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Borussia Mönchengladbach: Plea, Thuram, Stindl und Co. machen Gladbach unberechenbar

Rose hat jede Menge Entscheider : Fehlender Torjäger macht Borussia unberechenbar

Schon jetzt zeigt sich, dass kein Borussia-Spieler Aussichten auf den Titel des Torschützenkönigs in der Bundesliga haben wird. Das ist jedoch auch ein Erfolgsrezept der Gladbacher.

Wenn man in der Liste der besten Torjäger nach einem Spieler von Borussia Mönchengladbach schaut, muss man seit Jahren relativ lange suchen. Marco Reus war 2011/12 der letzte Gladbacher, der mit 18 Treffer am Ende einer Bundesliga-Saison als Vierter zu den fünf besten Knipsern gehörte. In den jüngsten Jahren kam kein Spieler mehr auch nur in die Nähe dieser Ausbeute. Alassane Plea ist der beste Borussia-Torschütze der „Neuzeit“, mit zwölf Toren in der Saison 2018/19 und zehn Treffern in der vergangenen Spielzeit gehört er in Sachen Treffsicherheit aber auch nicht zur Elite. Dass Borussia aber – zumindest beim Blick auf die Liste – keinen Top-Torjäger hat, ist kein Problem, sondern eine Tugend. Das macht Gladbach nämlich für die Gegner unberechenbar.

Während sich in dieser Saison Robert Lewandowski (10 Tore), Andrej Kramaric (6), Lucas Alario und Erling Haaland (5) wieder ein Rennen um die Torjägerkanone liefern, wird Borussia mit diesem Ausgang wohl wieder gar nichts zu tun haben. Einzig Jonas Hofmann und Lars Stindl konnten mit ihren beiden Toren schon mehrmals in der Liga treffen. Aber: Gladbach hat zwar keinen Mega-Knipser, jedoch viele Profis, die Spiele entscheiden können. Und damit ist das Team – im Gegensatz zu Bayern mit Lewandowski, Dortmund mit Haaland, Hoffenheim mit Kramaric oder Leverkusen mit Alario – von keinem Offensivkünstler abhängig.

Ein Blick auf die jüngste Historie reicht, um das zu bestätigen. Gegen Schachtjor Donezk war Alassane Plea mit seinem Dreierpack der entscheidende Mann, drei Tage zuvor besorgte Hannes Wolf mit seinem goldenen Tor den Sieg gegen RB Leipzig, davor war Marcus Thuram der Doppelpacker gegen Real Madrid, wenige Tage vorher köpfte Matthias Ginter den entscheidenden Treffer in Mainz, in Mailand war Jonas Hofmann um ein Haar der Siegtorschütze, hätte Romelu Lukaku nicht noch kurz vor Schluss ausgeglichen.

Wer sich einen Plan gegen Borussias Offensive zurechtlegen will, kann den Fokus nicht nur auf einzelne Spieler richten, sondern muss ein Gesamtkonzept entwickeln. Oder mehrere. Denn Marco Rose hat eine Vielzahl an Varianten parat. Es gibt die Power von Breel Embolo, das Eins-gegen-Eins-Geschick von Thuram, die Technik von Plea, die Wendigkeit von Wolf, das Passspiel von Stindl, die Pferdelunge von Hofmann, den Willen von Patrick Herrmann – und dazu von weiter hinten die ebenfalls gefährlichen Spieler wie Florian Neuhaus, Ginter sowie die Außenverteidiger Stefan Lainer und Ramy Bensebaini. Rose hat ein riesiges Arsenal an Entscheidern im Kader.

Das ist auch das Resultat der gut funktionierenden Rotation. Jeder Spieler weiß um seinen Wert und Rose weiß auch, dass er nicht nur wenige Profis hat, die dem Team Erfolge verschaffen können. Am Sonntag bei Bayer Leverkusen (18 Uhr) wird er wieder die Qual der Wahl haben, welchen potenziellen Helden er aufs Feld schickt. Noch schwerer ist es aber für den gegnerischen Trainer Peter Bosz. Denn der fehlende Torjäger macht Borussia erst so richtig unberechenbar.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussias Scorerliste 2020/21