach: Ramy Bensebaini will in die Champions League

Nach gutem Einstand in Köln : Champions-League-Ansage von Bensebaini

Beim 1:0 in Köln gab Ramy Bensebaini sein Borussia-Debüt. Hinterher äußerte er offen sein Ziel: die Champions League.

Für Trainer Marco Rose war das Derby in Köln eigentlich noch nicht der richtige Anlass für die Premiere von Ramy Bensebaini im Borussia-Trikot. Doch weil sich Oscar Wendt am Morgen vor dem Duell der Rhein-Rivalen krank abmeldete, war der Samstag doch der Tag, an dem der Algerier sein Debüt feierte. Und es war ein erfolgreiches. Weil Gladbach 1:0 gewann. Und weil Bensebaini selbst einen guten Eindruck in seinen ersten 90 Minuten in der Bundesliga hinterließ.

„Ramy hat es richtig, richtig gut gemacht“, lautete das Urteil von Rose. „Ich freue mich, dass es in meinem ersten Spiel gleich mit einem Sieg geklappt hat“, sagte Bensebaini, der seinerseits erstaunt war von der Stimmung in Köln. „Ich habe vorher schon gewusst, was es bedeutet, ein Derby zu spielen, aber wie großartig die Atmosphäre sein wird, habe ich nicht gewusst“, sagte er.

Ein Grund, warum Borussia den Linksverteidiger im Sommer für acht Millionen von Stade Rennes verpflichtete, ist seine Stärke im Spiel gegen den Ball. Bensebaini ist ein Spieler mit einer gewissen Grundaggressivität, bei seiner Vorstellung vor einigen Wochen sagte er selbst, dass er jederzeit alles dafür tue, dass seine Mannschaft in Ballbesitz gerät. Diese Eigenschaft hat er auch in Köln an den Tag gelegt. „Unsere körperliche Spielweise war einer der Schlüssel zum Sieg“, sagte Bensebaini. „Wir wussten, was im Derby auf uns zukommen wird und dass wir dagegenhalten müssen. Das ist uns gelungen.“

Dabei musste der algerische Nationalspieler aber auch einstecken. Bei einem Zusammenprall mit einem Kölner Spieler sowie Denis Zakaria wurde Bensebaini im Gesicht getroffen und musste sich behandeln lassen. Seine Nase war in dieser Situation in Mitleidenschaft gezogen worden. Doch nach der Partie konnte er Entwarnung geben. „Ich weiß gar nicht, wer mich getroffen hat, aber zum Glück ist nichts kaputt gegangen, es ist wieder alles in Ordnung“, sagte Bensebaini. Eine unschöne Erinnerung an das Derby blieb ihm also erspart.

In Ordnung fanden neben Trainer Rose auch seine Spieler-Kollegen, wie sich der 24-Jährige bei seinem Einstand geschlagen hat. „Er hat es gut gemacht“, sagte Christoph Kramer, der ihm zudem eine „absolut saubere Technik“ zusprach.

Bensebaini könnte, sofern er die ersten Eindrücke bestätigt, tatsächlich Wendt auch auf Dauer auf der linken Seite beerben. Am Donnerstag im Europa-League-Spiel wird der Algerier vielleicht gleich die nächste Gelegenheit bekommen, sich zu präsentieren. Mit seinem Ex-Klub Rennes schaffte er es in der vergangenen Saison in diesem Wettbewerb bis ins Achtelfinale. „Es ist immer etwas Besonderes, in der Europa League zu spielen, ich freue mich darauf, dass es dort endlich losgeht“, sagte Bensebaini, der aber auch bereits seine Hoffnung äußert, dass Borussia in der nächsten Saison nicht mehr in diesem Wettbewerb, sondern gegen noch größere Mannschaften antreten wird. „Toll wäre es, wenn wir nächste Saison in der Champions League spielen würden“, sagte Bensebaini.

Dass Borussia und ihr neuer Linksverteidiger das schaffen, ist ihnen zuzutrauen. Mit sieben Punkten aus den ersten vier Spielen ist der Start in der Bundesliga gelungen. Mit den Partien gegen Düsseldorf (Sonntag, 15.30 Uhr), in Hoffenheim (Samstag, 28. September, 15.30 Uhr) und gegen Augsburg (Sonntag, 6. Oktober, 13.30 Uhr) stehen Aufgaben an, in denen die Gladbacher ihr Punktekonto durchaus mächtig auffüllen können. Wenn sie sich weiter steigern wie bisher, ist es durchaus möglich, dass Borussia die auf diese Spiele folgende Länderspielpause bereits auf einem Platz verbringt, der am Ende der Saison Bensebaini den Wettbewerk beschert, den er sich jetzt schon wünscht.

Mehr von RP ONLINE