Drei Fragezeichen mit Spaßfaktor Darum freut sich Borussias Trainer über knifflige Entscheidungen

Mönchengladbach · Ramy Bensebaini ist bereit für Leverkusen, Marcus Thuram und Jonas Hofmann sowieso. Adi Hütter muss abwägen, ob er eher die Leistungen gegen Bayern honoriert oder seine Schlüsselspieler wieder in die Startelf zieht. Nur einer macht den Eindruck, als sei er momentan nicht mittendrin.

Wenn auf der Pressekonferenz im Borussia-Park eine Frage gestellt wird, erschließt sich in der Regel sofort, ob sie an den Trainer oder den Manager gerichtet ist. Als am Donnerstag Denis Zakaria wieder einmal Thema war, weil er zuvor im Training gefehlt und gegen den FC Bayern gar nicht im Kader gestanden hatte, durften sich Adi Hütter und Max Eberl jedoch gleichermaßen angesprochen fühlen.

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Die übergeordnete Komponente fiel in den Arbeitsbereich des Managers, dem Zakaria schon lange mitgeteilt hat, dass er den Verein gern verlassen würde. „Denis ist unser Spieler und hat Vertrag bei uns. Klar läuft er für uns auf. Ich wusste nicht, warum es nicht so sein sollte“, sagte Eberl. Doch er weiß natürlich, dass Zakaria im übertragenen Sinne auf gepackten Koffern sitzt. Und hätte nichts dagegen, wenn er sie bald bei einem Verein auspackt, der eine adäquate Ablösesumme zahlt.

Das ändert nichts daran, dass der 24-Jährige einer der talentiertesten Profis bei Borussia ist, wenn auch offenbar nicht mehr der begehrteste von allen. „Solange sich nichts tut und er zu hundert Prozent fit ist, ist er genauso ein Thema für mich wie alle anderen“, sagte Hütter über Zakarias kurzfristige sportliche Perspektive, „an Spekulationen beteilige ich mich nicht gerne.“

Dass Gladbachs mögliche Startelf in Leverkusen ebenfalls Stoff für Spekulationen bietet, gefällt dem Trainer deutlich besser. „Ramy Bensebaini, Marcus Thuram und Jonas Hofmann machen einen guten Eindruck“, sagte der 50-Jährige, dem nur noch Breel Embolo und Manu Koné fehlen.

Das namhafte Trio stellt Hütter vor drei knifflige Entscheidungen, während angenommen werden darf, dass acht Plätze am Samstag vergeben sind an Yann Sommer, Nico Elvedi, Matthias Ginter, Stefan Lainer, Christoph Kramer, Florian Neuhaus, Lars Stindl und eben Thuram, der gegen die Bayern nach seiner Einwechslung bewies, warum er Zakaria als wertvollsten Borussen abgelöst hat. „Ich bin immer wieder glücklich, dass ich vor schwierigen Entscheidungen stehe. Dass es nicht immer angenehm ist, ist die eine Seite. Aber auf der anderen Seite mag ich den Konkurrenzkampf“, erklärte Hütter und illustrierte seine Aussage, was er sonst zu vermeiden versucht, dann doch mal mit einem konkreten Personalbeispiel.

„Wenn ich sehe, wie ein 18-jähriger Joe Scally Dampf macht gegenüber einem Ramy Bensebaini, der ein absoluter Schlüsselspieler, ist, dann sind wir auf einem guten Weg“, sagte Hütter. Der Algerier sei in einer guten Verfassung für den ersten Pflichtspieleinsatz, Scally ist dagegen der erste Shootingstar unter dem neuen Trainer.

Zwei weitere Duelle zeichnen sich im Angriff ab. Auf rechts ist die Frage: Setzt Hütter auf Patrick Herrmann, der zuletzt sein 300. Bundesligaspiel feierte, oder auf Jonas Hofmann, der ihn nach 64 Minuten ablöste? Durch Thurams zu erwartende Rückkehr in die Startelf, ist kein Platz für Alassane Plea und Hannes Wolf auf einmal.

Hier wählt Hütter zwischen dem Torschützen gegen Bayern und einem weiteren Gewinner seiner bisherigen Borussia-Zeit. „Wenn wir es schaffen, dass der Konkurrenzkampf angeheizt wird, bin ich überzeugt, dass wir am Wochenende immer wieder gute Leistungen bringen werden“, sagte der Trainer. Und wenn sich bei Zakaria doch nichts mehr ergeben sollte, wäre auch er wieder als Anheizer gefragt.

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