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Borussia Mönchengladbach müht sich zu Sieg gegen Kickers Offenbach

Borussia Mönchengladbach : Kruse und Herrmann schießen Gladbach ins Viertelfinale

Das Motto für den Abend hatten die Fans der Offenbacher Kicker in großen silbernen Lettern auf ein Plakat geschrieben: "Unter Flutlicht ist es Kickers-Zeit" war da zu lesen, und es sollte den Favoriten beeindrucken. Einige hat der hessische Regionalligist im DFB-Pokal schon gestürzt in seinem engen Stadion am Bieberer Berg. Nun sollte es auch Borussia Mönchengladbach erwischen, den aktuellen Dritten der Bundesliga. Doch die nächste Sensation blieb aus, Gladbach siegte 2:0.

Der Offenbacher Rasen war in perfektem Zustand — für ein Team, das Fußball mehr arbeitet als zelebriert: tief und holprig. Eher ein Vorteil für das Heimteam war das sicher, zudem wurde es angetrieben von den meisten der 20 500 Fans im Stadion. Dies war, das bedeutete ein kleines Schild draußen an der Tür den Besuchern, "ausverkauft". So war die Stimmung hitzig und die Borussen mussten kühlen Kopf bewahren. Ihre Vorgabe war eindeutig definiert: Ausscheiden verboten. Schließlich spielt der Gegner in derselben Spielklasse wie die eigene U23, nur nicht in der West-, sondern in der Südwest-Staffel.

Für einen Borussen war all das, was die Atmosphäre bot, nichts Neues: André Hahn. Der spielte früher in Offenbach und durfte nun als Startelfteilnehmer zurückkehren, der Rotation seines Trainers Lucien Favre war diese Tatsache zu verdanken. Hahn kann es robust, seine weiße Dienstkleidung war nach wenigen Minuten schlammig, kurz vor der Pause sah er Gelb. In der Defensive hatte Favre in Erwartung vieler hoher Bälle des Gegners hinten drin seine beiden langen "Lulatsche" Martin Stranzl und Roel Brouwers erstmals in dieser Saison Seite an Seite aufgeboten.

Warum zuvor schon die Zweitligisten Ingolstadt und Karlsruhe hier gescheitert waren, bekam Gladbach zu spüren. Nur selten konnten die Borussen ihr Kombinationsspiel in Ruhe aufziehen. Den Job als Ideengeber hatte Thorgan Hazard, der Raffael ersetzte. Doch auch der Belgier musste um jeden Millimeter Platz kämpfen. Für Feingeistiges war bei dieser Partie kaum Gelegenheit. Dagegen halten und Ruhe rein bringen ins Spiel, das war das Ansinnen der Gladbacher — das gelang nicht. Die Kickers rannten sich die Seele aus dem Leib, erwirtschafteten vor der Pause 6:1-Ecken und kamen auch öfter zum Abschluss.

Borussia tat sich schwer, verlor zu oft den Ball, um die Kontrolle zu erlangen. Entsprechend aktiv war Lucien Favre an der Seitenlinie. Er zeigte und gestikulierte — nein, das alles gefiel ihm nicht. Dann aber, nach einer Ecke von Max Kruse, hatte Offenbachs Markus Müller einen Blackout. Er boxte den Ball mit der Hand weg — Elfmeter. Kruse schritt zur Tat und erzielte das 0:1. Der erste echte Torschuss brachte den Borussen nach 52 Minuten die Führung. Das war ein Tiefschlag für den wackeren Underdog, der bis Mittwochabend kein Pflichtspiel absolviert hatte. Die Kickers kämpften mit dem Mut der Verzweiflung weiter. So hielten sie das Spiel offener, als es Gladbach lieb war.

Echte Chancen, auszugleichen hatten die Kickers allerdings nicht —und am Ende ging dann auch die Kraft aus. Patrick Herrmann sorgte in der 83. Minute für die Entscheidung. So siegten die Borussen. Glanzlos zwar, doch darauf kam es nicht an. Sie wollten ins Viertelfinale und haben es erreicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Offenbach - Borussia: Einzelkritik