Borussia Mönchengladbach: Neues Glück und Richtungsänderungen

Borussia nimmt wieder Anlauf: Neues Glück und Richtungsänderungen

Dreierlei trug zu Borussias Sieg gegen Hertha BSC bei: Thorgan Hazard, der Doppeltorschütze, Effizienz und, das stellte Christoph Kramer heraus, Spielglück.

Das habe in den vergangenen Wochen, als Borussia nicht immer gut, aber sicher besser spielte als gegen die Berliner, gefehlt, um mehr zu punkten, als geschehen. Dass sie sich eines glücklichen Sieges nicht schämen müssen, sei den daher Borussen zugestanden. Zumal es ja gerade Moralspiele wie dieses sind, die Mut machen können für mehr - doch lassen wir das, da gab es in der vorliegenden Saison schon zu viele Gegenbeispiele, als aus vermeintlichen Mutmachern keine Energie gezogen wurde.

Das Glück jedoch, das sollten die Gladbach ganz, ganz festhalten und ja nicht wieder loslassen bis zum Saisonende. Und sie sollten es ausnutzen, so gut es geht. 15 Punkte gibt es noch zu holen, und wer sagt, er will das Maximum erwirtschaften aus dem Rest der Saison, der hat zunächst mal das Ziel, 15 Punkte zu holen. Der Ansatz, alle Spiele so anzugehen, um sie zu gewinnen, steht dahinter. Wichtig wäre, dies auf dem Platz zu veranschaulichen, anders als lange Zeit gegen die Hertha. Wie viele Punkte es dann werden, und wohin es damit geht, das wird die Abschlusstabelle zeigen.

Parallel zum Hier und Jetzt der Saison, das die Borussen nach dem Erfolg vielleicht etwas weniger verkrampft angehen können, planen Manager Max Eberl und Trainer Dieter Hecking die Zukunft Borussias. Es gab Einlassungen zum Thema von Eberl bei seinem Besuch im "Aktuellen Sportstudio", seine Worte ließen darauf schließen, dass es einige Richtungsänderungen geben wird bei den Gladbachern. Und das ist gut so.

Dass die medizinische Abteilung umgekrempelt wird, ist längst bekannt, im Großen und Ganzen ebenso wie im Detail. Es muss weniger Verletzte geben und wenn es Verletzte gibt, müssen dieses so betreut werden, dass sie im optimalen Zeitfenster wieder da sind. Dann wäre ein wesentlicher Problemfaktor behoben.

Doch Eberl und Hecking wissen, dass es nicht allein dieser ist, der die Saison zu einer gemacht hat, die allen nicht gefällt, nicht den Fans, aber auch nicht den Verantwortlichen auf allen Ebenen. "Ich habe Fehler gemacht, der Trainer hat Fehler gemacht und Spieler haben teilweise ihre Leistungen nicht gebracht", sagte Eberl.

Eberl gab an, auch über eine Neuausrichtung des Spiel-Ansatzes mit Hecking zu sprechen. Borussia sollte weiter darauf aus sein, weiter den spielerischen Weg zu pflegen - man muss sich auch in der Veränderung treu bleiben. Dass dem Team etwas mehr interne Reibung fehlt und vorn mehr Entschlossenheit und mehr Geschwindigkeit und Strafraumpräsenz gebrauchen können, liegt auf der Hand.

Man darf gespannt sein auf die von Eberl angekündigte Vision von Dieter Heckings Borussia, über deren Umsetzung man sich nun Gedanken machen will. Die neue Systemvielfalt der vergangenen Spiele darf als ein Teilschritt in diese Richtung verstanden werden, gegen Berlin brachte der Wechsel vom 3-1-4-1-1-System auf das 4-4-2 immerhin etwas mehr Zugriff und am Ende die Wende. Innovation und Wagemut werden bei den Umbaumaßnahmen helfen, ein gewisses Maß an Glück wäre aber hilfreich, damit Richtungsänderungen den erhofften Erfolg haben.

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(RP)
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