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Borussia Mönchengladbach: Nico Elvedi und Matthias Ginter verkörpern Königsklasse gegen Inter

101. Spiel für Borussia : Elvedi und Ginter verkörpern Königsklasse gegen Inter

Das Abwehr-Duo lief erstmals gemeinsam für Borussia in der Champions League auf. Ihr Auftritt ist gelungen – auch wenn Romelu Lukaku beide Tore für Mailand erzielte.

Ihr Jubiläum hatten Matthias Ginter und Nico Elvedi gegen Wolfsburg in der Bundesliga erlebt, bei Inter Mailand haben sie nun nachgefeiert. Es war ihr 101. gemeinsames Spiel für Borussia. In San Siro hatten sie eine ihre bislang größten Aufgaben zu bewältigen: Ginter und Elvedi mussten Romelu Lukaku stoppen, einen der besten Stürmer der Welt. Wie ihnen das gelungen ist? Das Fazit geht Hand in der Hand mit der Bewertung des kompletten Spiels.

Seine Innenverteidiger hätten es „über weite Strecken sehr, sehr ordentlich“ gemacht, sagte Marco Rose. Wer ihn kennt, der weiß: „Sehr, sehr ordentlich“ heißt „sehr, sehr gut“. Trotzdem erzielte der Belgier beide Inter-Tore. „Solche Spieler kann man nicht zu 100 Prozent ausschalten. Das erste Tor macht er aus vier Metern, das zweite aus einem halben. Er ist halt da, wo der Ball hinfällt“, sagte Ginter nach dem 2:2.

Vor dem Spiel hatte viel dafür gesprochen, die Zahl der Innenverteidiger um 50 Prozent zu erhöhen und Ramy Bensebaini in eine Dreierkette mit Ginter und Elvedi zu stellen. So wäre die Gefahr, mit Lukaku in Eins-gegen-eins-Duelle zu geraten, verringert worden. Doch Rose wählte die mutige Variante, und auch in der eingespielten Zweier-Konstellation verhinderten die Borussen die gefürchteten Situationen, bis auf eine Ausnahme in der ersten Halbzeit, als Lukaku gegen Elvedi knapp am Pfosten vorbeischoss. „Wenn er Körperkontakt zu dir hat und den Ball bekommt, wird es ganz schwer“, hatte Rose vorher gewarnt.

Seine Mannschaft profitierte davon, dass Antonio Conte im Angriff Alexis Sanchez an Lukakus Seite gestellt hatte. Der Chilene hat seine besten Tage augenscheinlich hinter sich, wurde komplett ausgeschaltet von Borussia. Zur zweiten Hälfte kam Lautaro Martínez. Der Argentinier leitete mit einem Kopfball das 1:0 ein und schoss beim Stand von 1:1 an den Pfosten.

Trotzdem bestanden Ginter und Elvedi auch diese Prüfung, das erste Gegentor fiel im Anschluss an einen Standard, das zweite direkt durch eine Ecke. Wenn die Innenverteidiger sich aus dem Spiel heraus an Lukaku abarbeiten konnten, hatten sie alles im Griff.

Sie werden nun noch zweimal gegen Real Madrid, zweimal gegen Schachtar Donezk und einmal gegen Inter unter Beweis stellen können, dass sie hohes internationales Niveau erreichen. Am Mittwochabend im Giuseppe-Meazza-Stadion haben sie den ersten Nachweis erbracht. Ginter und Elvedi besitzen jeweils Verträge bis 2022. Die nächsten Wochen werden für sie elementar: Nutzen sie die Champions League, um sich eine noch bessere Position bei Verhandlungen um einen neuen Vertrag zu erarbeiten? Oder ist es ein Vorspielen für die ganz großen Klubs, sofern sie nicht verlängern und Manager Max Eberl nächsten Sommer seine Ankündigung umsetzt, sie dann zu verkaufen?

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Während Elvedi den stillen Part verkörpert, stellt Ginter seine Führungsspieler-Rolle auch abseits des Rasens weiter unter Beweis. „Wir hatten nicht mehr ganz die Körpergröße nach den Wechseln, da müssen wir uns aber alle noch mal straffen, damit wir das vorne am ersten Pfosten verteidigt bekommen“, lieferte er im Interview wenige Minuten nach dem Abpfiff eine blitzsaubere Analyse dessen, was beim späten 2:2 schiefgelaufen war. Marcus Thuram hielt Abstand gegen Alessandro Bastoni und am zweiten Pfosten löste sich Lukaku unnachahmlich aus Elvedis Umarmung.

„Wenn man gerade auswärts so kurz vor Schluss das 2:1 macht, ist es natürlich ärgerlich, in der 90. Minute noch das 2:2 durch einen Standard zu bekommen“, sagte Ginter. „In zwei, drei Stunden können wir mit dem Punkt leben, aber noch fühlt es sich nicht so gut an.“ Die Welt wird am Donnerstagmorgen beim Frühstück in Mailand also besser ausgesehen haben. Was auch daran liegt, dass Borussias Innenverteidiger bei ihrem gemeinsamen Champions-League-Debüt echte Königsklasse verkörpert haben.