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Borussia Mönchengladbach: Platzsturm macht Angst

Borussia Mönchengladbach : Platzsturm macht Angst

Es waren 30 bis 40 Chaoten, die in den Innenraum des Borussia-Parks gestürmt sind - lediglich 30 bis 40. Nur der Quantität nach war es ein flauer Platzsturm. Er war von bösartigerem Charakter als jener in Düsseldorf nach dem Relegationsspiel gegen Hertha BSC im Mai 2012 (Stichwort: Elfmeterpunktklau), bei dem sich viel mehr Menschen über Grenzen hinwegsetzten.

Und er war etwas anderes als der Platzsturm nach dem Aufstieg des 1. FC Köln im Frühjahr 2014, bei dem die Spieler mitgefeiert haben. Nebenbei: In England ist das Betreten des Rasens durch Fans eine gravierende Straftat und hat Freiheitsentzug zur Folge.

Der Aktion von Kölner Anhängern nun in Mönchengladbach wohnte eine wahnwitzige Aggressivität inne, wie etwa die Bilder der am Zaun rüttelnden Typen deutlich machen. Das ganze rheinische Fußballderby war von Gewaltbereitschaft überlagert. Und das späte Tor der Gladbacher war ein Funke, der zur Explosion führte.

Die Kölner Randalierer demonstrierten in Gladbach Macht. Nach dem Motto "Ihr könnt uns nicht stoppen, wir erobern euer Feld". Man könnte über diese Kindereien aus der Abteilung "Cowboy & Indianer", zu der auch Fahnenklau und solcher Unfug gehören, lachen, wenn sie nicht so sehr von Brutalität und Hemmungslosigkeit geprägt wären. Der Platzsturm darf nicht verharmlost werden.

Mit der Ächtung der vornehmlich für die Aktion verantwortlichen Gruppierung schwenkt der bislang auf Dialog mit problematischen Fanklubs bedachte FC um. Anders geht es nicht. Im Umfeld des Klubs gibt es weitere Gruppen, von denen er sich distanzieren muss. Die "Wilde Horde", deren Flagge Lukas Podolski mal mit Wonne schwenkte, war am Samstag wieder beteiligt.

(RP)