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Borussia Mönchengladbach: Plea, Thuram und Embolo sind so wichtig

Plea, Thuram, Embolo : Die „French Connection“ tut Borussia gut

Alassane Plea, Marcus Thuram und Breel Embolo schinden Eindruck im Derby. Einer von ihnen stellt in wenigen Minuten eine Bestmarke auf beim 3:1-Erfolg. Die Rückkehr eines weiteren „French Connection“-Mitglieds wird Borussia noch weiter nach vorne bringen.

Den Gegner zu demütigen, das wird Marco Rose nicht ansatzweise im Sinn gehabt haben. Doch wenn ein Trainer in den letzten Minuten eines Spiels, das längst gelaufen ist, auch noch Breel Embolo einwechseln kann, zeigt er dem Gegner im übertragenen Sinne noch einmal seinen Bizeps.

Mit dem Schweizer Nationalspieler bringt Borussia noch mehr PS auf die Straße, das bekam Kölns Frederik Sörensen zu spüren, dem nichts Anderes übrigblieb, als Embolo in der 90. Minute umzugrätschen, weil der in einer scharfen Rechtskurve enorm beschleunigt hatte und auf dem Weg in Richtung Tor gewesen wäre.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 33,8 Stundenkilometern setzte Embolo bei seinem Comeback und seinem Saisondebüt noch eine Bestmarke des Spiels. Ansonsten war es ein Einsatz fürs Gefühl – und eine kleine Demonstration der Kaderstärke. Nun kann Embolo zwei Wochen in Ruhe durchtrainieren – er hat nach seiner Verletzung am Sprunggelenk erst eine komplette in den Knochen –, bevor Borussia am 17. Oktober nach der Länderspielpause den VfL Wolfsburg empfängt.

Der Schweizer Verband ist den Gladbachern entgegengekommen und hat auf eine Nominierung Embolos verzichtet. Manager Max Eberl bedankte sich und sagte: „Wir bei Borussia und ebenso die Schweizer Nationalmannschaft wollen in Zukunft noch Freude an ihm haben. Deshalb müssen wir alle gut auf ihn aufpassen.“

Embolos Antritt, der seinen Gegenspieler verzweifeln ließ, hatte vor allem symbolischen Wert. Denn er unterstrich die Gleichung, die sich nach drei Spieltagen aufstellen lässt: Je länger Breel Embolo, Marcus Thuram, Alassane Plea und Denis Zakaria zur Verfügung stehen und je fitter sie sind, desto besser sind die Fohlen. Beim 0:3 in Dortmund spielten Plea und Thuram insgesamt 66 Minuten, beim 1:1 gegen Union Berlin waren es 145, beim 3:1 in Köln waren es 160 – und Embolo feierte lediglich ein Kurz-Comeback, während Zakaria noch gar nicht im Kader stand.

„Ich habe nicht umsonst in den vergangenen Wochen betont, wie wichtig diese Spieler für uns sind“, sagte Rose. „Sie sind für uns spielentscheidend.“ So eine Länderspielpause direkt nach einem starken Auftritt kommt oft ungelegen, den Borussen dürfte sie ganz gut in den Kram passen.

Joachim Löw hat zwar gefallen an ihnen gefunden und in Matthias Ginter, Florian Neuhaus und Jonas Hofmann gleich drei nominiert. Ansonsten sind aber nur Stefan Lainer mit der österreichischen Nationalmannschaft unterwegs, Ramy Bensebaini mit Algerien sowie Yann Sommer und Nico Elvedi mit der Schweiz. Die Reha-Abteilung kann sich zu Hause in Form bringen für die Champions League.

„Alassane hat unglaublich viele Meter abgespult und seine fußballerische Klasse gezeigt. Beim 1:0 hat man wieder gesehen, dass es immer gefährlich wird, wenn er im Sechzehner an den Ball kommt“, sagte Rose. Hofmanns Ablage war eher misslungen, aber Plea brachte genug Körper hinter den Ball, um ihn mit Wucht in die kurze Ecke zu schießen. Auch er schnappte sich eine Bestmarke des Derbys, gewann die meisten Zweikämpfe aller Profis (18).

„Wenn du so ein Zweikampfverhalten hast wie wir in den ersten 25 Minuten, dann ist es egal“, sagte Kölns Trainer Markus Gisdol etwas ernüchtert. Gladbachs Speed und Physis hatten den FC früh zermürbt. Und wenn Marco Rose betont, bei Thuram „fehlen noch ein paar Prozent“, muss das für die meisten Gegner in der Liga bedrohlich klingen. In der Königsklasse werden ein fitter Thuram, Plea, Embolo und Zakaria die Basis sein, um erfolgreich mitzuspielen. Die „French Connection“ tut Borussia gut.