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Borussia Mönchengladbach ohne Thuram und Jantschke im DFB-Pokal in Elversberg

Borussias Personal für den Pokal : Rose muss in Elversberg nicht nur auf Thuram verzichten

Borussia Mönchengladbach will zum dritten Mal in der erfolgreichen Neuzeit in drei Wettbewerben überwintern. Bei der SV Elversberg ist sie haushoher Favorit – auch wenn die Personaldecke noch einmal dünner wird.

Für Marcus Thuram ist das Fußballjahr 2020 in der 79. Minute des Spiels der Borussen gegen die TSG Hoffenheim (1:2) zu Ende gegangen, das DFB-Sportgericht hat ihn für fünf Pflichtspiele sowie ein sechstes auf Bewährung gesperrt. „Unabhängig von einer Sperre wäre er nicht mitgefahren nach Elversberg, das war vorher schon klar“, erklärte Trainer Marco Rose am Montag vor dem Zweitrundenspiel im DFB-Pokal (Dienstag 20.45 Uhr/Sky). „Deshalb mussten wir da nicht auf eine Entscheidung warten.“ Thuram hat am Samstag seinem Gegenspieler Stefan Posch ins Gesicht gespuckt, er wird deswegen Gladbach bis zum Rückrundenauftakt fehlen. Borussia selbst hat ihn mit einer Geldstrafe von einem Monatsgehalt belegt.

Die Personalsituation für Dienstag verbessert sich auch wegen Thurams Fehlen insgesamt nicht. Für Rose sind die Ausfälle potenzieller Stammspieler einer der Gründe, warum sein Team seit der Länderspielpause im November nur zwei von neun Spielen gewonnen hat. „Uns sind am Anfang des letzten Blocks, als Madrid und Mailand gewartet haben, Ramy Bensebaini und Jonas Hofmann in Top-Form weggebrochen, dazu zwischendrin immer wieder Alassane Plea“, sagte Rose. Bensebaini und Plea werden erst im Januar wieder mitwirken können, Hofmann kehrt dafür nach seinem Muskelbündelriss in den Kader zurück. „Er hat dreimal mit der Mannschaft trainiert und ist damit ein Kandidat für Spielminuten, wenn auch nicht für 90“, sagte Rose.

Thuram raus, Hofmann rein? Solch ein Eins-zu-Eins-Wechselspiel ist die Personalsituation vor dem Spiel bei Viertligist Elversberg nicht. Rose wollte dort eigentlich Innenverteidiger Tony Jantschke eine Chance geben, doch der 30-Jährige wird ausfallen – aus einem für ihn sehr schönen Grund. „Er hat mich am Morgen angerufen, weil er in Kürze Vater werden wird und sich um seine Familie kümmern will“, sagte Rose. „Ein Einsatz war geplant, aber da ist das freudige Ereignis natürlich wichtiger.“

Trotz der dünneren Personaldecke und trotz der zuletzt sechs Pflichtspiele ohne Sieg gibt es für Borussia in Elversberg kein anderes akzeptables Resultat als den Einzug ins Pokal-Achtelfinale. Erst zum dritten Mal seit 1986/87 würde Borussia damit in drei Wettbewerben überwintern. 2014/15 und 2016/17 war es neben Liga und Pokal die Europa League, diesmal hätte Roses Team den dritten Haken erstmals hinter die Champions League gemacht.

„Ich kenne die Elversberger noch aus meiner Zeit mit der Mainzer U23“, sagte Rose über den Gegner. „Sie haben sich weiterentwickelt von der Infrastruktur her, haben jetzt ein schickes Stadion. Trainer Horst Steffen habe ich persönlich noch nicht kennengelernt. Aber er ist ein ausgewiesener Fachmann, der eine sehr gute Arbeit macht und eine klare Spielidee hat.“ Der gebürtige Krefelder Steffen spielte zwei Jahre für Borussia und trainierte die U19. Seine Mannschaft kegelte in der ersten Runde den FC St. Pauli mit einem 4:2 aus dem Pokal.

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„Da gilt es für uns nochmal, alles reinzuwerfen. Abhängig von den Platzverhältnissen ist es wichtig, da auch die richtigen Mittel zu finden“, sagte Rose. Noch nie hat Borussia im DFB-Pokal gegen einen Viertligisten verloren. Dabei soll es bleiben. Auch ohne Thuram und Jantschke.

Hier geht es zur Infostrecke: Twitter-Reaktionen auf Thurams Spuckattacke