Borussia Mönchengladbach: Patrick Herrmann und Michael Lang beim Logentalk

Logentalk im Borussia-Park: Herrmann und Lang wollen mit Gladbach zurück auf die europäische Bühne

Im Logentalk der Postbank und der Rheinischen Post beweisen Patrick Herrmann und Michael Lang, dass sie sich nicht nur auf dem Fußballplatz bestens verstehen. Sie haben auch ein gemeinsames Ziel: möglichst schnell wieder international spielen.

Patrick Herrmann und Michael Lang hatten noch kein Wort gesagt, da war ihnen der erste Applaus bereits sicher. Denn als die Gäste beim Logentalk der Postbank und der Rheinischen Post und erfuhren, dass die Borussen trotz ihres freien Tages in den Borussia-Park gekommen waren, begrüßten sie die Fußballprofis mit ausführlichem Beifall. Herrmann und Lang hatten auch gute Laune mitgebracht, so dass sich ein kurzweiliger, 75-minütiger Talk entwickelte – mit zwei Gladbachern, die viele Gemeinsamkeiten haben und doch so verschieden sind.

Beide sind fast gleich alt und werden im kommenden Februar 28. Zudem sind sie beide auf der rechten Außenbahn zuhause, Lang auf der Verteidigerposition, Herrmann in der offensiveren Rolle. „Wir sind auch keine Konkurrenten, sondern wir ergänzen uns sehr gut“, sagte Herrmann. Erstmals spielte er Ende September beim 2:2 in Wolfsburg gemeinsam mit dem Debütanten Lang auf der rechten Seite, und das Duo machte dabei einen guten Job. Dass sich Lang und Herrmann auch abseits des Rasens gut verstehen, davon konnte sich beim Logentalk jeder überzeugen. Sie spielten so manchen verbalen Doppelpass.

Dabei kennen sich die beiden persönlich erst seit wenigen Monaten. Denn während Herrmann bereits seit zehn Jahren Borusse ist, wechselte der Schweizer Lang erst zur laufenden Saison an den Niederrhein. „Ich hatte zuletzt in Basel tolle und erfolgreiche Jahre mit tollen Erlebnissen in der Champions League. Aber ich habe trotzdem das große Verlangen gespürt, einen Schritt nach vorne machen und noch etwas Großes erleben zu wollen. Als Borussia anfragte, musste ich deswegen keine Sekunde überlegen, das ist ein Riesenverein, der für mich zum richtigen Zeitpunkt kommt“, sagte Lang, der mit 16 Jahren bereits beim FC St. Gallen sein Profidebüt feierte und danach für den Grasshopper Club Zürich und den FC Basel spielte.

Herrmann hat hingegen seine gesamte Profikarriere bislang bei der Borussia verbracht. Entsprechend durfte so manche Anekdote aus dem vergangenen Jahrzehnt nicht fehlen – wie die Geschichte von seinem Bundesligadebüt im Januar 2010, als er beim 1:2 gegen den VfL Bochum mit der Kapitänsbinde in der Hand gleich ein Tor vorbereitete. „Ich kam für Filip Daems rein, hatte plötzlich die Binde in der Hand und wusste gar nicht, was ich machen sollte. Nach dem Tor hatte ich dann Zeit, sie weiterzureichen“, erzählte Herrmann.

Die beiden Borussen sprachen auch über ihre Frisuren (Herrmann: „Ich mache da nicht besonderes, rühre nur ein bisschen Zement an und fertig“), ihre Ernährung (Lang: „Ich achte sehr darauf. Wenn ich mal einen Burger esse, muss der schon sehr gut sein“) und über Verletzungspausen, die WM im vergangenen Sommer sowie magische Europapokal-Nächte – von denen beide schon einige erlebt haben. „Mein bislang emotionalstes Tor war sicherlich der Treffer gegen Manchester United, das bleibt unübertroffen“, sagt Lang.

Gemeinsam mit Herrmann möchte er gerne dafür sorgen, dass Borussia schon kommende Saison auf die europäische Bühne zurückkehrt. „Aber es bringt uns nichts, jetzt ständig auf die Tabelle zu schauen und zu träumen. Darum haben wir gelernt, immer nur auf das nächste Spiel zu schauen. Das tut uns gut“, sagte Herrmann.

(togr)
Mehr von RP ONLINE