Borussia Mönchengladbach: Oscar Wendt will gegen Hoffenheim wieder da sein

Borussias Außenverteidiger: Oscar Wendt will gegen Hoffenheim wieder da sein

Oscar Wendt fehlt der Borussia seit seiner Verletzung im Frankfurt-Spiel. Zuletzt gab er den Motivator. Nun hofft er auf eine schnelle Rückkehr auf den Platz.

Geht es nach Oscar Wendt, laufen die nächsten Tage so: Er fährt morgen mit nach Leverkusen zum Spiel der Borussen bei Bayer, indes noch als Beobachter. Dann steigt er nächste Woche wieder ins Teamtraining ein und gehört am nächsten Samstag gegen Hoffenheim zum Aufgebot. "Das ist zumindest mein Plan", sagt Wendt, der nach der Verletzung, die er sich beim 0:2 in Frankfurt zugezogen hat, extrem tatendurstig ist. "Das Schlimmste an einer Verletzung ist, dass man nur zuschauen kann", sagt er.

Der Schwede ist seit 2011 Borusse, seither kann man die Spiele, die er verpasste, fast an zwei Händen abzählen. Seine längste Ausfallzeit gab es in der Saison 2013/14, als er wegen eines Innenbandrisses neun Spiele verpasste. Vergangene Saison brach er sich, auch gegen Frankfurt, den Ellenbogen und fehlte in den letzten vier Saisonspielen. Die aktuelle Verletzungspause dauert bis heute 39 Tage, es ist die drittlängste in fast sieben Jahren als Borusse.

In der aktuellen Spielzeit hatte er bis zu seiner Verletzung sechs Spielminuten verpasst. Dann bohrten sich beim ersten Gegentor in Frankfurt zwei Stollen des Schuhs von Torhüter Tobias Sippel in sein Bein - "das sah aus wie Pistoleneinschüsse in einem Gangsterfilm". Wendt wurde verbunden und spielte zur Pause weiter, dann aber spürte er, dass da mehr war: Die Sehne und der Muskel waren in Mitleidenschaft gezogen.

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"Am nächsten Tag war das Knie geschwollen wie ein Basketball", berichtet er. Erst mal musste die Schwellung weg, das Gelenk wurde gekühlt und entwässert. "Dann musste ich die Beugebewegungen machen, aber auch darauf achten, dass sich die Sehne wieder beruhigt", sagt Wendt. Sein deutscher Wortschatz hat sich seit der Reha um Begriffe wie "Lymphdrainage", "Heilprozess" oder "Narbengewebe" erweitert. "Gebraucht habe ich das sicher nicht", sagte er. Dann ging es zurück auf den Platz, zunächst mit den Physios für Laufeinheiten, dann mit ersten Ballkontakten mit Reha-Trainer Andy Bluhm. Nun will er den nächsten Schritt zurück zur Normalität machen.

Eine allgemeine Verletzungsmisere wie in dieser und der vergangenen Spielzeit "gab es bisher nicht", sagt Wendt. "Wir haben damals nichts anders gemacht als heute, es hat sicherlich auch mit Glück oder Pech zu tun." Dass er als Spieler seinen Teil zur Genesung beisteuern muss, ist für ihn ein Teil des professionellen Arbeitens. "Ich tue alles, und wenn ich nur eine Stunde früher fit bin, ist es gut", sagt er. Damit er nicht allzu viel konditionelle Substanz verliert, "habe ich mich daheim auch mal auf den Heimtrainer gesetzt", berichtet Wendt.

Auch wenn er nicht ständig in der Kabine war ("es hat mir gefehlt beim Team zu sein, aber in der Reha hat man ganz andere Zeiten"), hat er, der Routinier, den Motivator gegeben und den anderen während der Sieglos-Serie Mut zugesprochen. "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen positiv bleiben. Jeder hat schlechte Phasen, Spieler, ein Team. Wenn du den Kopf verlierst, kommst du nicht wieder raus", sagt Wendt. Europa hat er noch nicht abgeschrieben. "In dieser engen Saison ist alles möglich, jede Woche passiert etwas anderes. Es ist so eng, wenn man einen kleinen Positivlauf hast, kann noch etwas gehen. Wir haben das drauf", sagt Wendt. "Es kommen jetzt einige Verletzte zurück, das steigert die Konkurrenz und die Trainingsqualität, das ist gut", sagt er. Neun Spiele sind übrig. Wendt will bestenfalls acht davon mitmachen und Borussia helfen, auf den Weg zu den ursprünglichen Zielen zurückzukehren.

(kk)