Borussia Mönchengladbach: Raffael ist wieder in "Maestro"-Form

Siegtor in Hannover : Borussias Raffael wieder in „Maestro“-Form

Nach seinem Schlüsselbeinbruch kommt der Brasilianer immer besser in Tritt. In Hannover erzielte er das goldene Tor beim 1:0-Sieg. Sein Trainer und seine Mitspieler freute das besonders.

Es könnte einige im Mönchengladbacher Umfeld gegeben haben, die daran gezweifelt haben, dass Raffael nach seiner schweren Verletzung, die er sich am Ende der Hinrunde in Hoffenheim zugezogen hatte, einem Schlüsselbeinbruch, noch eine entscheidende Rolle in dieser Saison einnehmen könnte. Doch schon vor zwei Wochen in Düsseldorf (1:3) beim desolaten Auftritt des gesamten Teams war er einer der ganz wenigen Lichtblicke als Joker. Beim 1:1 gegen Bremen wurde er dafür mit seiner Startelf-Rückkehr belohnt, in Hannover gipfelte diese Entwicklung nun im goldenen Tor. Womit Raffael jetzt schon mit einem Moment ein entscheidender Faktor für drei Punkte gewesen ist im Finale dieser Spielzeit. Er ist wieder in der Form, die ihm dem Spitznamen „Maestro“ in Mönchengladbach bescherte.

„Raffael kommt aus einer langen Pause und ist nicht mehr der Jüngste, da dauert das schonmal etwas länger. Deshalb hat es mich für ihn wahnsinnig gefreut, dass er das Spiel entschieden hat“, sagte Borussias Trainer Dieter Hecking nach dem 1:0-Sieg bei Abstiegskandidat 96. „Ich habe immer betont, dass er ein Spieler ist, der das kann, und diesmal hat er es gemacht. Das war wichtig. So haben wir alle Möglichkeiten in den letzten fünf Spielen.“

Denn durch dieses Tor hat Borussia nicht nur ihre gute Ausgangssituation im Saisonendspurt – sowohl in der Sicherung der Europa League als auch in der Wahrung der Chance auf die Champions League – behauptet, sondern auch eine Ergebniswende herbeigeführt. Die Gladbacher hatten die vergangenen drei Partien nicht gewonnen, insgesamt nur eines der vergangenen neun Spiele für sich entscheiden können. „Wir sind sehr froh, dass wir die drei Punkte mitgenommen hatte“, resümierte Abwehrchef Matthias Ginter auch deswegen.

Patrick Herrmann bezeichnete den Erfolg in Hannover als „Arbeitssieg“. „Wir wussten, dass wir uns in dieses Spiel reinkämpfen und dann spielerische Lösungen finden müssen“, sagte der Außenspieler. „Wir hatten einige Chancen, aber es waren immer wieder viele Beine dazwischen, weil Hannover tief stand. Aber wir haben nicht die Nerven verloren und weiter Gas gegeben. Und dann wird man auch belohnt, auch wenn das Tor ein wenig glücklich war“, so Herrmann.

Der Schuss von Raffael, der danach auch noch das 2:0 hätte erzielen können, war nämlich vom Ex-Gladbacher Julian Korb abgefälscht worden und senkte sich unhaltbar für 96-Keeper Michael Esser unter die Latte ins Tor. Auch Herrmann freute sich darüber, dass es Raffael war, der für diesen entscheidenden Moment gesorgt hatte. Der 28-Jährige war auch auf dem Platz einer der ersten Gratulanten. „Er ist ein wichtiger Spieler für uns, auch wenn er schon zur älteren Generation gehört. Raffa ist am Ball unbeschreiblich gut, das zeigt er nicht nur im Spiel, sondern in nahezu jedem Training. Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben, vor allem wenn er uns dann auch noch solche Tore schießt“, sagte Herrmann.

Die angestiegene Form Raffaels kommt für Borussia genau zur richtigen Zeit. Lars Stindl, sein Positions-Pendant im Sturm und in Hannover zunächst in der Startelf anstelle des Brasilianers, wird in dieser Saison wegen seines Schienbeinbruchs nicht mehr auflaufen können. Nach 31 Sekunden prallte er mit Matthias Ostrzolek zusammen und zog sich die Verletzung zu, Raffael wurde für ihn eingewechselt. Er ist einer der Spieler, an denen sich die Mitspieler in der entscheidenden Phasen orientieren können. Der mit Druck umgehen kann, der solche Situationen kennt. Raffael wird ein sehr wichtiger Faktor in den letzten fünf Spielen der Borussen sein. Gut, dass er wieder in „Maestro“-Form ist.

Mehr von RP ONLINE