Borussia Mönchengladbach: Oscar Wendt verlangt weiter großen Erfolgshunger

Gladbachs Linksverteidiger: Wendt lobt großen „Hunger“ der Borussia

Borussias schwedischer Abwehrspieler Oscar Wendt will den guten Saisonstart nicht überbewerten. Doch es gibt Faktoren, die den Gladbacher optimistisch stimmen. Zum Beispiel das neue System.

Nein, ganz genau wisse er nicht, wie oft er bereits mit Borussia gegen die Bayern gewonnen hat, gesteht Oscar Wendt. Dabei kann sich die Bilanz wahrlich sehen lassen: Seitdem der Schwede im Sommer 2011 nach Gladbach gewechselt ist, stehen sechs Siege in der Liga gegen den Rekordmeister zu Buche – bei ebenso vielen Niederlagen. Insofern sollte der Linksverteiger wissen, wie man denn nun mit so einem Erfolg wie dem 3:0 am vergangenen Samstag in München richtig umgeht.

„Jeder Sieg bringt einem Selbstvertrauen, ein Sieg bei den Bayern vielleicht noch ein bisschen mehr, denn es ist normalerweise das schwerste Auswärtsspiel der Saison. Doch das bringt uns nichts, wenn wir jetzt nicht so weitermachen“, sagt Wendt, einer der Routiniers im Team.

Der Schwede spielt bereits seine achte Saison in Gladbach, am 24. Oktober wird er 33 Jahre alt. Der ehemalige schwedische Nationalspieler hat bei Borussia viel erlebt, als er kam, hatte sich Borussia gerade über die Relegation in der Bundesliga gehalten, es folgte der Aufstieg in höhere Tabellengefilde.

Insofern  kann Wendt den guten Start mit 14 Punkten und dem dritten Tabellenplatz realistisch einschätzen. Die Saison sei noch lang und es könne noch viel passieren, sagt Wendt denn auch. Doch es gibt Faktoren, die ihn optimistisch stimmen.

„Was mir gut gefällt, ist, dass jeder an jedem Tag und in jeder Einheit Gas gibt. Der Hunger ist da, jeder will etwas erreichen. Ich hoffe, dass wir diese Lust und diesen Hunger beibehalten“, sagt der 32-Jährige. Die Eindrücke aus den Trainingseinheiten, an denen derzeit aufgrund der vielen Nationalmannschaftsabstellungen nur 15 Feldspieler teilnehmen, bestätigen ihn. Gerade in den Spielformen auf engem Raum war viel Zug drin.

„Kleine Turniere in der Spielform Fünf gegen Fünf sind das Beste, was es gibt. Da wollen alle gewinnen“, sagt Wendt, der mit der Mannschaft am heutigen Freitag (18.45 Uhr, live auf FohlenTV) ein Testspiel beim Wiener Sport-Club bestreitet. Mit dabei sein werden auch die beiden vertragslosen Ex-Borussen Tobias Levels und Eugen Polanski, die derzeit in Gladbach mittrainieren.

Doch nicht nur die Einstellung auf dem Trainingsplatz überzeuge ihn, auch die Systemumstellung vom 4-4-2 auf das 4-3-3 habe zum guten Start beigetragen, sagt Wendt. „Das System passt gut zu uns, und bis jetzt klappt es auch ziemlich gut. Es ist zwar noch nicht perfekt, aber das kann es nach zwei, drei Monaten auch noch nicht sein. Wir arbeiten jeden Tag daran, dass sich Automatismen entwickeln und dass jeder weiß, was er in welcher Situation zu machen hat“, sagt Wendt. Für ihn als Linksverteiger habe sich durch das 4-3-3 nicht viel verändert, „mein Vordermann ist jetzt eben noch etwas weiter vorne postiert“.

In München hatte er in Alassane Plea einen neuen Partner auf Borussias linker Seite, und der Franzose, ansonsten im Sturmzentrum eingesetzt, half auch als Außenstürmer in der Abwehr konsequent mit. Eine wichtige Hilfe für Wendt, der indes auch sein bislang stärkstes Saisonspiel machte und sowohl gegen Arjen Robben als auch nach dem Seitenwechsel gegen Serge Gnabry kaum etwas zuließ.

Viel Aufhebens machte der Blondschopf aber nicht darum. „Ich bin zufrieden, wenn es in der Mannschaft gut läuft, das ist das Wichtigste“, sagt Wendt – um dann noch zu betonen: „Genauso muss es aber jetzt weitergehen.“

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