Borussia Mönchengladbach: Mit Kampf und Stabilität gewinnt das Team von Dieter Hecking bei Mainz 05

Rezept zum Erfolg : Borussia schaltet in den Kampfmodus

Borussia Mönchengladbach hat es mit herkömmlichen Mitteln geschafft, nach vier sieglosen Spielen wieder zu gewinnen. Lars Stindl spricht von einem Arbeitssieg.

Vor dem Spiel in Mainz, das Borussia Mönchengladbach durch einen Treffer von Nico Elvedi mit 1:0 gewann, war am Niederrhein viel von Tugenden die Rede. Der Tabellenvierte der Bundesliga müsse nach nur einem Punkt aus den vorherigen vier Spielen und zwölf Gegentoren wieder zu diesen zurückkehren. Inhaltlich bedeutete das: defensive Stabilität, Konsequenz in der Abwehr und im Angriff. Anders umschrieben hätte man auch sagen können: Borussia vermittelte in den vergangenen Wochen nicht den Eindruck, den Kampf um die Champions League annehmen zu können. Denn im Januar deutete noch alles daraufhin, dass Borussia es ohne Schwierigkeiten in die Königsklasse schaffen würde, nachdem am 20. Spieltag Schalke 04 mit 2:0 bezwungen worden war. Der Vorsprung auf die möglichen Konkurrenten betrug zu dem Zeitpunkt mindestens zehn Punkte.

Dann aber verlor Borussia gegen Hertha BSC und Wolfsburg seine Heimpartien mit 0:3, spielte zwischenzeitlich in Frankfurt 1:1, und wurde in dieser schwierigen Phase auch noch von den formstarken Bayern mit 1:5 abgefertigt. Das Polster schmolz, die Gladbacher wirkten beeindruckt. So bestand an diesem Wochenende die Gefahr, erstmals seit dem sechsten Spieltag die Champions-League-Ränge zu verlassen, hätte man in Mainz verloren und Frankfurt am Montag in Düsseldorf gewonnen.

Das ist nun passé, weil Borussia in Mainz zeigte, dass sie den Kampf um die Königsklasse angenommen hat. Sie hat in Mainz den Willen gezeigt, den es benötigt, um die starke Konkurrenz aus Frankfurt und Leverkusen auch in den letzten neun Spielen auf Distanz zu halten. „In der momentanen Situation war das ganz wichtig für uns. Wir haben uns mit diesem Arbeitssieg gegen den Trend gestemmt, und das haben wir in einer eindrucksvollen Art und Weise gemacht“, sagte Kapitän Lars Stindl nach dem 1:0 bei den 05ern.

Diese eindrucksvolle Art und Weise war in diesem Fall nicht der gepflegte Kombinationsfußball, für den die Gladbacher in dieser Saison bekannt gewesen sind. Es war vielmehr die Rückkehr zu einer alten, sehr einfachen Weisheit, die auch Amateurfußballer wöchentlich von ihren Trainern eingetrichtert bekommen: Wenn hinten die Null steht, ist ein Punkt schon mal sicher, und vorne sind wir immer in der Lage, ein Tor zu schießen.

So einfach dies klingt, so schwer fiel es Borussia in den vergangenen Wochen, diese Regel zu beherzigen. In Mainz war das anders. Zwar war der Start furios, in der zweiten Spielminute hatten die Gladbacher eine Triple-Chance zum frühen 1:0, als Stindl gleich zweimal und im Nachschuss Denis Zakaria an Mainz-Keeper Florian Müller scheiterten. Doch im Anschluss taten sie sich schwer mit dem, was sonst so leicht zu fallen schien und zeigten einen Fußball, der nur allzu selten schön war.

An diesem Tag war das den Borussen egal. Es ging darum, den Kampfmodus einzuschalten. Die Botschaft an die Konkurrenz zu senden, dass man den Champions-League-Platz nicht einfach so herschenkt. „Wenn wir unsere Punkte holen, können die anderen machen, was sie wollen“, weiß auch Sportdirektor Max Eberl. Dabei betont er aber, dass das, was oft eine beliebte Spielerei ist, total unnötig sei: „Wir brauchen jetzt nicht jede Woche die Ergebnisse und die Tabelle analysieren.“

Was aber nötig ist, ist das Bewusstsein, dass die Basis da sein muss, um erfolgreich zu sein. „Wir haben zurück zu dem gefunden, was uns stark gemacht hat, nämlich gemeinschaftlich anzugreifen und zu verteidigen“, sagt Eberl. „Das ist für mich eine gute Reaktion. Und das ist das, was ich damit meine, dass es nicht mit Laberei geht. Wenn du bei einer super interessanten Mannschaft wie Mainz auf diese Art verdient gewinnst. Damit haben wir auch Vertrauen zurück gewonnen.“