Borussia Mönchengladbach: Patrick Herrmann ist der Bayern-Experte

Schon fünf Siege und vier Tore : Patrick Herrmann ist Borussias Bayern-Experte

Patrick Herrmann erzielte beim 3:0-Sieg im Hinspiel gegen den FC Bayern München das dritte Tor. 2012 war er mal der ganz große Held beim 3:1-Heimsieg gegen die Bayern, als er doppelt traf.

Patrick Herrmann fühlt sich gut. In den letzten acht Spielen Borussias kam der Flügelstürmer immer zum Einsatz, zweimal in Folge gehörte er sogar zur Startelf: beim 1:1 in Frankfurt und beim 0:3 gegen Wolfsburg. „So ist das völlig okay für mich, ich will nur nicht ganz außen vor sein“, sagte er. In der Hinrunde war er zwischenzeitlich mal Tribünenhocker, das gefiel ihm nicht.

Dass er und die anderen Borussen die zweite Heimniederlage in Folge kassierten, schmälert allerdings seine Freude über seine ordentliche persönliche Situation. Doch Herrmann ist ein positiv denkender Mensch. „Wir schauen nach vorn“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Vorn sind die Bayern, die am Samstag um 18.30 Uhr im Borussia-Park Gegner der Gladbacher sind. Es gibt Generationen von Borussen, darunter die Meister-Spieler aus den 70ern, die nie bei den Bayern gewonnen haben. Die erste Gladbach-Mannschaft, die das schaffte, war das Team von Trainer Bernd Krauss in der Saison 1995/96. 2:1 gewann Borussia bei den Bayern am 14. Oktober 1995, angeführt von Stefan Effenberg. Dann dauerte es wieder 16 Jahre, bis erneut beim Rekordmeister gewonnen wurde: Im August 2011 gab es ein sensationelles 1:0. Auch im März 2015 (2:0) und zuletzt im Oktober 2018 wurde beim Rekordmeister gesiegt – und immer war Herrmann dabei.

Er grinst zufrieden, als er sich seine persönliche Bilanz gegen den Rekordmeister in Erinnerung ruft. Zwölfmal hat er gegen die Bayern gespielt, fünfmal gab es Siege und vier Tore von Herrmann. Beim 3:1-Heimsieg im Januar 2012 war er sogar der große Held, weil er ein Doppelpack fabrizierte, nachdem Marco Reus das frühe 1:0 erzielt hatte. Vorher hatte er im November 2010 beim 3:3 getroffen. Beim 2:1 in der vergangenen Spielzeit traf Herrmann nicht, dafür aber im Hinspiel dieser Saison. Da schoss er das 3:0.

Es war sein zweiter von insgesamt drei Treffern dieser Saison, gegen Schalke und Augsburg traf er jeweils zum 2:0. Nun freut er sich auf die Bayern. „Wir wollen etwas gut machen“, gesteht Herrmann. Die beiden Heimpleiten nämlich.

Dass diese nicht unbedingt sein mussten, wissen er und die anderen Borussen. Denn jeweils fingen die Gladbacher gut an. Was gerade gegen Wolfsburg auch an Herrmann lag. In der Startphase kam er nach einem guten Dribbling über rechts in den Strafraum, „aber ich habe leider keine Anspielstation gefunden und für einen Schuss war der Winkel nicht gut genug“, erinnert er sich. Die Szene belegt das aktuelle Problem der Gladbacher: Es fehlt die letzte Konsequenz in den Aktionen. „Wir wollen uns mal wieder belohnen“, sagte Herrmann.

Ob er gegen die Bayern wieder von Beginn an spielen darf, ist fraglich. Möglicherweise kehrt Alassane Plea, der in Frankfurt und gegen die Wolfsburger nicht zur Startelf gehörte, wieder mal von Beginn an dabei sein. Unter der Woche zumindest ließ Trainer Dieter Hecking jene Offensivreihe spielen, die er auch beim Sieg in München formiert hatte: mit Plea links, Lars Stindl in der Mitte und Thorgan Hazard rechts. Doch vielleicht ist Herrmann der Überraschungseffekt von Hecking gegen die Bayern, so wie im Hinspiel Stindl, der früher als erwartet zu seinem Startelf-Comeback kam.

„Es ist doch schön, dass wir Spieler haben, die schon erfolgreich waren gegen die Bayern“, sagte Hecking. „Ich freue mich natürlich auf das Spiel, wenn ich spiele, auch wenn es nur ein paar Minuten sind,w erde ich alles dafür tun, dem Team zu helfen“, sagte Herrmann. Dass er auch als Joker etwas bewegen kann, zeigt seine Bilanz in dieser Saison: Alle seine Tore dieser Saison waren Jokertore.

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