Borussia Mönchengladbach: Patrick Herrmanns linke Masche gegen Schalke 04

Borussia-Bilanz gegen Schalke : Herrmann weiß, wie Königsblau zu knacken ist

Patrick Herrmann schoss Ende April 2014 den letzten Gladbacher Bundesliga-Sieg beim FC Schalke heraus. Es war der einzige Erfolg in den letzten zehn Spielzeiten. Nur im Pokal siegten die Borussen 2015 noch in der Schalker Arena, in der sie am Samstag um 18.30 Uhr antreten.

Patrick Herrmann war zufrieden. Mit Recht. Sein fulminanter Fernschuss, der zum 2:0-Endstand im Netz des FC Augsburg landete, war ein Tor, in das der 27-Jährige alles reingelegt hat, Lust ebenso wie den Frust der Wochen vor der Winterpause, als er zuweilen nicht zum Borussen-Kader gehörte. Er schoss das Tor zum Wohl des Vereins, den er seit mehr als zehn Jahren als „meinen“ bezeichnet, und sorgte mit dem rechten Fuß für die Entscheidung am Samstag.

Am 27. April 2014 war es sein linker Fuß, der den Ball ins gegnerische Tor trat, mit gleicher Wucht wie jetzt gegen Augsburg, indes in das des FC Schalke 04. Die Folge war ein 1:0-Erfolg der Borussen. Es ist der bislang letzte Bundesliga-Sieg der Gladbacher in der Schalker Arena.

Neben Herrmann waren vor fast fünf Jahren Raffael, Christoph Kramer, Tony Jantschke und Oscar Wendt aus dem heutigen Kader in Gelsenkirchen dabei. Danach gab es nochmal eine siegreiche Dienstreise in die blau-weiße Arena, deren Anlass Ende Oktober 2015 jedoch ein Pokalspiel war. Lars Stindl und Thorgan Hazard, der jetzt nach seiner Wadenverletzung zurückkehrt ins Borussen-Team, waren die Torschützen.

In der Bundesliga jedoch war jenes 1:0 durch Herrmanns Tor, mit dem er zugleich das Europa-League-Ticket für Gladbach löste, der einzige Sieg in den letzten zehn Spielen auf Schalke. Sechs Niederlagen und drei Unentschieden gab es drum herum, ein Remis auch in der Europa League, wo sich beide West-Klubs in der Zwischenrunde der Saison 2016/17 trafen. Da gab es auch im Rückspiel keinen Sieger, Schalke kam aber weiter weil das 2:2 in Gladbach das 1:1 der Borussen in Gelsenkirchen überbot.

Im Hinspiel dieser Saison sorgte Herrmann als Joker für die Vorentscheidung. Foto: Dieter Wiechmann

„Es waren immer enge und interessante Spiele“, sagte Borussias Kapitän Lars Stindl im Interview mit unserer Redaktion. Oft war es auch so, dass die Gladbacher spielerisch im Plus waren, das aber nicht konsequent nutzten. Wenn sich die beiden Vereine am Samstag treffen, ist es quasi ein Rekordspiel für die Gladbacher. Mit keinem anderen Klub haben sie sich dann in den letzten zehn Spielzeiten so oft gemessen wie mit Schalke. Derzeit liegen Gelsenkirchener in der Wie-oft-Gladbachs-Gegner-Liste noch gleichauf mit Bayer Leverkusen, beide spielten seit der Saison 2008/2009 25-mal gegen die Borussen.

In den letzten sechs Spielen wurden diese dabei von Dieter Hecking betreut. Der hat als Gladbach-Trainer gegen Schalke noch nicht verloren. Zwei Partien hat Gladbach gewonnen, viermal gab es ein Unentschieden, zwei davon auf Schalke. Borussia will die Unbesiegt-Serie fortsetzen.

Dass Hecking am Samstag den Siegtor-Schützen von 2014, Herrmann, von Beginn an bringt, ist eher unwahrscheinlich, die Sturmreihe dürfte aus Hazard, Alassane Plea und Lars Stindl bestehen. Doch einen, der weiß wie es mit Siegtoren geht in der Schalker Arena in der Hinterhand zu haben, kann nicht schaden. Zumal Herrmann schon im Hinspiel das wichtige Tor zur 2:0-Führung erzielte – als Joker. Wie 2014 beförderte er den Ball mit links ins Tor von S04. Das scheint seine Schalke-Masche zu sein.

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