Borussia Mönchengladbach: Patrick Herrman erklärt, warum er nicht zum VfB Stuttgart wechselt

Fan-Liebling spricht über die Gründe : Darum bleibt Patrick Herrmann bei Borussia

Patrick Herrmann überlegte nach einer für ihn enttäuschenden Hinrunde, ob er Borussia im Winter verlässt. Nun erklärt er, warum er die Saison bei den Gladbachern beendet.

Es war für viele Gladbacher Fans die wohl schönste Nachricht aus dem Trainingslager im spanischen Jerez de la Frontera: Patrick Herrmann bleibt bei Borussia und wird auch in der Rückrunde für die Fohlenelf auflaufen. Dabei war der Außenspieler nach der für das Team erfolgreichen Hinrunde mit seiner persönlichen Situation nicht zufrieden.

Nur dreimal hatte Herrmann in der ersten Saisonhälfte in der Startelf gestanden, genauso häufig musste er seiner Borussia von der Tribüne oder dem heimischen Fernseher aus zusehen, weil Trainer Dieter Hecking ihn nicht für den Kader berücksichtigte. „Ich denke, das kann jeder verstehen, wenn man da ein wenig unglücklich ist. Das ist, wenn man nicht im Kader steht, normal und menschlich“, sagt Herrmann, stellt aber klar, dass sein Blick nur noch nach vorne gerichtet ist: „An diese Situation denke ich nun nicht mehr, ich will einfach im Training und in den Spielen Gas geben, damit es in der Rückrunde anders sein wird.“

Möglich ist das, denn ähnlich wie im Sommer gehört Herrmann zu den Gewinnern der Vorbereitung und darf sich ernsthafte Hoffnungen darauf machen, zu regelmäßigen Einsätzen zu kommen. „Ich bin eben nicht der Typ, der sich in so einer Situation hängenlässt, sondern versuche eher, mich noch mal extra zu zeigen, ob im Training oder in den Testspielen, und dort auf mich aufmerksam zu machen“, sagt er bezüglich seiner Motivation in der Vorbereitung trotz der für ihn enttäuschenden Hinrunde.

Dass das Risiko besteht, dass es für ihn auch in der Rückrunde nicht optimal laufen könnte, ist ihm bewusst, optimistisch bleibt der ehemalige Nationalspieler dennoch. „Natürlich kann es passieren, dass ich mal auf der Bank oder der Tribüne sitze, aber es kann genauso gut passieren, dass ich immer auf dem Platz stehe. Ich gehe jetzt einfach mal vom Positiven aus, aber die Zeit wird es zeigen. Ich gebe auf jeden Fall Vollgas“, sagt Herrmann.

Es gab einige Interessenten, die den Ur-Gladbacher im Winter verpflichten wollten, der VfB Stuttgart bemühte sich am meisten. Borussias Sportdirektor Max Eberl bestätigte eine Anfrage. Doch nicht die Angst davor, bei den Schwaben im Abstiegskampf zu spielen statt mit den Gladbachern um den Europapokal, schreckte Herrmann ab, sondern die Liebe zur Borussia. „Jeder weiß, dass ich hier fest verankert bin und an allem in diesem Verein hänge. Wir haben eine super Hinrunde gespielt und wollen nun auch eine gute Rückrunde hinlegen. Wir haben noch ein großes Ziel vor Augen, daher heißt es nun, gemeinsam Vollgas zu geben, damit wir einen guten Abschluss feiern“, sagt Herrmann.

Ob dieser Abschluss dann auch das Ende seiner Zeit bei Borussia sein wird, ist offen. Eberl hat bereits angedeutet, dass eine Verlängerung des Vertrags, der im kommenden Sommer ausläuft, durchaus möglich ist. Für Herrmann wird das kommende Halbjahr also ein sehr wichtiges. Mit guten Leistungen kann er sich für einen neuen Kontrakt bei Borussia empfehlen oder sich für einen ablösefreien Wechsel in den Fokus anderer Klubs spielen. Doch dieses Thema ist für Herrmann aktuell keines, er sagt: „Darüber mache ich mir eigentlich keine Gedanken. Ich konzentriere mich nur darauf, mit der Mannschaft erfolgreich zu sein. Alles andere spielt eine untergeordnete Rolle.“

Für Herrmann, der seit Sommer 2008 im Gladbacher Trikot aufläuft, dürfte es aber der größte Wunsch sein, über den kommenden Sommer hinaus für Borussia zu spielen und seinen Vertrag zu verlängern. Das würde auch bei den Fans sicher für große Freude sorgen, denn Herrmann ist einer der absoluten Publikumslieblinge und ein Gesicht des Vereins, wie auch Eberl schon mehrfach betont hat.

Ein Beleg dafür war das letzte Hinrundenspiel bei Borussia Dortmund (1:2), bei dem „Flaco“, wie er bei den Gladbachern genannt wird, zum ersten Mal seit dem 2:2 in Wolfsburg Ende September wieder in der Startelf stand. Nach der Partie beorderten die Anhänger ihn zu sich, um ihn zu feiern. „Dass die Fans mich da noch mal zu sich gerufen haben, geht mir extrem nah, und da war ich emotional sehr ergriffen. Solche Momente geben mir noch einen Extraschub an Motivation“, sagt Herrmann.