1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Oscar Wendt fehlt nur noch ein Spiel zum Rekord

Borussias Linksverteidiger : Wendt fehlt nur noch ein Spiel zum Rekord

Für Oscar Wendt kann die Partie gegen den FC Augsburg eine ganz besondere werden. Der schwedische Linksverteidiger wird mit seinem nächsten Einsatz Filip Daems als Rekord-Ausländer der Borussia ablösen.

Oscar Wendt wird, so alles normal läuft, am Samstag Rekordmann bei Borussia sein. Stellt ihn Trainer Dieter Hecking gegen den FC Augsburg auf, ist es das 184. Bundesliga-Spiel des Schweden für Gladbach, so viele machte kein anderer Ausländer. Der bisherige Rekordhalter war Filip Daems. Mit dem Belgier (183 Spiele) ist Wendt mit dem Spiel in Leverkusen (1:0) gleichgezogen. Dass Wendt Daems wohl ausgerechnet mit einem Augsburg-Spiel überholt, ist kurios. Denn Augsburg war der letzte Gegner Borussias in der Daems-Ära.

Allerdings gewährte ihm Trainer Lucien Favre keinen Abschiedseinsatz. So war das 0:1 beim SC Freiburg am 19. April 2014 das letzte Spiel von Daems. Für Wendt, seinen Nachfolger hinten links, war Freiburg der Start als Borusse. Am 1. Oktober 2011 feierte er beim 0:1 im Breisgau sein Bundesliga-Debüt. In seiner achten Spielzeit als Borusse traut Wendt Gladbach viel zu.

Herr Wendt, wie hat Ihnen das 1:0 in Leverkusen gefallen?

Wendt Ich fand, dass die erste Halbzeit super war. Nach ein bisschen Hin und Her am Anfang hatten wir viel Ruhe am Ball, haben gut von hinten rausgespielt, ein paar Möglichkeiten gehabt und sehr gut verteidigt. Nach der Pause hat Leverkusen mehr Druck gemacht. Aber mit dem Glück bei dem Pfostenschuss und einem guten Torwart haben wir uns die drei Punkte geholt.

Ist das der Unterschied zur vergangenen Saison: Auch in Spielen, in denen es nicht so gut läuft, holt sich die Mannschaft wichtige Punkte?

Wendt Ja, vielleicht. Wir sind sicherlich weiterhin eine Mannschaft, die gern alles spielerisch löst und gern den Ball hat. Aber wenn wir mal verteidigen müssen, machen wir das auch. Wir haben in Leverkusen eine sehr gute Moral gezeigt, auch wenn es hart war in der zweiten Halbzeit. Jeder hat in jeder Situation alles gegeben und es hat sich gelohnt. Mit der Situation, die wir jetzt haben, mit dem Selbstvertrauen, das wir daraus ziehen, ist alles natürlich ein bisschen anders als in der letzten Saison. Außerdem stehen fast alle Spieler zur Verfügung, anders als in der letzten Saison. Das macht dann schon einen großen Unterschied.

Wie wichtig ist ein Sieg bei einem Konkurrenten wie Leverkusen im Gesamtzusammenhang?

Wendt Sehr wichtig. Gerade auch zu gewinnen, wenn du nicht deinen besten Tag hast, zeigt etwas.

Was?

Wendt Dass wir gut sind und die Mentalität haben, auch dann klarzukommen, wenn es schwer ist. Sicher, es wird auch Spiele geben, in denen es nicht klappt, aber wir haben in dieser Saison schon öfter gezeigt, dass wir auch mal einen Vorsprung verteidigen können. Und ich würde auch sagen, dass  Leverkusen abgesehen von dem Pfostenschuss kaum große Chancen hatte. Bei jeder Möglichkeit war immer einer von uns da, der die Leverkusener gestört hat. Wir haben es gut verteidigt. Was fehlte: Ein bisschen mehr Coolness im Spiel nach vorn in der zweiten Halbzeit. Aber jetzt ist es egal: Wir haben gewonnen.

  • Feierlaune: Die Borussen hatten auch zum
    Analyse zum Start in die Rückrunde : Borussia ist weiter im Erfolgsmodus
  • Tor für die Borussia: Alassane Plea
    Borussia-Angreifer : Plea macht den Unterschied
  • Nach fünf Jahren bei den Fohlen : Borussias U17-Trainer wird neuer MSV-Coach

Sie haben in Leverkusen ihr 183. Liga-Spiel für Gladbach gemacht, sind seit 2011 im Team: Unterscheidet sich das Team von anderen in den Jahren zuvor, kann dieses Team etwas Großes schaffen?

Wendt Wir haben großes Selbstvertrauen, das wir uns durch harte Arbeit und gute Leistungen angeeignet haben. Wir wollen etwas machen in dieser Saison, und wir wissen, dass, wenn wir in jedem Spiel alles abrufen, viel möglich ist. Aber wir wissen auch, dass wir immer alles abrufen müssen, um erfolgreich zu sein. Wenn wir das nicht machen, geht es schief. Es ist und bleibt sehr eng in der Bundesliga.

Kann gerade ein Sieg, der wie das 1:0 in Leverkusen zustandegekommen ist, nochmal hilfreich sein?

Wendt Er gibt auf jeden Fall ein gutes Gefühl. Jetzt ist aber das nächste Spiel am Samstag im Borussia-Park, und wir wissen genau, was auf uns zukommt. Wir müssen so weitermachen wie in der Hinrunde. Wenn wir das tun, bin ich mir sicher, dass wir noch viele Punkte holen werden.

Sie haben in dieser Saison alle 20 Pflichtspiele gemacht. Braucht man mit 33 nicht mal eine Pause?

Wendt (lacht) Pause? Das Wort kenne ich nicht.

Das heißt, Sie trauen sich auch in der Rückrunde zu, alle Spiele zu machen?

Wendt Das traue ich mir zu, kein Problem.

Nächste Saison geht es so weiter?

Wendt Hoffentlich.

Dem Vernehmen nach wird sich Wendts Vertrag verlängern, wenn er eine gewisse Anzahl von Spielen macht. Die hat er wohl bald erreicht. Dennoch ist die Frage, wie Borussia seine Nachfolge für die Zukunft regelt. Der Däne Andreas Poulsen (19, kam im Sommer 2018) muss sich noch entwickeln. Möglich, dass zur neuen Saison hinten links investiert wird, selbst wenn Wendt bleibt. Gute sportliche Argumente für Verhandlungen mit potenziellen neuen Spielern hat Manager Max Eberl.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Oscar Wendt