Borussia Mönchengladbach: Nach einem verschossenen Elfmeter gewinnt Gladbach immer 2:0

Faktencheck: Verschossene Elfmeter sind Borussias 2:0-Garantie

Wenn ein Team einen Strafstoß verschießt, bedeutet das oft großen Frust. Bei Borussia Mönchengladbach sind vergebene Elfer in dieser Saison ein gutes Zeichen.

Zum siebten Mal bekam Borussia gegen Augsburg einen Elfmeter zugesprochen. Kein anderes Team durfte so häufig vom Punkt antreten wie Mönchengladbach. Allerdings hat keine Mannschaft in dieser Saison auch so viele Strafstöße verschossen. Als Jonas Hofmann am Samstag am Augsburger Keeper scheiterte, war dies bereits der dritte Fehlschuss eines Gladbacher Elfmeterschützen. Gleichzeitig aber war es zum dritten Mal auch ein Startschuss für die Fohlen.

Thorgan Hazard war bei den Heimspielen gegen Bayer Leverkusen (1. Spieltag) und den 1. FC Nürnberg (16. Spieltag) gescheitert. Beide Male wäre es der Treffer zum 1:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff gewesen, stattdessen ging es in den Spielen torlos in die Pause. Wie nun gegen Augsburg gewannen die Borussen die Spiele 2:0. Anstatt den verpassten Chancen hinterherzutrauern, spielten die Gladbacher jedes Mal eine erfolgreiche zweite Halbzeit.

Insgesamt gab Borussia gegen Augsburg erfolglose neun Torschüsse in der ersten Halbzeit ab. Damit zeigte das Team von Dieter Hecking eine ungewohnte Schwäche im Torabschluss. Vor allem Ibrahima Traoré und Alassane Plea ließen einige gute Möglichkeiten ungenutzt. Der französische Topstürmer der Gladbacher verstärkte dadurch den Eindruck, dass ihm seine Lieblingsbeschäftigung, das Toreschießen, auf fremden Plätzen einfach leichter fällt. Nur zwei seiner zehn Saisontreffer erzielte Plea im Borussia-Park.

Die Kaltschnäuzigkeit, die Borussia in dieser Spielzeit so auszeichnet, kehrte dafür in der zweiten Halbzeit zurück. Da gab das Team nur noch vier Torschüsse in die Richtung des Augsburger Tors ab — und zwei davon führten zum Erfolg. Ähnlich hatte Borussia auch schon im ersten Spiel in Leverkusen 1:0 gewonnen. Dort erzielte Plea das goldene Tor mit der ersten Möglichkeit.

Wie überlegen die Gladbacher gerade in Halbzeit eins sind, zeigt eine weitere Statistik. Zur Pause der fünf Partien am Samstagnachmittag waren drei Borussen unter den Spielern mit den meisten Ballkontakten. Nico Elvedi führte diese Statistik mit 61 Aktionen an, gefolgt von Oscar Wendt (52) und Matthias Ginter (51).

Weil es Borussia aber in der zweiten Hälfte in den Heimspielen doch noch gelang, ihre Dominanz in Form von Toren auf die Anzeigetafel zu bringen, hat das Team von Hecking einen Vereinsrekord aufgestellt. Gegen Augsburg gelang den Gladbachern saisonübergreifend der zwölfte Heimsieg in Folge. Das gelang dem Klub zuletzt in der Saison 1983/1984 unter Jupp Heynckes. In zwei Wochen ist Hertha BSC zu Gast im Borussia-Park — dann will sich Hecking mit einem 13. Sieg den alleinigen Rekord sichern.

(sho)
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