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Borussia Mönchengladbach nur 1:1 gegen den FC Augsburg - Florian Neuhaus' Tor reicht nicht

1:1 in Überzahl : Borussia verspielt gegen Augsburg schon wieder eine Führung

Borussia Mönchengladbach ging gegen den FC Augsburg zum siebten Mal in dieser Bundesliga-Saison in Führung, hat am Ende aber trotzdem wieder nicht gewinnen können.

Borussia ist mit einem Unentschieden in ihr Marathon-Programm bis Weihnachten gestartet. Die Fohlen verspielten beim 1:1 gegen den FC Augsburg schon wieder eine Führung, diesmal sogar in Überzahl. Die Ausfälle von Alassane Plea, Ramy Bensebaini (beide Covid-19) und Jonas Hofmann (Muskelbündelriss) steckte das Team von Trainer Marco Rose zwar gut weg, machte sich das Leben aber selbst schwer, weil es trotz guter Möglichkeiten nicht für die Entscheidung sorgte. Keeper Yann Sommer hielt mit zwei starken Paraden lange die Null fest nach Florian Neuhaus’ 1:0. Doch Daniel Caligiuri verpasste Gladbach kurz vor dem Ende den Nackenschlag.

Die Partie im leeren Borussia-Park begann ansehnlich, dafür sorgten zunächst die Gäste. Ruben Vargas bediente durch zwei Gladbacher hindurch Alfred Finnbogason, der nach nur 15 Sekunden an Yann Sommers starker Fußabwehr scheiterte. In der fünften Minute zeigte sich Borussia erstmals gefährlich, und gleich war der Ball drin: Nach Stefan Lainers Außenrist-Pass legte Breel Embolo den Ball mit dem Rücken zum Tor an seinem Bewacher vorbei und zog direkt ab. Augsburgs Keeper Rafal Gikiewicz reagierte schwach, entschärfte aber noch Lars Stindls Nachschuss. Den zweiten Versuch hämmerte Florian Neuhaus überlegt ins Tor.

Die siebte 1:0-Führung nacheinander sollte Borussia erst mal Sicherheit geben. Roses Mannschaft ließ den Gegner in der Folge auch mal machen. Selbst wenn sich die Augsburger spielerisch bislang ordentlich präsentiert hatten in dieser Saison, entspricht das intensive Jagen von Ball und Gegner doch mehr ihrem Naturell. In der 15. Minute fiel Tobias Strobl ein Eckball auf den Rücken, Sommer beseitigte die Gefahr. André Hahn und Reece Oxford saßen bei Augsburg erst einmal auf der Bank. Gladbachs Angst vor dem Tor eines Ex-Borussen konnte sich also in Grenzen halten. Strobl traf zuletzt 2013 in der Bundesliga.

Das 2:0 hatte nach 20 Minuten Patrick Herrmann auf dem Fuß. Nach einem hohen Ballgewinn und Embolos robustem Körpereinsatz hätte Stindl auch selbst abschließen können, legte aber nach halbrechts ab, wo Herrmann der Schuss ein wenig abrutschte und drüber ging. An klaren Torchancen mangelte es beiden Mannschaften anschließend. Borussia hielt Augsburg vom Tor weg und kombinierte sich selbst nur selten durch. In der 36. Minute ließ Embolo aufhorchen: Nach Lainers guter Flanke missglückte allerdings völlig freistehend sein Kopfballaufsetzer.

Schmerzhaft wurde es kurz darauf für Matthias Ginter, der am eigenen Strafraum vor Rani Khedira am Ball war und übel umgesenst wurde. Khedira sah völlig zu Recht die Gelbe Karte, für Ginter ging es mit geprelltem Oberschenkel weiter. Die letzte Szene vor der Pause gehörte dem Kapitän: Stindl schoss einen Freistoß aus halblinker Position mit der Innenseite knapp am rechten Pfosten vorbei. Der Versuch konnte sich sehen lassen. Nach 45 Minuten führte Borussia verdient mit 1:0, hatte das zweite Tor aber auch noch nicht zur unvermeidbaren Nummer werden lassen.

Die erste gefährliche Strafraumszene nach dem Seitenwechsel gehörte Gladbach. Hannes Wolf, bis dato eher unauffällig, spielte zwei scharfe Bälle in die Mitte. Einmal verhinderte ein Augsburger Bein, dass Stindl an den Ball kam, einmal griff Gikiewicz zu. Und nur eine Minute später war wieder Wolf im Fokus, diesmal schloss er nach Lainers Flanke selbst per Kopf ab. Die Borussen waren griffig, eroberten oftmals schnell den Ball zurück. Aber manch ein Pass in den Strafraum wirkte zu überhastet oder nicht zielgerichtet genug. Und so schwebte die Gefahr über dem Borussia-Park, wieder eine Führung zu verspielen, zum vierten Mal am achten Spieltag.

In der 60. Minute hätte Embolo die Weichen buchstäblich um Haaresbreite endgültig auf Sieg gestellt. Herrmann spielte einen starken Steilpass, aber Embolo traf allein vor Gikiewicz nur den Pfosten, weil der Keeper den Ball noch entscheidend ablenkte. Borussia drückte weiter auf das 2:0, während Augsburg in André Hahn und Michael Gregoritsch zwei frische Angreifer brachte. Offensiver wurden die Gäste durch nicht. Heiko Herrlich nahm neben Finnbogason auch Florian Niederlechner raus. Nur wenige Momente nach dem Doppelwechsel sah Raphael Framberger, noch keine 15 Minuten auf dem Platz, nach seinem zweiten ruppigen Foul die Gelb-Rote Karte.

Borussia würde die Schlussphase also in Überzahl bestreiten. Rose wechselte zum ersten Mal und brachte Valentino Lazaro für Herrmann. Die Fohlen zogen nun ein Power Play auf, wurden hinten aber um ein Haar bestraft. Plötzlich tauchte Khedira frei vor Sommer auf, der wie schon in der ersten Minute eine starke Fußabwehr auspackte.

Auf die Null hinten wäre es auch anzukommen. In der 84. Minute vergab Embolo die Riesenchance zum 2:0. Erst fand er seinen Meister erneut in Gikiewicz, dann visierte er zu überhastet das leere Tor an und traf aus der Luft nur das Außennetz. Zwei Minuten vor dem Ende fing sich Borussia dann den Ausgleich. Lainer, Ginter und Elvedi bekamen den Ball nicht vernünftig geklärt. Von halbrechts ging Daniel Caligiuri volles Risiko. Wendt fälschte seinen Volley noch ab, sodass Sommer den Ball ins kurze Eck flutschen ließ.

Denis Zakaria feierte in den letzten Minuten sein Comeback und sah beinahe, wie Wolf noch den Siegtreffer erzielte. Doch sein Schuss ging nach Lazaros Hereingabe knapp vorbei. Mit zwölf Punkten aus acht Spielen bleiben die Fohlen knapp hinter den europäischen Platzen.

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