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Borussia Mönchengladbach: Raffael ist wieder "on fire"

Borussia Mönchengladbach : Raffael ist wieder "on fire"

Mit dem Doppelpack gegen den VfB Stuttgart wischt Raffael ein paar Zweifel beiseite, ob er noch einmal der alte wird. Der Brasilianer ist gewappnet für das Borussia-Duell in Dortmund.

Raffael ist kein Mann großer Worte. Seine Sprache sind Tore. So gesehen hatte er gegen den VfB Stuttgart viel zu sagen. Der Brasilianer erzielte beim 2:0 von Borussia Mönchengladbach beide Treffer. Groß reden wollte er darüber nicht. Er machte nur eine rotierende Handbewegung im Kabinengang, die man so deuten könnte: Das war die Wende, Leute.

Wenn einer wie Raffael in der Bundesliga vier Spiele ohne Tor ist, gibt es zwangsläufig Diskussionen. Er war drei Jahre lang Gladbachs Cheftorjäger, in der vergangenen Saison war er dann lange verletzt, verpasste 20 von 51 Spielen. Es kamen Fragen auf, das ist nun mal so im ungeduldigen Fußballuniversum: Ist er mit 32 noch der alte Raffael? Kommt er wieder richtig zurück? Man darf annehmen, dass so etwas Raffael nervte. Er hat im Sommer viel gearbeitet und auch eher mit dem Training begonnen, um bereit zu sein für die Saison. Dass er kein Vorbereitungs-Weltmeister ist, ist bekannt. Als er beim Pokalspiel in Essen das 2:1-Siegtor schoss, schien alles gut zu sein. Doch es folgten die torlosen Liga-Spiele.

Das Thema wurde gewichtiger, weil auch Lars Stindl und Thorgan Hazard nicht so recht in Schwung kamen in den ersten drei Spielen. Stindl sammelte zwar einen Assist in Augsburg ein und Hazard im Pokalspiel in Essen. Mehr aber nicht. Zu wenig für ein so hochbegabtes Trio, das in Gladbachs Torbilanz-Plan eine wesentliche Rolle spielt. Doch in den vergangenen 180 Bundesliga-Minuten haben die drei Herren aus der Abteilung Attacke die Sache zurechtgerückt.

Und das voller Entschlossenheit: Hazard schnappte sich in Leipzig den Elfmeterball und vollstreckte. Stindl schoss tief im Osten ein "Tor des Monats". Nun legte Raffael, der mehr als jeder andere Borusse aufs Tor schoss, gegen Stuttgart nach: Das 1:0 leitete er mit seinem Pass auf den Flankengeber Nico Elvedi sogar selbst ein, das 2:0 schaffte er per Elfmeter, nachdem Hazard gefoult worden war. Er beendete die Tordebatte binnen 17 Minuten. So waren es zwei Spiele, die für Borussias Stürmer ein Befreiungsschlag waren. Gerade rechtzeitig vor dem Spiel in Dortmund am Samstag.

Raffaels persönliche Bilanz als Gladbacher gegen den BVB ist gut. In sieben Borussen-Duellen machte er mit, fünfmal traf er. Auch 2014 beim 2:1-Sieg in Dortmund, dem einzigen dort in den vergangenen 19 Jahren. Im vergangenen Dezember erzielte er das 1:0, doch das war ein Muster ohne Wert: Eine Minute später glich Pierre-Emerick Aubameyang aus, Dortmund siegte 4:1. Gegen den offensivstarken BVB kann es indes nicht schaden, wenn vorab das Zeichen ausgesandt wird: Wir können es auch. Feuer bekämpft man am besten mit Feuer. Und Raffael war gegen Stuttgart, wie es neudeutsch heißt, wieder "on Fire".

(kk)