Borussia Mönchengladbach: Ramy Bensebaini Marco Roses nächstes Opfer?

Überrascht Borussia-Trainer Rose erneut? : Darum droht Bayern-Held Bensebaini jetzt die Bank

Bei Marco Rose hat kein Spieler außer Yann Sommer eine Startelf-Garantie. Borussias Trainer hat eine große Auswahl an guten Kickern und nutzt diese auch – egal, wie gut die Leistung in der Vorwoche war. Nun könnte Ramy Bensebaini das „Opfer“ sein.

Ramy Bensebaini hat einen richtigen Lauf. Beim 1:0-Sieg beim Wolfsberger AC überzeugte er als Innenverteidiger, gegen den SC Freiburg (4:2) bereitete er ein Tor vor und sorgte mit einer Vielzahl an Rettungsaktionen – unter anderem mit der Hacke auf der Linie – für Aufsehen, und er erzielte gegen Bayern München beide Tore bei Borussias 2:1-Sieg. Gerade sein letztes Erlebnis spricht aber nicht nur dafür, dass er sich derzeit in Top-Form befindet, sondern auch dafür, dass Bensebaini am Donnerstag gegen Basaksehir FK (21 Uhr) nur auf der Bank sitzt.

Denn in den vergangenen beiden Partien war es so, dass die entscheidenden Männer des vorherigen Spiels aus der Startelf flogen. Nach seinem goldenen Tor gegen Wolfsberg fand sich Lars Stindl gegen Freiburg auf der Ersatzbank. Dort waren Breel Embolo (zwei Tore, eine Vorlage) und Patrick Herrmann (ein Treffer, ein Assist) die Hauptverantwortlichen für den Sieg, gehörten dann gegen Bayern aber überraschend nicht zur ersten Elf. Bensebaini könnte das nun auch blühen – aber nicht, weil Trainer Marco Rose diese Serie beibehalten will, sondern weil er zum einen seinen enorm hochwertig besetzten Kader ausnutzen möchte und zum anderen beim Gegner für einen Überraschungsmoment bei der Bekanntgabe der Aufstellung sorgen möchte.

„Ich war überrascht, dass ich nicht von Beginn an gespielt habe“, sagte Breel Embolo nach dem Bayern-Spiel, bei dem er als Joker mitgewirkt hatte. „Aber ich weiß ja mittlerweile, wie unser Trainer tickt. Bei ihm kann man nie sicher sein, ob man spielt oder nicht.“ Wobei es doch einen Spieler gibt, der sich schon sicher sein kann: Keeper Yann Sommer. Ansonsten muss sich jeder Spieler wöchentlich neu beweisen – und darauf hoffen, dass er Bestandteil von Roses Plan für das nächste Spiel ist.

Beim Beispiel Bensebaini gibt es auch echte Fakten, die dafür sprechen, dass es auf der Position des Linksverteidigers zum Wechsel gegen Basaksehir kommen könnte. Sein Kontrahent Oscar Wendt saß in dieser Spielzeit noch nie in zwei aufeinanderfolgenden Pflichtspielen auf der Bank, außerdem überzeugte er gerade in der Offensive, die gegen den türkischen Europa-League-Gegner entscheidend sein wird. In vier seiner vergangenen sechs Einsätze war Wendt jeweils an einem Gladbacher Treffer beteiligt (zwei Tore, zwei Vorlagen). Beim 1:0 beim Wolfsberger AC spielte er beispielsweise den tollen Pass auf Lars Stindl, der vollstreckte.

Doch nicht nur auf der linken Abwehrseite wird Rose sich genau überlegen, für welche Besetzung er sich entscheiden wird. 21 Spieler befinden sich derzeit im Kader der Borussen, die das Potenzial haben, eine Rolle in seinen Überlegungen zu spielen. Rechts hinten könnten Fabian Johnson oder Jordan Beyer dem dauerspielenden Stefan Lainer mal eine Pause bescheren, ins Abwehrzentrum könnte Tony Jantschke rutschen. Im Mittelfeld gibt es eine Reihe an guten Spielern, gerade auf der „Acht“ rotiert Rose häufig. Und auch im Sturm melden viele Akteure Ansprüche an.

Gegen Bayern setzte Gladbachs Trainer überraschend auf Stindl und Alassane Plea neben Marcus Thuram. Gegen Basaksehir dürften Thuram, Embolo und Herrmann – wie gegen Freiburg – wieder auf Torejagd gehen. Doch wer das erste Rose-Halbjahr bei Borussia verfolgt hat, weiß, dass die Möglichkeit durchaus groß ist, dass es am Ende doch wieder ganz anders kommt. Rose hat seinen eigenen Aufstellungs-Kopf – und arbeitete bislang erfolgreich.