Nullnummer in Köln Gladbach trifft wieder nicht auswärts – punktet aber in Köln

Köln · Borussia Mönchengladbach tat sich lange sehr schwer im Derby beim 1. FC Köln und hatte nur eine gute Phase nach der Pause. Insgesamt war es aber zu wenig für mehr als das torlose Unentschieden – mit dem die Misserfolgsserie beider Teams weiterging.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik zum Derby gegen Köln
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Köln - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Marius Becker

Als Borussias Profis um kurz vor 15 Uhr den Rasen des Kölner Stadions zum Warmmachen betraten, waren die Auswärtsblöcke bereits komplett mit Gladbach-Fans gefüllt. Entsprechend lautstark wurden die Spieler empfangen – in der Hoffnung, dem 5:2 im Hinspiel den zweiten Derbysieg in der laufenden Saison folgen zu lassen. Gut zweieinhalb Stunden später stand fest, dass Daniel Farkes Mannschaft diese Hoffnung nicht gänzlich erfüllen konnte: Gladbach erkämpfte aber zumindest ein 0:0 – womit die Serien beider Mannschaften allerdings weitergingen: Köln wartet nun seit sechs Partien auf einen Bundesligasieg, die Borussia seit fünf Spielen.

Trainer Farke hatte seine Anfangsformation gegenüber dem vergangenen Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen (2:2) vor zwei Wochen nur auf einer Position verändert: Ramy Bensebaini, der zuletzt zweimal gesperrt gefehlt hatte, übernahm für Luca Netz wieder den Job des Linksverteidigers. Im zentralen Mittelfeld konnte derweil Manu Koné auflaufen, dessen Einsatz wegen Wadenproblemen fraglich gewesen war.

Bei den Gastgebern gab es in den Tagen vor dem Derby vor allem ein Thema: die Transfersperre durch die Fifa für die kommenden beiden Transferperioden. In Kombination mit der bereits erwähnten Misserfolgsserie von nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Ligaspielen wurde mit Spannung erwartet, wie das Team von Trainer Steffen Baumgart in das Derby starten würde.

Doch es wurde schnell klar, dass die Kölner sich durch diese Themen nicht hatten verunsichern lassen und hellwach aus der Länderspielpause kamen. Begünstigt wurde dies auch durch einen Fehlpass Ko Itakuras, der Linton Maina zu einem Konter einlud, in dessen Folge Davie Selke Gladbachs Torwart Jonas Omlin erstmals prüfte (2.). Es dauerte danach mehrere Minuten, ehe Borussia die Partie gegen stark drückende Kölner zumindest etwas wieder beruhigen konnte. Die zweite Chance hatten indes wieder die Gastgeber: Maina gab flach in die Mitte, Kingsley Schindler zog direkt ab, schoss aber über das Tor (11.).

Erst danach meldeten sich auch die Gladbacher einmal im gegnerischen Strafraum an, nach einer Hereingabe Jonas Hofmanns kam es zum Kontakt zwischen Florian Neuhaus und Kölns Timo Hübers, nach VAR-Check blieb es aber bei der Entscheidung des Unparteiischen Felix Zwayer, keinen Strafstoß zu geben (15.). Das sah allerdings längst nicht jeder so. „Einen klareren Elfmeter kann es nicht geben. Er trifft nur den Gegner, nur das Bein, er kann nicht zum Ball gehen. Das ist eine klare Fehlentscheidung, da gibt es nichts zu diskutieren“, sagte Dazn-Experte Sami Khedira in der Halbzeitpause.

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Die kurze Unterbrechung während der Überprüfung nutzte Farke dazu, gezielt einige Anweisungen an seine Spieler weiterzugeben – besser wurde es aber nicht. Köln blieb das deutlich aktivere Team und erkämpfte sich die Feldvorteile immer wieder durch frühe Balleroberungen, während sich die Borussen schwertaten, bis in die gegnerische Hälfte zu kombinieren. Dass Köln die Überlegenheit aber nicht in Zählbares ummünzen konnte, lag an Omlin: Gladbachs Keeper entschärfte sowohl Schindlers zweiten Versuch (28.) als auch zehn Minuten später den Weitschuss von Eric Martel. Borussia kam zu oft einen Schritt zu spät – was auch zu zwei Gelben Karten in der ersten Halbzeit führte. Eine sah Koné, der damit das kommende Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg verpassen wird.

So war das Ergebnis zur Pause noch die beste Nachricht für die Gladbacher, während die Kölner Sturmmisere zunächst weiterging: In den fünf Spielen vor der Länderspielpause hatte es schon nur einen Treffer für den FC gegeben. „Wir sind darauf vorbereitet, dass Köln alles reinwerfen wird, um die Punkte bei sich zu behalten“, hatte Farke im Vorfeld der Partie gesagt. Doch erst nach dem Wiederanpfiff war dies auf dem Feld auch zu sehen.

Denn Borussia kam besser aus der Kabine: Zunächst traf Marcus Thuram nach einer Bensebaini-Flanke den Ball nicht richtig, dann verzog Lars Stindl aus der Distanz, und kurz darauf hatte Neuhaus die beste Gladbacher Chance, als er nach einem Solo Thurams dessen Flanke nur knapp am langen Pfosten vorbeilenkte (54.). So blieb auch Gladbach im Trend: Zuletzt hatte es Mitte Februar bei Hertha BSC auswärts getroffen.

Jetzt war es zumindest ein offeneres Spiel, in dem die Borussen den FC auch ab und an zu Fehlern im Spielaufbau zwangen. Köln fand langsam aber wieder zu seinem Spiel, nur ließ Gladbach nun weniger gefährliche Abschlüsse zu. Doch auch die Borussen verzeichneten nach der guten Anfangsphase der zweiten Halbzeit keine Torchancen mehr. Beiden Teams fehlten die Präzision und die letzte Überzeugung.

 Kölns Jonas Hector (l) und Gladbachs Jonas Hofmann kämpfen um den Ball.

Kölns Jonas Hector (l) und Gladbachs Jonas Hofmann kämpfen um den Ball.

Foto: dpa/Marius Becker

Nachdem Baumgart bereits viermal gewechselt hatte, versuchte es Farke zehn Minuten vor dem Ende auch mit einer frischen Kraft: Alassane Plea, der bereits zweimal in Köln mit seinem 1:0 Gladbacher Siege eingeleitet hatte, kam für Stindl. Kurz vor dem Abpfiff schickte Farke noch Nathan Ngoumou aufs Feld. Doch auch das half nicht mehr – beide Teams mussten sich mit einer Nullnummer begnügen.

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