Gegner hat einen Lauf Elvedi fehlt Borussia auch in Hoffenheim

Mönchengladbach · Hoffenheims Offensive erzielte 15 Tore in den vergangenen fünf Spielen, Borussia kassierte 17 Tore in vier Partien. Der Trend spricht eindeutig für die TSG. Vor allem ein Aspekt der Hoffenheimer Offensivstärke dürfte den Gladbachern Sorgen bereiten. Zudem wird Nico Elvedi weiter fehlen.

 In der vergangenen Saison jubelte Hoffenheim über zwei Siege gegen Gladbach.

In der vergangenen Saison jubelte Hoffenheim über zwei Siege gegen Gladbach.

Foto: dpa/Uwe Anspach

Als die TSG 1899 Hoffenheim am 19. Dezember 2020, also fast auf den Tag genau vor einem Jahr, zu Gast war im Borussia-Park, da trat sie sicherlich nicht mit großem Selbstvertrauen in Gladbach an. Nur eines der vorherigen zehn Bundesligaspiele hatte sie zu dem Zeitpunkt gewonnen, mit zwölf Punkten nach zwölf Spieltagen lag sie auf dem 13. Tabellenplatz. Doch Hoffenheim hatte damals das Glück, auf eine ebenfalls nicht wirklich formstarke Gladbacher Mannschaft zu treffen, der dann auch nicht einmal eine 1:0-Halbzeitführung half – am Ende siegte die TSG 2:1.

Wenn Borussia nun am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Hoffenheim antritt, ist sie der Klub in diesem Duell, der den Erwartungen deutlich hinterherhinkt. Und die TSG ist ihrerseits nun kein dankbarer Aufbaugegner – im Gegenteil: 1899 hat sich mittlerweile auf den vierten Platz nach vorne gearbeitet und scheint mit Trainer Sebastian Hoeneß nun in die Spur gefunden zu haben.

Als Hoeneß vor einem Jahr auf seine erste Halbserie mit Hoffenheim blickte, dürfte es ihm ähnlich ergangen sein wie nun Borussias Coach Adi Hütter – mit dem Unterschied, dass die Bundesliga für Hoeneß noch absolutes Neuland war. Doch ansonsten gibt es durchaus Parallelen: Formschwankungen, Verletzungssorgen und eine insgesamt unterdurchschnittliche Leistungsbilanz. Hoeneß war mit zwei Siegen – darunter einem 4:1 gegen die Bayern – furios in die Meisterschaft gestartet, danach folgten bis zum Gladbach-Spiel aber nur sechs Punkte aus zehn Spielen.

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Hoffenheim fing sich in der Rückrunde etwas, es reichte aber nicht mehr, um im Rennen um einen Europapokalplatz noch ernsthaft ein Wörtchen mitzureden. Das indes wollen die Kraichgauer nun nachholen, 13 Punkte aus den jüngsten fünf Spielen sprechen eine deutliche Sprache. „Rein nach den Zahlen ist Hoffenheim sicherlich das Team der Stunde, während wir natürlich noch etwas an unseren jüngsten Niederlagen zu knabbern haben. Doch trotz allem ist in jedem Spiel die Zuversicht da“, sagt Hütter vor dem Duell mit den Kraichgauern, die schon jetzt die stärkste Halbserie unter Hoeneß sicher haben. Und vor allem ein Leistungsnachweis in der Bilanz der Hoffenheimer dürfte die Gladbacher derzeit eher beunruhigen.

Denn während die Zahl der Gegentore für ein Team auf einem Champions-League-Platz weiterhin zu hoch ist – in der vergangenen Saison waren es insgesamt 54, nun sind es schon wieder 25 – überzeugt die TSG vor allem in der Offensive. Mit 34 Toren nach 16 Spielen stellt sie momentan den viertbesten Angriff der Liga, in den vergangenen fünf Partien gelangen insgesamt 15 Tore und dabei immer mindestens zwei pro Spiel.

In diesem Bereich hat Hoffenheim im Vergleich zur Vorsaison (52 Tore) einen klaren Schritt nach vorne gemacht, vor allem ist es nicht mehr so abhängig von André Kramaric. Der Kroate, der vergangenes Jahr 20 Tore beisteuerte und damit für 38,5 Prozent aller Hoffenheimer Tore verantwortlich war, ist zwar auch jetzt wieder Topscorer – das indes nur dank seiner sieben Vorlagen. Einen echten Toptorschützen haben die Kraichgauer aktuell nicht, dort liegt derzeit Ilhas Bebou mit fünf Treffern vorne. Dafür haben aber schon 16 verschiedene Hoffenheimer Spieler in der laufenden Saison getroffen – Bestwert in der Liga. Zum Vergleich: Borussia hat bislang acht verschiedene Torschützen.

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Das variable Offensivspiel der Gastgeber wird die wacklige Defensive der Borussen, die in den vergangenen vier Partien 17 Gegentreffer hinnehmen musste, wohl vor einige Probleme stellen – das lässt auf jeden Fall der Trend bei beiden Mannschaften vermuten. Wieder deutlich stabiler zu stehen, ist somit Borussias erste Aufgabe. „Da müssen alle anpacken und zusammen helfen, um ein positives Ergebnis zu erzielen“, so formuliert es Hütter. Nicht helfen wird dabei Nico Elvedi, der Innenverteidiger fällt mit einem Magen-Darm-Infekt weiter aus. Da Manu Koné gelbgesperrt fehlen wird, ist Hütter in der Zentrale zu einer weiteren Umstellung gezwungen.

Die zweite Aufgabe am Samstagnachmittag wird sein, selbst gefährlich zu werden. Was die Hoffenheimer derzeit so stark macht, war in den vergangenen Jahren auch bei Borussia oftmals zu beobachten: Es gab nicht den einen Angreifer mit Torgarantie, auf den sich das Augenmerk der Verteidiger richten konnte, sondern viele torgefährliche Spieler. Nun jedoch folgen hinter dem derzeit verletzt fehlenden Toptorschützen Jonas Hofmann (sieben Tore) Alassane Plea und Florian Neuhaus mit übersichtlichen drei Treffern.

Im zuletzt gelbgesperrten Kapitän Lars Stindl kommt nun zumindest ein Angreifer zurück, der seine Torgefährlichkeit schon oft genug unter Beweis gestellt hat, der jedoch wie so viele seiner Teamkollegen auf der Suche nach der Topform ist. Insofern spricht derzeit nicht viel für einen Erfolg der Borussia in Hoffenheim. Das indes galt vergangenes Jahr auch für die TSG in Gladbach. Damit nun wieder der Gast jubelt, muss Borussia allerdings sowohl den eigenen als auch den Lauf der Kraichgauer stoppen.

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