Borussia Mönchengladbach: Rainer Bonhof ledert gegen Schiedsrichter Manuel Gräfe

„Nicht das erste Mal, dass er gegen uns pfeift“ : Gladbach-Vize Bonhof ledert gegen Schiri Gräfe

Eine Szene brachte die Gemüter im Borussia Park zum Kochen. War der Ball vor dem ersten Tor von Borussia Dortmund im Aus oder nicht? Schiedsrichter Manuel Gräfe gab den Treffer nach Ansicht der TV-Bilder. Dies brachte Gladbachs Vize-Präsident Rainer Bonhof auf die Palme.

Man musste schon befürchten, dass die Qualifikation für die Champions League am Ende an wenigen Millimetern scheitern könnte. Nach der 0:2-Niederlage gegen den BVB und dem zeitgleichen 5:1-Sieg von Leverkusen in Berlin war die Entstehung des 0:1 durch Jadon Sancho zwar nicht mehr entscheidend, sie sorgte dennoch für reichlich Zündstoff. Nach Ansicht der Videobilder entschied sich Schiedsrichter Manuel Gräfe nämlich dafür, dass der Ball vor der Flanke von Marco Reus nicht im Aus gewesen sei. „Hier sieht man, dass auch die Technik an die Grenzen stößt, weil wir keine Kamera für die Torlinie haben“, sagte der Referee nach der Partie. Seiner Ansicht nach war es aber richtig, die Einschätzung seines Linienrichters, der den Ball live auch nicht im Aus sah, zu bestätigen.

Rainer Bonhof, Vize-Präsident von Borussia, sah das ganz anders als Gräfe. Der sonst so besonnene Weltmeister von 1974 kochte auch nach dem Spiel noch vor Wut. „Der Schiedsrichter hat eindeutig das Spiel beeinflusst. Ich gönne dem BVB den Sieg, aber es ist nicht das erste Mal, dass Herr Gräfe gegen uns pfeift“, sagte Bonhof. „So lange ich hier im Verein etwas zu sagen habe, werde ich widersprechen, wenn er für unsere Spiele angesetzt wird.“

Bonhof will also, dass Gräfe zukünftig keine Spiele der Gladbacher mehr pfeift. Der Schiedsrichter selbst nimmt die Vorwürfe gelassen. „Ich kann den Frust komplett nachvollziehen. Ich habe früher selbst gekickt und in der ersten halben Stunde nach dem Spiel darf man dann auch mal etwas raushauen, aber am nächsten Tag erwarte ich Fairness und Respekt“, sagte der Berliner. Diese Meinung vertritt er vor allem, weil „für den Assistenten, für Köln (dort sitzen die Videoschiedsrichter, d. Red.) und mich war der Ball nun mal nicht klar im Aus. Deshalb haben wir so entschieden.“

Dennoch machte auch Gräfe nicht den Eindruck, dass er dies getan hat, weil er sich sicher war, dass der Ball außerhalb des Spielfeldes war, sondern weil das Gegenteil nicht zu beweisen war. Seine Lösung: „Vielleicht müssten wir in der Bundesliga tatsächlich in den Eckfahnen eine Torlinienkamera installieren. Wir sind noch immer in einem Lernprozess und der Fußball entwickelt sich immer weiter.“

Der Protagonist der Szene vertrat nach Abpfiff auch eine Meinung: „Für mich war der Ball im Aus“, sagte Reus in einem Interview mit dem Pay-TV-Sender Sky.

Video-Projektleiter Drees würde Torauslinienkamera begrüßen

Der Projektleiter Videobeweis Jochen Drees würde den Einsatz einer Torauslinienkamera in der Bundesliga begrüßen. „Alles, was uns weiterhilft, solche Situationen zweifelsfrei aufzulösen, begrüße ich“, sagte Drees dem Internetportal „sportschau.de“.

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