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Borussia Mönchengladbach: Oberneulands Verteidiger Denis Nukis sagt, worauf es im Pokalspiel ankommt

Oberneulands Verteidiger Denis Nukic : Hoffenheim-Debakel kann gegen Borussia hilfreich sein

Oberneulands Verteidiger Denis Nukic sagt, wie der Regionalligist FC Oberneuland das DFB-Pokal-Spiel im Borussia-Park angehen will. Ausgerechnet ein Debakel gegen Hoffenheim kann Oberneuland helfen.

Denis Nukic weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er 332 Spiele im Amateurfußball gemacht. Die meisten davon in der Bremen-Liga und im Bremen-Pokal, aber auch je drei in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga und im DFB-Pokal: 2013 mit der SG Aumund-Vegesack gegen 1899 Hoffenheim, 2015 mit dem Bremer SV gegen Eintracht Frankfurt und 2019 mit dem FC Oberneuland gegen Darmstadt 98. Bilanz: Drei Niederlagen und 1:19 Tore. Trotzdem: Gerade das Hoffenheim-Spiel kann vorbildlich sein für das Erstrunden-DFB-Pokalspiel gegen Borussia, das auf Bitte von Oberneuland in den Borussia-Park verlegt wurde.

„Gegen Hoffenheim stand es bis zur 51. Minute 0:0 - gegen Spieler wie Firmino, Modeste oder Volland. Da haben wir alles richtig gemacht, waren megadiszipliniert, haben 1000 Prozent gegeben“, sagt Nukic, der Innenverteidiger ist. „Natürlich ist man stolz, einem wie Firminio, der jetzt Champions-League-Sieger ist, mal den Ball abgenommen zu haben, oder gegen Modeste ein Kopfballduell für sich entschieden zu haben“, gesteht er. Als die Konzentration nachließ, war Hoffenheim gnadenlos, es gab noch ein 0:9. Das soll in Gladbach nicht passieren.

Seit 2018 spielt Nukic, 33 und hauptberuflich für ein Logistik-Unternehmen tätig, für Oberneuland. 2013 war der Klub insolvent, hat sich aber neu aufgestellt und ist von der Landesliga bis in die Regionalliga geklettert. Seit 2015 ist der frühere Werder-Profi Günter Herrmann, 1990 Mitglied des deutschen Weltmeister-Teams, Sportlicher Leiter. „Es geht nicht mehr nur um die Erste Mannschaft wie früher, es geht um den Klub“, sagt Nukic. Er selbst kümmert sich nebenbei um das Sponsoren-Netzwerk. Dass das Pokalspiel nach Gladbach verlegt wurde, „ist richtig, Borussia hat ja Erfahrung mit den Corona-Richtlinien durch die Geisterspiele“. Gladbach wird dafür zum Freundschaftsspiel nach Oberneuland kommen, wenn sich alles normalisiert hat.

Dass er in dem Stadion spielen wird, in dem schon der FC Barcelona, Juventus Turin oder Manchester City aufliefen, „ist super“. Nukic ist statistisch gut vorbereitet. „Borussia hat einen Marktwert von 308 Millionen Euro, wir von 200.000. Wir haben einen Altersdurchschnitt von 24,8, Gladbach von 25,7 Jahren“, berichtet er. Aber egal, welche Zahlen man heranzieht: Nukic spielt beim Underdog. Doch dem geht es nicht nur um möglichst wenige Gegentore. „Wir hoffen auf das Wunder. Dafür werden wir alles tun“, sagt Nukic.

Er und Trainer Kristian Arambasic, der auch 2013 sein Coach bei Aumund.-Vegesack war, werden sich an das Hoffenheim-Spiels erinnern, wenn es um die Gladbach-Taktik geht. Ausgerechnet das Debakel kann hilfreich sein. 2018 spielte Borussia schon mal gegen den Bremer Pokalsieger, den BSC Hastedt. Gladbach gewann 11:1, es war der höchste Borussia-Sieg im Pokal. „Es ist ein völlig anderes Spiel“, sagt Nukic. Das Ziel des  FC Oberneuland am 12. September ab 15.30 Uhr: „Wir wollen und gut verkaufen und mindestens ein Tor machen“, sagt Nukic.