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Borussia Mönchengladbach: Ramy Bensebaini schon aus Algerien abgereist

Ohne Aussicht auf Nationalelf-Einsatz : Bensebaini ist nach fünf Tagen zurück bei Borussia

Die Nominierung Ramy Bensebainis für die algerische Nationalmannschaft kam in der vergangenen Woche überraschend. Mittlerweile ist der Borusse wieder abgereist, kam aber vorher noch einer Verpflichtung nach, die keinen sportlichen Wert hatte.

Den Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach waren in der vergangenen Woche die Hände gebunden, als Ramy Bensebaini am Mittwoch in den Flieger stieg, um zur algerischen Nationalmannschaft zu reisen. Nominiert ein Verband einen Spieler in der Abstellungsperiode der Fifa, muss der Verein ihn gehen lassen – unabhängig davon, ob das Sinn ergibt oder nicht.

Im Fall Bensebainis soll Borussia über dessen Berufung nicht gerade erfreut gewesen sein. Denn der Linksverteidiger hatte sich Anfang September bei der algerischen Nationalmannschaft an der Leiste verletzt, erlitt in Gladbach dann einen weiteren Rückschlag und ist gerade erst wieder dabei, sich dem Mannschaftstraining zu nähern. Unter Borussia-Trainer Adi Hütter hat Bensebaini gerade einmal 135 Minuten gespielt und einen Großteil der Saisonvorbereitung verpasst, nachdem er sich im Trainingslager bereits eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte.

Immerhin haben sich die Befürchtungen einiger Gladbach-Anhänger, Bensebaini würde nun plötzlich wieder für Algeriens Nationalteam auflaufen, nicht bestätigt. Den 6:1-Sieg gegen Niger in der WM-Qualifikation erlebte Bensebaini am vergangenen Freitag als Reservist. Im Rückspiel am Dienstagabend hätte der 26-Jährige ebenfalls nicht mitwirken können, weshalb Nationaltrainer Djamel Belmadi, der 2019 den Afrika-Cup mit Algerien gewann, zu dem Entschluss kam, Bensebaini wieder zurück nach Deutschland zu schicken. Dass Fußballer mittlerweile nicht nur sportliche Verpflichtungen haben, zeigt die Tatsache, dass Bensebaini kurz vor seiner Abreise noch als neuer Markenbotschafter eines Mobilfunkanbieters vorgestellt wurde.

Zugutehalten kann man dem Verband allerdings, dass in knapp drei Monaten der Afrika-Cup beginnt und Bensebaini trotz seiner Verletzung so immerhin bei einem Teil der Mannschaftsbesprechungen dabei sein konnte. Ähnlich war die Situation bei Breel Embolos Nominierung für die Schweizer Nationalmannschaft im September, als es für den Stürmer darum ging, den neuen Nationaltrainer Murat Yakin kennenzulernen.

Für die Algerier stehen in der Länderspielpause im November die letzten beiden Pflichtspiele vor dem Afrika-Cup an, der im kommenden Jahr am 9. Januar startet. Bensebaini und seine Landsleute treffen in der Gruppe E auf Sierra Leone (11. Januar), Äquatorialguinea (16. Januar) und die Elfenbeinküste (20. Januar). Das Finale, auf das Algerien als Titelverteidiger realistische Chancen hat, ist auf den 6. Februar terminiert. Borussia muss daher zum Rückrunden-Start wieder einige Wochen auf Bensebaini verzichten, der zuletzt vom 18-jährigen Luca Netz vertreten wurde.