Borussia Mönchengladbach: Personell und taktisch breit aufgestellt

Starke Bank ein Erfolgsgeheimnis : Warum der Borussia zuzutrauen ist, die Bayern zu besiegen

Borussia Mönchengladbachs Spiel ist vertikal, zudem ist der Kader breit aufgestellt — personell und taktisch. Das bietet Trainer Marco Rose einige wertvolle Optionen.

Die Vertikalität ist das Prinzip der Borussen unter Trainer Marco Rose. Es geht immer nach vorn, wenn sie den Ball haben. Doch nicht nur das ständige Steilgehen ist ein Grund für den Erfolg in dieser Saison, sondern auch die Breite, nämlich die des Kaders.

Manager Max Eberl hat die rund 40 Millionen Euro, die ins Team geflossen sind, gut verteilt: Er hat neue Qualität dazu geholt, die das vertikale Spiel befeuert und Borussia robuster macht. Zugleich tragen Marcus Thuram, Breel Embolo, Stefan Lainer und Ramy Bensebaini dazu bei, dass der Kader qualitativ in die Breite gegangen ist.

Die Bank des Freiburg-Spiels am Samstag zeigt das: Tobias Sippel, Oscar Wendt, Tobias Strobl, Christoph Kramer, Alassane Plea, Lars Stindl, Raffael, Fabian Johnson und Jonas Hofmann saßen da. Viel Routine war versammelt. Und viel Qualität. Matthias Ginter, der Abwehrchef, war nicht einmal dabei, auch Ibrahima Traoré nicht, der wieder angeschlagen ist. Und Nachwuchs-Talent Jordan Beyer spielte bei der U23 mit. Aus all diesen Herren kann man ein gutes Team basteln. Da schaut schon mal ein Trainerkollege mit leicht neidischem Blick hinüber zur Gladbacher Bank.

Ein breiter Kader lindert unter anderem den Verletzungsschmerz. Als Roses Mannschaft gebeutelt war von vielen Ausfällen, hatte der Trainer dennoch immer einige Alternativen zur Verfügung. Die konnte er indes auch deswegen optimal nutzen, weil er systemisch flexibel blieb und sich so den Gegebenheiten anpasste. Auch taktisch gibt der Kader eine Menge her, Rose nutzt das weidlich aus.

Nun aber sind fast alle Borussen fit und Rose hat vor dem großen Spiel gegen den FC Bayern die Wahl. „Es sind fast alle da, das ist gut für mich“, sagte er. Nun ist er als Moderator gefragt: Vor dem Freiburg-Spiel musste er zum Beispiel dem Europa-Helden Lars Stindl, dem Torschützen des Wolfsberg-Spiels, seinem Vorlagengeber Oscar Wendt und Torjäger Alassane Plea erklären, dass sie draußen bleiben. „Natürlich sind nicht immer alle zufrieden damit. Aber wir versuchen, dem Kader gerecht zu werden, deswegen haben wir so viel gewechselt. Es geht einmal darum, Frische zu bringen, aber auch darum zu zeigen, dass wir dem gesamten Kader vertrauen“, sagte Rose.

Es gilt, mit all der Qualität, die da ist, richtig umzugehen. Trainer und Team haben das gut hingekriegt. Die Konkurrenzsituation motiviert und ist leistungssteigernd statt für Unmut zu sorgen. Was bei Rose, der in dieser Saison schon 22 Spieler eingesetzt hat, hinzukommt, ist der Kollektiv-Grundsatz: Stammplätze gibt es derzeit in Gladbach nur wenige, Einsatz-Garantie gar keine. Auch wegen der diversen Systemoptionen, die unterschiedliche Anforderungen haben. Individuelle Qualitäten werden in die Gruppe eingepasst und bringen sie zugleich voran.

Vertikal und breit aufgestellt – so wollen die Borussen nun auch die Bayern besiegen. Es ist ihnen zuzutrauen.