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Borussia Mönchengladbach muss bei Mainz 05 auch mal auswärts liefern

Schwache Bilanz vor Mainz-Spiel : Borussias Aufschwung muss jetzt auch auswärts sichtbar werden

Elf Punkte hat Borussia zu Hause geholt, nur drei auf Reisen. „Wir haben auswärts die Qualität, anders aufzutreten“, sagt Adi Hütter. Gladbachs Trainer hat deshalb für den Auftritt beim FSV Mainz 05 am Freitag ein paar prägnante Forderungen.

Borussia ist nicht alleine mit ihrem Problem. Die Zahl der Heimsiege in der Bundesliga ist an den ersten zehn Spieltagen gestiegen, nachdem sie zur Zeit der Geisterspiele zwischenzeitlich von der Zahl der Auswärtssiege eingeholt worden war. In 48,9 Prozent aller bisherigen Spiele ging der Gastgeber als Sieger vom Platz, seit 2003 war die Quote in einer kompletten Saison nur einmal höher. Die Gastmannschaft wiederum gewann in den letzten 15 Jahren nur einmal weniger als 26,7 Prozent aller Spiele, so wie an den ersten zehn Spieltagen dieser Saison.

Trotzdem ist die Diskrepanz bei Borussia besonders groß: elf Punkte zu Hause, drei auswärts. „Zufall ist es nicht, glaube nicht“, sagt Trainer Adi Hütter. „Es streckt sich schon über einen längeren Zeitraum. Klar, im Borussia-Park ist es mit den eigenen Zuschauern im Rücken etwas Anderes. Hier gewinnen ja auch nicht viele und alle fragen sich, warum es in Gladbach so schwer ist.“ Der FC Bayern war zweimal zu Gast und blieb sieglos, Borussia Dortmund ging als Verlierer vom Platz. Auswärts wiederum gab es in der Liga nur den Sieg beim VfL Wolfsburg, dazu Niederlagen bei Bayer Leverkusen, Union Berlin, dem FC Augsburg und Hertha BSC.

Die blanken Werte lassen erst einmal keine großen Unterschiede erkennen. Mit 18 Torschüssen zu Hause und 14,2 auswärts im Schnitt belegt Borussia jeweils Platz zwei hinter den Bayern. Aufs Tor kommen zu Hause fünf, auswärts 4,4 – mit dem Heim-Wert ist Gladbach Zehnter, mit dem Auswärts-Wert Fünfter. In der Fremde ist die Ballbesitz-Quote mit 60,9 Prozent höher als im Borussia-Park (55,9), diese Zahlen liefern vielleicht einen ersten Hinweis, wobei die Zahl der Pässe fast aufs Zuspiel identisch ist.

„Am Ende geht es nicht nur darum, schön Fußball zu spielen. Diese Statistiken herzunehmen, ist bemerkenswert und gut, aber das allein gewinnt auf Dauer kein einziges Spiel“, sagt Hütter. Seine Erwartungen fürs Spiel beim FSV Mainz am Freitagabend, eines mit „viel Power und Geschwindigkeit“, zielen deshalb mehr auf Parameter ab, die weniger leicht zu fassen sind. „Wir müssen schnörkellos spielen, in den Umschaltmomenten gut sein, aber auch einen klaren Kopf haben und mit dem Ball sauber sein. Dann werden uns auch Möglichkeiten geboten, die müssen wir nutzen. Aber wenn wir nicht in die Zweikämpfe kommen, nicht taktisch diszipliniert sind und unachtsam sind, dann ist es auswärts überall schwer“, sagt Hütter.

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8:4 Tore hat Borussia im eigenen Stadion erzielt, 4:9 in der Fremde. Die „Expected Goals“ -Verhältnis (xG), das die Qualität aller Schussversuche berücksichtigt, spricht eine andere Sprache und verdeutlicht, dass Hütters Team auswärts mitunter ergebnismäßig etwas zu schlecht weggekommen ist. 9,8 zu 6,5 xG zu Hause, 8,3 zu 6,6 auswärts lautet die Bilanz. Ein Treiber für die Abweichung sind vor allem die Null-Tore-Auftritte in Leverkusen, in Augsburg und bei der Hertha, daheim traf Borussia in dieser Saison immer.

„Wir haben auswärts die Qualität, anders aufzutreten“, sagt Hütter. Der 3:1-Erfolg in Wolfsburg dient da als Blaupause, nicht nur, weil der Sieg ganz alleine dasteht in der Reisebilanz dieser Bundesliga-Saison. Von der ersten Minute war Gladbach wach, giftig und kreativ, führte schnell 2:0. In Mainz dürften sowohl die Spieler als auch ihr Trainer und externe Beobachter schnell ein Gefühl bekommen, wohin die Partie tendiert. So stark Borussia zu Hause auch ist, um große Ziele zu erreichen, kann sie sich solch eine Heim-Auswärts-Diskrepanz nicht leisten.

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