Borussia Mönchengladbach präsentiert sich in China

Eberl, Bonhof und Schippers in Schanghai : Borussia präsentiert sich in China

Borussia ist mit einer Spitzendelegation in Schanghai und eröffnet dort ein Büro. Oberbürgermeister Reiners stößt dazu und ist mit Unternehmern auf Tour. China ist für Gladbach ein wichtiger Partner.

Ihr Bau hat im siebten Jahrhundert vor Christus begonnen, sie ist 21.196,18 Kilometer lang und ein beeindruckendes Symbol für die Größe des Landes. Die chinesische Mauer ist auch ein beliebtes Fotomotiv. Am Wochenende posierte auf ihr eine besondere Delegation aus Mönchengladbach: Borussia-Manager Max Eberl, der frühere Weltmeister und heutige Vizepräsident des Vereins, Rainer Bonhof, und Geschäftsführer Stephan Schippers lächeln mit Peter Hambüchen und Martin Thiess in die Kamera. Hambüchen ist bei Borussia für die internationale Geschäftsentwicklung zuständig, Thiess leitet das Büro, das der Fußballklub aus Mönchengladbach am Dienstag offiziell in Schanghai eröffnet.

„China ist ein interessanter Markt. Wir wollen unser Know-how in der Entwicklung des Fußball-Nachwuchses dorthin bringen“, hatte Schippers vor einigen Monaten dazu im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt. „Es gibt in China einen Riesen-Enthusiasmus und viele Stadien, aber keine Klubs“, ergänzte Sportdirektor Eberl. „Es geht uns darum, etwas Nachhaltiges aufzubauen.“ Die „Marke Borussia Mönchengladbach“ soll durch „langfristige Fußballentwicklungsprojekte“ in China bekanntgemacht werden.

Der Markt ist aus fußballunternehmerischer Sicht spannend: Die Volksrepublik soll, das ist als Ziel ausgegeben, 2050 zur Fußball-Weltspitze gehören. 200.000 Fußballstadien und -schulen sollen bis dahin gebaut, 25.000 Klubs gegründet werden. Nachhaltige Nachwuchsförderung steht dabei im Zentrum. Mit dem Sportamt der Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt Suqian ist bereits eine Kooperation vereinbart. Borussia erstellt laut Hambüchen das Fußballentwicklungskonzept, inklusive Lehrer- und Trainerausbildung, Talentförderung, Einführung eines Wettbewerbs- und Scoutingsystems sowie eines Austauschprogramms für Spieler und Trainer.

Sugian steht auch auf dem Programm der China-Reise, zu der Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners am heutigen Montag mit der städtischen Wirtschaftsförderung aufbricht. Erstes Ziel ist Schanghai mit der Eröffnung des Borussia-Büros, am Mittwoch geht es weiter nach Sugian. Mit der Stadt in der NRW-Partnerprovinz Jiangsu hat Mönchengladbach seit 2016 eine Kooperationsvereinbarung (Memorandum of Understanding), die einen umfassenden Austausch in den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung, Sport, Kultur und Bildung vorsieht. Das Gymnasium am Geroweiher hat mit einer dortigen Schule eine Partnerschaft. Die wird die Gladbacher Delegation ebenso besuchen wie verschiedene Unternehmen.

In Schanghai sind aktuell auch die Mönchengladbacher Unternehmen Trützschler und A. Monforts Textilmaschinen auf Asiens bedeutendster Textilmaschinenmesse ITMA Asia mit rund 100.000 Fachbesuchern vertreten. Monforts präsentiert auf rund 900 Quadratmetern Entwicklungen der digitalen Maschinenüberwachung zur Qualitätskontrolle sowie energiesparenden Konzepten zur Denim-Ausrüstung. Monforts zeigt laut dem Prokuristen des Unternehmens, Klaus Heinrichs, unter anderem sein Flaggschiff, den Spannrahmen Montex. Der bietet neue Detaillösungen zur Reinigung der Abluft und digitaler Kontrolle. „Damit lassen sich unproduktive Stillstände vermeiden“, betont Heinrichs. Auf etwa 600 Quadratmetern präsentiert Trützschler verschiedene Maschinen, darunter die neue Regulierstrecke TD 10, das Monitoringsystem T-Data und TC 15 mit fünf verschiedenen Bandablagesystemen. China zählt zu den größten Märkten von Trützschler, an beiden Standorten produziert das Mönchengladbacher Unternehmen auch. Die städtischen Wirtschaftsförderer der WFMG verfolgen seit längerem eine China-Strategie. Sie unterstützen Gladbacher Unternehmen wie Aunde oder Trützschler bei ihren China-Aktivitäten, betreiben aber auch zunehmend die Akquise von Direktinvestitionen aus China in Mönchengladbach. „Die Vernetzung hat erheblich zugenommen“, sagt WFMG-Prokurist David Bongartz. Monforts und Wolong/ Schorch nennt er als Beispiele chinesischer Investments. Aufgrund der Nähe zum deutschen China-Hotspot Düsseldorf sei Mönchengladbach auch für chinesische Gründer interessant.